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"Wetten, dass...?" steckt im Quotentief.

"Wetten, dass...?" in Erfurt

"Wetten, dass...?" im Quotentief

Bald ist der ZDF-Showklassiker "Wetten, dass..?" Geschichte. Schon im Schlussspurt verliert die Show an Anziehungskraft: Mit der drittletzten Ausgabe stürzt Markus Lanz in ein neues Quotentief.

Der großen Samstagabend-Show "Wetten, dass..?" geht kurz vor ihrem Ende die Puste aus. Mit der drittletzten Ausgabe des 33 Jahre alten ZDF-Klassikers landete Moderator Markus Lanz am Samstag in Erfurt auf einem neuen Tiefpunkt: Nur noch 5,48 Millionen Zuschauer schalteten die Sendung ein, 6,84 Millionen waren es noch in der April-Ausgabe und 5,85 Millionen im Februar dieses Jahres beim bisher schwächsten Abschneiden.

Unterdessen keimen wieder Spekulationen auf, wer das neue ZDF-Gesicht am Samstagabend sein könnte. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" ist eine auf Johannes B. Kerner zugeschnittene Show als mögliches Nachfolgeformat vorgesehen. Der 49-Jährige selbst soll an der Konzeption beteiligt werden und maßgeblich redaktionellen Einfluss nehmen dürfen. Weitere Formate mit und für ihn seien zumindest in Planung.

Eine ZDF-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass der Sender bereits alle Kerner-Termine mitgeteilt habe. "JBK" moderiert am 23. und 30. Oktober sowie am 1. November den "Quiz-Champion", am 18. Okober die Udo-Jürgens-Gala "Mitten im Leben" und am 6. Dezember "Ein Herz für Kinder". "Alles andere sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren", sagte sie. "Das Show-Programm für 2015 werden wir zur gegebenen Zeit kommunizieren."

Immer wieder fällt der Name Gottschalk

Die Show "Wetten, dass..?" wird unter anderem deswegen eingestellt, weil die Einschaltquoten mit Lanz als Nachfolger von Thomas Gottschalk stark zurückgegangen waren. Gottschalk hatte bei seinem Abschied 2011 mehr als 14 Millionen Zuschauer, Lanz bei seinem Einstieg 2012 noch über 13 Millionen. Dennoch halten sich bis heute Gerüchte, dass es unter Umständen doch noch weitergehen könnte. Dabei fällt auch immer wieder der Name Gottschalk.

Für die größte Stimmung am Samstag in Erfurt sorgte die 68-jährige US-Schauspielerin Diane Keaton mit ihrer Kusswut. Keiner konnte ihr entgehen. Zuerst bekam Lanz ("Schatz, guck mal weg.") einen herzhaften Schmatzer von Keaton auf die Lippen gepresst, dann auch Komiker Ralf Schmitz und schließlich der Wettkandidat Detlev Jarchow (59), der Mausefallenmarken an ihrem Zuschnappgeräusch erkannte.

Leicht hatte es Lanz zu Beginn der Sendung nicht, denn er musste mit heiserer Stimme antreten: "Ich hoffe, Sie sind fit durch den Sommer gekommen, ohne WM-Kater und ohne peinliche Fotos von Ihnen im Internet", begrüßte er sein Publikum. Der Südtiroler verteilte artig Komplimente an die Gastgeber und lobte Erfurt als "schönste Stadt Deutschlands".

Lanz erinnerte mit seinen Gästen, den Fußball-Weltmeistern Benedikt Höwedes (2014) und Horst Eckel (1954), unter anderem an dem WM-Triumph in Brasilien. Ein geplanter Höhepunkt der Show: Das Comeback der aus Magdeburg stammenden Band Tokio Hotel mit dem neuen Album "Kings of Suburbia". "Wir hatten lange genug frei - die Pause hat uns gut getan", sagte Bandmitglied Bill Kaulitz nach fünf Jahren Abstinenz. Und da hatte Lanz einen lichten Augenblick: "Früher wurden Euch Zahnspangen nachgeworfen, heute Zahnersatz?"

Wettsieger wurde ein Quartett junger Männer, das aus Plastikflaschen in kurzer Zeit ein Surfbrett zusammenbaute und es im Echtbetrieb 10 Sekunden testete. Mit Surfen hatte auch die Stadtwette zu tun: Lanz wettete, dass es Erfurt nicht schafft, 100 Einwohner mit Surfbrett und Ausrüstung zusammenzutrommeln. Doch es klappte: Eine werdende Mutter stempelte auf ihre Brust die Nummer 99, auf den Babybauch die 100.

Weil er die Wette verlor, muss Lanz als "Strafe" bei seiner vorletzten Sendung in Graz (8. November) in landestypischer Tracht auftreten. Am 13. Dezember steigt das Finale in Nürnberg. Was passiert dann mit Lanz? Die "Bild am Sonntag" will erfahren haben, dass sein Talk eventuell viermal statt wie bisher dreimal die Woche zu sehen sein wird. Das ZDF kommentierte dies nicht. (dpa)

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