Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wilfried Mohren hat gestanden.
+
Wilfried Mohren hat gestanden.

Prozess

Wilfried Mohren gesteht unter Tränen

Der wegen Bestechlichkeit angeklagte frühere Fernseh-Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks hat im Landgericht Leipzig ein Geständnis abgelegt.

Leipzig. Der wegen Bestechlichkeit angeklagte frühere Fernseh-Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Wilfried Mohren, hat am Dienstag im Landgericht Leipzig ein Geständnis abgelegt.

"Ich war naiv und habe aus heutiger Sicht einen Fehler gemacht", sagte der 51-Jährige unter Tränen. Seine Verbindungen zu Sponsoren hätten ein "Geschmäckle nach außen" gehabt, "und ich bedauere, dass ich das nicht schon früher so gesehen habe". Er räumte auch Spesenbetrug und Steuerhinterziehung ein. Die Kammer hatte Mohren zuvor in Aussicht gestellt, dass seine Strafe im Falle eines "glaubhaften Geständnisses" zwei Jahre zur Bewährung sowie eine Geldstrafe nicht überschreiten werde.

Mohren versuchte zunächst, die Vorwürfe zu relativieren und zu erklären, dass er als "Sportchef einer nicht sonderlich gemochten Ost-Anstalt" Sponsoren zum Wohle des Senders akquiriert habe. Dabei habe er "ungewollt ein Eigentor geschossen". "Ich hätte mir größere Distanziertheit auferlegen müssen und das Geld nicht nehmen dürfen." Nach einer Prozesspause und Beratung mit seinen Anwälten ergänzte Mohren dann das Geständnis. "Die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft erkenne ich als richtig an", ließ er über seinen Verteidiger Peter Manthey erklären.

Die Staatsanwaltschaft wirft Mohren insgesamt 19 Fälle von Bestechlichkeit sowie Vorteilsannahme, Steuerhinterziehung und Betrug vor. Er soll insgesamt 330 000 Euro von Geldgebern kassiert haben, um bestimmte Veranstaltungen im Programm des MDR unterzubringen. Unter anderem berichtete der MDR über ein Hallenfußball-Turnier, mit dessen Sponsor Mohren einen Beratervertrag hatte. Abgerechnet wurden die Schmiergelder über die Werbeagentur von Mohrens Ehefrau. Sie muss sich deshalb wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit verantworten. Auch sie erklärte: "Ich räume die Anklage ein."

Mohren hat sich verpflichtet, den Schaden für den MDR wiedergutzumachen und will 380 000 Euro zahlen. Das sei der "Rest seiner finanziellen Mittel". Einen geregelten Job habe er derzeit nicht, Familie Mohren lebe unter anderem von Zuwendungen der Schwiegereltern. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare