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Björn Höcke sagt dem „AfD-„Flügel“ Adieu. Das ändert nichts am Wesen der Partei.  

Extreme Rechte

Björn Höcke und der AfD-„Flügel“ - Posse statt Demut

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Den AfD-„Flügel“ gibt es nicht mehr, doch die Anhänger müssen nicht in Tränen ausbrechen. Es dürfte sich nicht viel ändern. Ein Kommentar. 

  • Den AfD-„Flügel“ um Björn Höcke gibt es nicht mehr
  • Dennoch dürfte sich bei der AfD nicht viel ändern
  • Ein Kommentar zur AfD rund um Björn Höcke

Der AfD-„Flügel“ um Björn Höcke ist Geschichte, ganz so, wie es der Bundesvorstand der Partei vor Wochen beschlossen hat. Die Website ist bereits stillgelegt, tot sozusagen, abrufbar ist jedoch ein Video, in dem Höcke zum Abschied vor Demut und Dankbarkeit beinahe zerfließt. Als würde er auswandern in ein fernes Land, weit, weit weg von seinem geliebten Deutschland.

Der AfD-„Flügel“ um Björn Höcke wurde aufgelöst

Atmosphärisch bestens in Szene gesetzt steht er vor dem Kyffhäuser Denkmal, das dem, oder vielleicht doch eher seinem „Flügel“ (?) stets Ort eines Stelldicheins war. Dort hatten sie sich einmal jährlich in völkisch-nationalistischer Tradition abgefeiert, auch Jörg Meuthen war als Redner aufgetreten. Der sprach vom „Flügel“ einst als einem „integralen Bestandteil“ der Partei AfD, hatte schließlich jedoch einer „einvernehmlichen Trennung“ das Wort geredet. 

Björn Höcke (l) und Andreas Kalbitz. 

Björn Höcke, mit zarter Musikuntermalung, blickt „voller Stolz und Zufriedenheit“ auf die letzten Jahre zurück. Slow motion-Bilder begleiten seine kleine Retrospektive, die ihn im Kreise seiner Anhänger zeigt, aufgewertet mit sehr vielen Deutschland-Fahnen und vor allem ganz viel völkischer Tradition. Von einer „einzigartigen Erfolgsgeschichte“ schwadroniert er gar, der Clip liefert einen bunten Strauß vergangener Events.

AfD-„Flügel“-Erfolgsgeschichte soll weiter geschrieben werden 

„Eine Erfolgsgeschichte, die zwar jetzt formal abgeschlossen wird, die aber in gewisser Weise weitergeschrieben wird, weil der Geist des Flügels natürlich in der Partei bleiben wird“, formuliert der Mann, bei dem man selten zwischen den Zeilen lesen muss. Dennoch danke für die offenen Worte, auch wenn niemand etwas anderes erwarten dürfte. 

„Großartige Feste“ hätten sie gefeiert, was für jeden Externen, der einmal an einer AfD-Veranstaltung teilgenommen hat, einigermaßen gruselig klingen muss. Eben weil dieses rechte „Feste feiern“ an die Reaktivierung von Mythen und Nationalismus gekoppelt ist, die den völkischen Blut-und-Boden-Bezug mit meint.

Auch ohne „Flügel“ - die AfD bleibt blau-braun

Höcke verkauft hingegen die Feste und das Mythen „aktivieren“ als Kraftspende, um „schwierige Zeiten durchleben (zu können), wie wir sie im Augenblick wahrscheinlich als Deutsche durchleben müssen“. Nicht nur „als Deutsche“, aber es kommt ihm eben nur auf jene an. Weiter seien viele traurig über das „Ende des Flügels“, was aber als „ultimatives Zeichen zum Willen der Einheit der Partei“ verstanden werden soll.

Doch bevor uns jetzt allen die Tränen sintflutartig aus den Augen schießen: Keiner der „Flügel“-Fans muss sich ernsthaft grämen – alles bleibt beim Alten. Björn Höcke dürfte weiterhin die Strippen ziehen, Andreas Kalbitz tritt auch nicht aus der AfD aus und der Partei droht kein Ruck in den Linksextremismus.

Die ganze „Flügel“-Diskussion ist vielmehr eine Posse, die einmal mehr die AfD von blau-braun ins reine Himmelblau verschieben soll. Das war nie glaubwürdig und ist es auch jetzt nicht, zumal sich die meisten Politiker innerhalb der AfD weniger im Inhalt, als im Ausdruck voneinander unterscheiden dürften. Dieser verkitschte Clip zeigt das erneut auf.

Mit oder ohne „Flügel“ - die AfD bleibt blau-braun. Daran würde selbst ein Austritt Höckes nichts ändern. 

Mittlerweile (15.05.2020) wurde Andreas Kalbitz aus der AfD geworfen*. Grund sind frühere Kontakte zum rechtsextremen Milieu.

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