WDR

Der Jazz ist nicht mehr die Welt

WDR plant Veränderungen bei monothematischer Radiosendung

Der WDR will die Jazzsendung „Jazz & World“ nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes gründlich verändern. Danach sollen die bisherigen monothematischen Autorensendungen durch „kuratierte und moderierte Playlists“ ersetzt werden. Nach einem dem epd vorliegenden internen WDR-Papier soll die Musikauswahl in Zukunft in jeder Sendung genreübergreifend sein und auch „avancierte Popmusik und Elektronik“ umfassen. Dadurch solle der Jazz laut dem Papier „dem aktuellen Diskurs wieder angeschlossen“ werden.

Der WDR bestätigte auf epd-Anfrage, dass das Konzept der Radiosendung zum 1. April überarbeitet werden soll. Sprecherin Kristina Bausch sagte, dass „zunächst unsere Gremien“ informiert werden sollten. Der Sender könne daher die gestellten Fragen „noch nicht im Detail“ beantworten. Der Programmausschuss des WDR-Rundfunkrates will sich am Freitag mit den Planungen befassen.

„Jazz & World“ läuft derzeit bei WDR3 von Montag bis Freitag zwischen 22.04 Uhr und 0 Uhr. Bisher drehen sich die Sendungen um jeweils ein Thema und beschäftigen sich zum Beispiel mit der Jazzszene in NRW, einzelnen Musikern oder der „Klanglandschaft Armenien/Türkei“. Wesentlicher Bestandteil vieler Sendungen sind Konzertmitschnitte. Sie werden jeweils von einem Autor oder einer Autorin gestaltet und moderiert.

Nach epd-Informationen erhielten einige der bisherigen Stammautoren von „Jazz & World“ im August 2018 einen Brief des Senders, in dem ihnen angekündigt wurde, dass die bisherige Zusammenarbeit mit ihnen eingestellt werde. Ab April sollten die Sendungen nur noch von vier festen „professionellen“ Moderatoren gestaltet werden, hieß es. Diese sollen sich im Wochentakt abwechseln. Nach dem internen Papier soll die neue Zielgruppe aus „interessierten Jazz-, Weltmusik- und Avantgardepophörern“ bestehen.

Das Portal „NRWjazz.net“ hatte bereits im Februar über

bevorstehende Änderungen im Programm von WDR3 berichtet und äußerte die Befürchtung, dass die geplanten Formatänderungen der Wahrnehmbarkeit der Jazzszene in Nordrhein-Westfalen, „der größten Europas“, schaden werden. (epd)

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