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Dann war da auch noch die Sache mit dem Nacktmull.
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Dann war da auch noch die Sache mit dem Nacktmull.

Times mager

Voll

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Voll leer oder voll voll? Oder gar voll gestellt? Von Nuancen, zusammenschreiben und zusammen schreiben.

Es war Urlaub, der Computer weit weg, die Vorbereitung auf den Ausflug ins Städtchen erfolgte per Mobiltelefon. Der Internet-Auftritt des Städtchens zeigte eine Straße, offensichtlich Fußgängerzone, auf der sich zunächst vier Menschen aufzuhalten schienen, was sich allerdings schnell als optische Täuschung erwies, denn bei den zwei Gestalten rechts und links neben dem Eingang der Eisdiele handelte es sich bei genauerem Hinsehen um Büsche. Unter dem Foto mit den nunmehr doch nur zwei Menschen stand: „Die Burgstraße, eine belebte Fußgängermeile in Aurich.“ Wer die Büsche als lebende und belebende Elemente mitzählt, kommt immerhin auf vier Lebewesen, das muss reichen.

Aber ganz im Ernst: Wer nun meint, über jedes Malheur mit Bildern und Bildtexten erhaben zu sein, werfe bitte den ersten Stein. Selbst traditionsreichen Qualitätszeitungen soll da schon mal etwas passiert sein, wir erinnern uns schwach an die Seite mit James Last (oben), dem Nacktmull (unten) und dem Bildtext „Gilt als das hässlichste Tier der Welt“ (leider oben). Um ein Haar hätten Last und Nacktmull in dieser Form das Licht der Öffentlichkeit erblickt, aber dann hat es doch noch jemand gemerkt.

Jedenfalls erwies sich die „Einkaufsmeile“ in Aurich beim Ausflug entgegen dem Eindruck aus dem Internet keineswegs als „voll leer“, wie die Jugend heute sagt, sondern sie war ziemlich voll, voller als die in Leer, was allerdings auch nicht verwundert, ist doch Aurich „die heimliche Hauptstadt“ und Leer lediglich „das Tor Ostfrieslands“ (Internet).

Beide Städtchen sind sehr schön und die Menschen außerordentlich freundlich. Allerdings kam während des Bummelns, beim zweckfreien Plaudern über die Verwendung des Wörtchens „voll“, die Erinnerung an einen Spaziergang in der Heimat auf. Da hatte mal ein Schild am Wegesrand gestanden, auf dem es hieß: „Vollmöblierte Wohnungen zu vermieten“. Und hier fangen die Probleme an.

Wenn Sie jemanden besuchen und sagen, die Wohnung sei ziemlich „vollgestellt“, dann ist das kein Kompliment, sondern nahe an „zugemüllt“. Wenn also jemand eine Wohnung „vollmöbliert“ nennt, stellen wir sensiblen Sprachbeobachtenden uns Räume vor, in denen zu Fuß kein Durchkommen mehr ist, weil halt nun mal alles vollmöbliert ist mit Tischen und Tischchen und Stühlen und Stühlchen und Schränkchen oder Kommödchen oder was noch alles.

Sollte die Wohnung allerdings ohne Übertreibung mit Möbeln voll ausgestattet sein, also voll möbliert, dann sind alle zufrieden. So ist das halt mit dem Zusammenschreiben, und das ist bekanntlich etwas anderes als zusammen schreiben.

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