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TV-Tipp

Vernachlässigte Gesundheit

Die neue NDR-Reihe "Kampf gegen die Krankheit" bringt endlich persönliche Betroffenheit und Fakten zusammen. Von René Martens

Von RENé MARTENS

Klavierspielen strengt den 59-jährigen Bauingenieur Gerhard Beyer an. Dennoch ist es wichtig für ihn. Seit einem Schlaganfall ist eine Körperhälfte größtenteils gelähmt, und das mühsame Spielen mit der rechten Hand trägt dazu bei, dass beschädigte Regionen des Gehirns aktiviert werden. Der richtig getroffene Ton bewirke eine direkte positive Rückmeldung ans Gehirn, erklärt die Psychologin, die diese "musikunterstützte Therapie" begleitet.

In den Filmen der neuen NDR-Reihe "Kampf gegen die Krankheit", die an diesem Dienstag mit dem Thema Schlaganfall startet, sind drei Perspektiven miteinander verwoben: Patienten wie Beyer berichten über den Verlauf ihrer Rehabilitation und ihren durch die Krankheit veränderten Alltag. Ärzte, die mit den Fällen vertraut sind, geben Auskunft, manchmal sogar über eigene Befindlichkeiten - beispielhaft im dritten Film, in dem ein Herzspezialist erzählt, er habe selbst 20 Jahre lang an Herzrhythmusstörungen gelitten, ehe er sich endlich operieren ließ. Nicht zuletzt informieren Wissenschaftler über neue Schritte in der Forschung, etwa über eine Maschine, die Schlaganfälle simuliert. Die Mixtur gelingt: Zum einen fühlt der Zuschauer mit den Betroffenen, ohne dass sie zur Schau gestellt werden. Zum anderen vermitteln die Filme Fakten auf einem wissenschaftsjournalistischen Niveau, das öffentlich-rechtlichen Standards gerecht wird.

So eine Reihe ins Programm zu nehmen, scheint angesichts eines Booms von Gesundheitsthemen nahe zu liegen: Spiegel und Focus etwa verkaufen sich gut, wenn die Titelgeschichten sich um Krankheiten drehen.

Meist ist das Thema verteilt

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist Gesundheit trotzdem nicht überrepräsentiert: Im ZDF gibt es keine Spezialsendung, die Berichterstattung ist auf so unterschiedliche Formate wie "Volle Kanne" und "Abenteuer Wissen" verteilt, in der ARD finden sich wöchentliche Magazine nur in den Dritten, etwa "Service: Gesundheit" im HR und "Quivive" im RBB. Die einzige Regelsendung im Ersten ist "ARD Ratgeber: Gesundheit", einmal monatlich am Sonntag.

"Kampf gegen die Krankheit" ist gar ein Novum. Eine Doku-Reihe zu den so genannten Volkskrankheiten - an den nächsten Dienstagen widmen sich die Autoren den Themen Brustkrebs und Herzinfarkt - hat es noch nicht gegeben. Möglicherweise, weil der Aufwand erheblich ist. Man muss nicht nur Menschen davon überzeugen, über Monate einem Kamerateam Einblick in ihren persönlichsten Bereich zu gewähren, es braucht auch Mediziner, die bereit sind, in einer TV-Doku etwas über ihre Patienten zu erzählen.

Dass der NDR die drei Dokus am Dienstag um 21 Uhr platziert, ergibt Sinn, weil dort zuvor stets das Gesundheitsmagazin "Visite" läuft. Durchaus gut geeignet zu sein scheint "Kampf gegen die Krankheit" aber auch für den Doku-Sendeplatz am Montag um 21 Uhr im Ersten. Hier gelingt es der ARD sonst nicht immer, eine Mischung aus breitenwirksamem und ambitioniertem Fernsehen anzubieten. Die Diskussion darüber, ob die Reihe auf dem schwierigen Sendetermin an den Start gehen sollte, dürfte allerdings nur in Gang kommen, wenn die ersten Filme erfolgreich gelaufen sind.

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