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Alle gegen Judenhass

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Von: Jan Sternberg

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Um den Antisemitismus zu beseitigen, müssen liberale Bürger zur Selbstkritik gebracht und zudem gegen antijüdische Gewalt vorgegangen werden. Ein Kommentar.

Antisemitismus richtet sich zwar gegen Juden, trifft aber stets alle. Mit diesem Satz schließt das „Lagebild Antisemitismus“ des Verfassungsschutzes. Manchmal, wie am 9. Oktober in Halle, wird dieser Satz tödlich bestätigt: Ein Antisemit und Rassist will am höchsten Feiertag Jom Kippur einen Anschlag auf betende Juden verüben, durch seine Kugeln sterben zwei Unbeteiligte.

Aber Antisemitismus trifft auch an allen anderen Tagen uns alle: Weil er anderen Vorurteilen die Tür öffnet, die unsere Gesellschaft angreifen und aushöhlen. Antisemitismus dient als Chiffre für die Ablehnung der Demokratie, der offenen Gesellschaft, der internationalen Zusammenarbeit, den Widerstreit der Meinungen.

Antisemitismus sitzt in der ganzen Gesellschaft fest. Das betont der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein unermüdlich, auch gegen Kritik aus dem linksliberalen Lager. Klein glaubt, Antisemitismus überall gleichzeitig bekämpfen zu können.

Der Verfassungsschutz hingegen konzentriert sich auf die radikalen Ausprägungen. Klein will liberale Bürger zur Selbstkritik bringen, Verfassungsschützer Thomas Haldenwang den gewalttätigen Hass bekämpfen. Beides tut not. Antisemitismus kommt niemals allein. Daher ist er so gefährlich.

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