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ein Auto ist natürlich flotter, aber so schnell ist kein anderes Tier auf Land: der Gepard.

Times mager

Verstand

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Hat je ein Tier ein Auto erfunden? Nein, hat es nicht, stimmt.

Vielleicht wissen das noch nicht alle, aber der Verstand hat einen Plural. Wie genau dieser Plural heißt, war in der Kürze der Zeit nicht zu ermitteln (wahrscheinlich „Verstände“, das ist bei Ab-, Um- und Zuständen auch nicht anders), aber prinzipiell sind die Indizien erdrückend.

Dazu gleich mehr, aber zunächst die Frage: Kann die Existenz des Menschenverstandes (beziehungsweise des gleichlautenden Wortes) zu den Indizien für die Existenz der Mehrzahl gerechnet werden? Gäbe es etwa einen Tierverstand, verstände sich die Sache von selbst: Menschenverstand plus Tierverstand gleich zwei, also Plural, logisch. Sachverstand zählt nicht mit, denn das bedeutet etwas anderes und Sachen haben nach allgemeiner Ansicht nun wirklich keinen Verstand, jedenfalls noch nicht.

Aber Tiere? Das Internet ist sich nicht einig. „Dxmklvw“ sagt: „Tiere können planen und untereinander kommunizieren. So etwas geht nicht ohne Verstand.“ Dagegen „Giwalato“: „Was die Menschen den Tieren voraushaben, sind Verstand und Mitgefühl. (...) Kein Tier wird auf die Idee kommen, ein Tier einer anderen Spezies vor dem Tod zu bewahren, Arzneien zu entwickeln …“. Und hat je ein Tier ein Auto erfunden? Nein, hat es nicht.

Das Auto wurde nach allem, was man weiß, von Menschen erfunden, und zwar mit Hilfe des Verstandes. Es ist eine natürliche Folge dieses Vorgangs, dass der Mensch von dem Auto, nachdem er es nun schon mal erfunden hat (nicht er persönlich, aber sein Artgenosse), Gebrauch macht. Das ergibt sich zwingend aus der Existenz des Menschenverstandes oder eines Menschenverstandes, denn die Mehrzahl-Frage haben wir ja noch nicht abschließend geklärt.

Noch eine Frage: Hätte der menschliche Verstand ein Auto erfunden, das schneller fahren kann, als selbst die schnellste Wildkatze läuft, wenn er am Ende nicht mal die Wildkatze überholt? Es ist zwar so, dass der Wanderfalke laut „tierchenwelt.de“ etwa 322 Stundenkilometer schafft, aber nur im Sturzflug, das zählt nicht. „tierchenwelt.de“ weiter: „Schnellstes Landtier (Kurzstrecke): Gepard, 90–120 km/h“.

Es widerspräche dem Menschenverstand, wenn der Mensch sich zumindest auf der Kurzstrecke vom Geparden abhängen ließe. Und der Bundesverkehrsminister meint sogar, es widerspräche „jedem“ Menschenverstand!

Merken Sie etwas? Plural! Wenn es „jeden“ Menschenverstand gibt, muss es auch jeden einzeln geben, also insgesamt mehrere. Zum Beispiel den gesunden und noch irgendeinen anderen. Diesen anderen hat der Minister eigentlich gemeint.

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