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Afghanistan: Abschiebungen aussetzen

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Von: Markus Decker

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Dass Berlin die afghanischen „Ortskräfte“ nach Deutschland holen will, ist richtig. Umso absurder ist, dass die Abschiebungen nach Afghanistan wohl fortgesetzt werden. Ein Kommentar.

Die Würfel sind gefallen. Bis zum 11. September will der Westen seine Truppen aus Afghanistan abziehen, darunter auch die Kräfte der Bundeswehr. Zwar haben die Staaten manche Ziele erreicht. Andererseits sind die Taliban wieder auf dem Vormarsch, die Gewalt nimmt zu, die Angst ebenfalls.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, jene afghanischen „Ortskräfte“ nach Deutschland zu holen, die der Bundeswehr geholfen haben. Die Entscheidung ist ebenso richtig wie anständig. Umso absurder ist, dass die Abschiebungen nach Afghanistan wohl fortgesetzt werden.

Da der Westen sein Scheitern mit dem letztlich bedingungslosen Rückzug aus Afghanistan zugibt, sollte er auch die Konsequenzen daraus ziehen. Das bedeutet: Die Abschiebungen müssen ausgesetzt werden. Es braucht ein Moratorium – mindestens so lange, bis Klarheit herrscht, wie es am Hindukusch weitergeht. Ob es also eine Übereinkunft zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul gibt oder ob Afghanistan in einem neuen Krieg versinkt. Bericht Seite 7

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