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"Utopia" wird "Newtopia"

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Schauplatz der TV-Show: Königs Wusterhausen.
Schauplatz der TV-Show: Königs Wusterhausen. © dpa

15 Siedler sollen südlich von Berlin eine eigene Gesellschaft aufbauen: Das TV-Experiment, das im nächsten Frühjahr anlaufen wird, sollte passenderweise "Utopia" heißen. Nun wird es umbenannt, um rechtlichen Problemen zu entgehen.

Sat.1 tauft das für nächstes Frühjahr geplante Spektakel «Utopia» um. Die neue Show, bei der 15 Siedler südlich von Berlin eine eigene Gesellschaft aufbauen sollen, werde jetzt «Newtopia» heißen. Das teilte der Privatsender mit und bestätigte einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung» («SZ»/Freitag).

Bei dem Namen «Utopia» - so heißt die Show in den Niederlanden - hätten in Deutschland rechtliche Probleme gedroht, sagte Sat.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow der «SZ».

«Wir haben früh ausgelotet, ob sich der Titel «Utopia» schützen lässt», ergänzte eine Sat.1-Sprecherin. «Der Name ist aber in Deutschland so oft belegt, dass es absehbar rechtliche Probleme gegeben hätte. Deswegen haben wir uns bereits im August die Marke «Newtopia» schützen lassen. Wir wollen unseren Zuschauern ein unvergleichliches TV-Erlebnis mit einem unverwechselbaren Titel geben.»

Das Nachhaltigkeitsportal Utopia GmbH aus München hatte wegen der Show geklagt. Die Sat.1-Familie darf deswegen keine Internetplattform aufbauen, auf der Teilnehmer unter dem Label «Utopia» Waren handeln.

Laut «SZ» haben sich auch viele andere den Namen der perfekten Welt schützen lassen - unter anderem für Eistee, Kinos und eine Disco in Hessen.

15 Menschen sollen bei «Newtopia» im Frühjahr auf einem Gelände in Königs Wusterhausen bei Berlin eine eigene Gemeinschaft bilden. Die Mitspieler bekommen eine unbeheizte Scheune, zwei Kühe, einige Hühner und etwas fruchtbaren Ackerboden. Das bringt ihnen die Möglichkeit, Agrarprodukte herzustellen und handeln zu können. Außerdem stehen Anschlüsse für Gas, Wasser und Strom zur Verfügung. Betten, Duschen und Toiletten müssen die Teilnehmer sich erst einmal selbst bauen.

Initiator des TV-Experiments ist der holländische TV-Manager John de Mol, Bruder von Entertainerin Linda de Mol. Mit seiner Firma Talpa TV hat er das Projekt bereits für den niederländischen Sender SBS6 seit Januar umgesetzt. Talpa TV teilte im September mit, «Utopia» werde wegen des Erfolgs nicht auslaufen, sondern auf unbegrenzte Zeit verlängert. Der Sieger werde wie vorgesehen zum Jahresende mit Bargeld belohnt. Allen 15 Teilnehmern werde freigestellt, ob sie weitermachen wollen. (dpa)

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