Ohne die Seenotrettung würden noch mehr Menschen im Mittelmeer sterben. 
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Ohne die Seenotrettung würden noch mehr Menschen im Mittelmeer sterben. 

AfD-Parteispenden

AfD bettelt vor Weihnachten um Spenden für ihre Kriegskasse 

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Der AfD fehlen eine Million Euro für Agitation; wohl eine Konsequenz aus der Spendenaffäre um Jörg Meuthen und Alice Weidel. Jetzt sollen die Anhänger*innen vor Weihnachten einspringen. Ein Kommentar.  

Einem Bericht zufolge klafft in der Parteikasse der AfD ein Loch von einer Million Euro. „Wir befinden uns in einer schweren finanziellen Notlage“, soll AfD-Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann in einer Rundmail an Parteimitglieder geschrieben haben, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. 

Man habe im Jahr 2019 weniger Spenden eingenommen als in den Vorjahren, was sich wiederum auf die Höhe der staatlichen Parteienfinanzierung auswirke. Demnach erbittet Fohrmann in seiner Mail von den rund 38.000 AfD-Mitgliedern „einen weiteren Jahresbeitrag von 120 Euro“.

AfD zapft ihre Mitglieder an

Doch diese Maßnahme reicht offenbar nicht aus oder ihr wird zu wenig Vertrauen geschenkt. Verlassen will sich die Partei jedenfalls nicht ausschließlich auf die Resonanz der Mail und wirbt auch in den sozialen Medien großangelegt um eine Spende. „Wir brauchen Ihre Unterstützung. Spenden Sie für Ihre Alternative!“, heißt es etwa auf Facebook. Als „Jahresendspurt“ ist der Post mit einem in Männerhand ruhenden Herzen bebildert - dem potenziellen Spender sozusagen als Gegenleistung dargeboten. Gleich an mehreren Stellen hält die Partei auf ihrem Facebook-Account die Hand auf, einmal im Headerbild, dort in Blau getaucht, dann im folgenden Post ergänzt das emotionalisierte Rot die Botschaft.

Die AfD ist knapp bei Kasse.

„Wir sind Grundgesetz“, dient blau ummantelt als schwarz-rot-goldenes Logo auf dem Seitenkopf neben  der Spenden-Bitte. Das ist, wie sie bei der AfD selbst wissen dürften, eigentlich blanker Hohn, stolpern die Blau-Braunen doch bereits über Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ In diesem Paragrafen - nur zur Info - steht nämlich nicht, dass er sich nur auf AfD-Politiker, Anhänger etc.pp bezieht. 

AfD und ihre Spendenaffäre

Egal, die AfD braucht offensichtlich Geld für den „Kampf gegen das politische Kartell, für juristische Auseinandersetzungen, die uns durch den Machtmissbrauch der Regierung aufgezwungen werden“, und natürlich für den nächsten Bundestagswahlkampf. Der wird als „entscheidend für unser Land“ herausgestrichen und offenbar die totale Machtergreifung angestrebt. Dafür sollten den Kamerad*innen 120 Euro zusätzlich nicht zu viel sein.   

Übrigens entspricht eine Million Euro dem Betrag, der in der Bilanz für mögliche Strafzahlungsforderungen wegen der Spendenaffären um Parteichef Jörg Meuthen und Fraktionschefin Alice Weidel zurückgestellt wurde. Könnte es sein, dass sich die AfD die Folgen ihres eigenen Fehlverhaltens von ihren Anhänger*innen finanzieren lässt? 

Es gibt auch noch jede Menge andere Möglichkeiten, sein Geld sinnvoll und vor allem im Kontext der Menschenwürde zu spenden: beispielsweise für die Seenotrettung, Pro Asyl, NSU Watch  - anstatt für die Kriegskasse der AfD. Eine Aussage über Wohnungsnot in deutschen Städten sorgte bei Alice Weidel offenbar für Unmut. Doch dabei übersah sie anscheinend das Erscheinungsdatum des Artikels.

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