Dem Social-Games-Entwickler Zynga laufen die User davon.
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Dem Social-Games-Entwickler Zynga laufen die User davon.

Zynga Social Games

Zynga geht aufs Ganze

Der Onlinespiele-Anbieter Zynga will sich erneut einen Weg auf Smartphones und Tablets erkaufen. Mehr als 500 Millionen Dollar investiert Zynga in den Kauf einer Spieleentwicklerfirma. Gleichzeitig entlässt Zynga mehr als 300 Mitarbeiter.

Der Onlinespiele-Anbieter Zynga will sich erneut einen Weg auf Smartphones und Tablets erkaufen. Mehr als 500 Millionen Dollar investiert Zynga in den Kauf einer Spieleentwicklerfirma. Gleichzeitig entlässt Zynga mehr als 300 Mitarbeiter.

Der kriselnde Onlinespiele-Anbieter Zynga sucht den Ausweg in einer teuren Übernahme. Der Farmville-Erfinder kauft für 527 Millionen Dollar den Spieleentwickler NaturalMotion. Die britische Firma steht hinter Games für Smartphones und Tablets wie "Clumsy Ninja" und ist zudem auf Grafik-Technologie spezialisiert.

Im eigenen Haus streicht Zynga zugleich 314 Jobs - das sind 15 Prozent der Belegschaft. In diesem Jahr sollen bis zu 35 Millionen Dollar vor Steuern eingespart werden, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Kunden wenden sich ab

Zynga verliert weiter Kunden: Im vierten Quartal gab es monatlich 112 Millionen aktive Nutzer. Das waren 16 Prozent weniger als im Vierteljahr davor. Im Vorjahresquartal hatten die Zynga-Spiele noch 298 Millionen Nutzer im Monat angezogen.

Die Serie der Verluste ging weiter: Das vierte Quartal brachte ein Minus von 25 Millionen Dollar. Im gesamten Jahr sammelten sich rote Zahlen von knapp 37 Millionen Dollar an. Der Quartalsumsatz brach im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 176 Millionen Dollar ein.

Zynga war einst mit Facebook-Spielen wie "Farmville" oder "Cityville" sehr erfolgreich, schaffte es jedoch nicht, mit neuen Hits daran anzuknüpfen. Inzwischen haben die Zynga-Titel auch im weltgrößten Online-Netzwerk an Popularität verloren. Und viele Spieler wanderten zu Smartphone- und Tablet-Games ab.

Übernahmeflop für 180 Millionen

Das Unternehmen war sich des Problems im mobilen Bereich zwar schon lange bewusst. Doch die teure Übernahme des Spiele-Studios OMGPOP, die es lösen sollte, machte die Lage nur schlimmer. Zynga kaufte die kleine Firma im März 2012 auf dem Höhepunkt des Erfolgs des Bilder-Ratespiels "Draw Something". Entsprechend hoch fiel der Kaufpreis mit 180 Millionen Dollar aus. Doch schon kurz nach der Übernahme verging den Spielern die Lust am Bilderraten, die Nutzerzahlen brachen ein. Im vergangenen Juni wurde das New Yorker Studio dichtgemacht.

Der neue Zukauf NaturalMotion hat allerdings mehr als nur einige Spieletitel zu bieten. Die britische Firma entwickelte auch die 3D-Animations-Programme Euphoria und Morpheme, die in zahlreichen Videospielen stecken. (dpa)

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