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Der Linken-Politiker Wolfgang Gehrcke muss sich von allen Seiten Kritik anhören.
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Der Linken-Politiker Wolfgang Gehrcke muss sich von allen Seiten Kritik anhören.

Jahrestag Kriegsende

Abstruse Einladung

  • Markus Decker
    VonMarkus Decker
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Der Linken-Politiker Wolfgang Gehrcke will den russischen Staatschef Wladimir Putin zum 70. Jahrestag des Kriegsendes einladen. Der Vorstoß ist abstrus. Ein Kommentar.

Es gibt eine Menge Leute im Westen dieser Republik, die einst in kommunistischen Gruppen aktiv waren und später noch tüchtig Karriere gemacht haben in jener Gesellschaft, die sie lange die bürgerliche nannten. Wolfgang Gehrcke ist bei seiner Überzeugung geblieben – und trotzdem aufgestiegen, wenn auch nicht in der bürgerlichen Gesellschaft, sondern in PDS und Linkspartei. Allerdings ging diese Karriere mit Unbelehrbarkeit einher.

Dass man Russland beim 70. Jahrestag des Kriegsendes nicht übergehen kann, ist richtig. Auch wäre es unter anderen politischen Umständen durchaus denkbar, den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Bundestag reden zu lassen. Es ist ja auch schon einmal geschehen. 2001 war das. Dass Putin wiederkommt, ist bis auf Weiteres unwahrscheinlich. Erstens, weil er in der Ukraine einen Krieg führen lässt. Und zweitens, weil ihn deshalb außer Gehrcke kaum einer hören will, nicht mal in der Linkspartei.

Der Vorstoß ist abstrus. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges nannte man solche Westgenossen Moskau-hörig. Wer verletzen wollte, sprach von der „Fünften Kolonne“. Gehrcke, der 1961 in die KPD eingetreten ist, hat zeitlebens eine Idee menschlicher Emanzipation gepredigt. Vielleicht sollte er sich im Alter von 71 Jahren einfach mal fragen, warum er nur von Moskau nie weggekommen ist.

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