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Die CIA twittert.

CIA auf Twitter

Die CIA twittert

Ein Geheimdienst, der zwitschert? Die CIA hat jetzt erstmals ein Konto bei Twitter, und ihr erster Tweet war ein Hit. Aber Spannendes ist wohl kaum zu erwarten.

Die CIA nutzt jetzt auch offiziell den Kurznachrichtendienst Twitter. Der US-Geheimdienst schickte am Freitag (Ortszeit) seinen ersten eigenen Tweet in die Welt - und brachte es über das Pfingstwochenende aus dem Stand auf fast 580.000 Follower.

Eine allzu mitteilsam Öffentlichkeitsarbeit der Schlapphüte mit Sitz in Langley im US-Staat Virginia sollte sich aber niemand versprechen. So kündigte CIA-Direktor John Brennan hauptsächlich "Informationen über die Aufgabe, Geschichte der CIA und andere Entwicklungen" an. Wirklich spannend klingt das nicht.

Aber immerhin zeigte die CIA, die sich erstmals auch einen Facebook-Account zulegte, in ihrem Twitter-Debüt einen guten Schuss Humor. "Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass dies unser erster Tweet ist", schrieb der Dienst im typischen Jargon von Politikern und Geheimdienstlern, die nichts sagen wollen.

Oder war es vielleicht doch nicht der erste Tweet? CIA-Konten waren bei Twitter schließlich schon in der Vergangenheit ab und zu mal aufgetaucht. Aber die waren anscheinend alle nicht echt: Die Spionagebehörde bestätigte in einer Presseerklärung rasch, dass sie sich jetzt bei dem Kurznachrichtendienst den @cia-Account gesichert und damit ihre digitale Präsenz über ihre bisherigen Konten bei Flickr und YouTube hinaus ausgeweitet hat.

Direkt mit der Öffentlichkeit kommunizieren

Auf diese Weise könne die CIA direkter mit der Öffentlichkeit kommunizieren, begründete Brennan den Schritt. "Wir haben wichtige Erkenntnisse zum Mitteilen, und wir wollen sicherstellen, dass nicht-geheime Informationen über die Behörde für die amerikanische Öffentlichkeit, der wir unserer nationalen Sicherheitsmission dienen, besser zugänglich sind."

Wie auch immer: Der lustige Satz zum offiziellen Twitter-Einstieg fand so großen Anklang, dass er binnen Minuten Zehntausende Male von anderen Nutzern weitergeleitet wurde. Und so bedankte sich die CIA denn auch schon wenige Stunden später in einem zweiten Tweet für das nette Begrüßung. Nicht von allen allerdings: Der Geheimdienst wurde auch postwendend getrollt. Die Zeitschrift "New York Review of Books" schickte Auszüge aus einem Magazinartikel von 2009 mit einer Auflistung von Foltermethoden bei Verhören in ehemaligen geheimen CIA-Gefängnissen.

Natürlich wurde auch über den offensichtlichen CIA-Versuch einer Sympathiewerbung im Netz gewitzelt. Man könne fast annehmen, dass das Gegenteil von dem wahr sei, was die CIA in den Tweets schreibe, kommentierte ein Leser der "Washington Post", und ein anderer: "Schicke einen Tweet an die CIA, und innerhalb von fünf Minuten wird eine Drohne über deinem Haus sein."

Der Geheimdienst sieht sich natürlich ganz anders. Er sei die erste Verteidigungslinie des Landes, heißt es in der Selbstbeschreibung bei Twitter.

Das Weiße Haus in Washington hat offensichtlich nichts gegen die neuen Aktivitäten einzuwenden. Der Nationale Sicherheitsrat von US-Präsident Barack Obama begrüßte die Behörde seinerseits mit einem herzlichen Willkommen auf dem Draht. Die "Washington Post" merkte süffisant an, es sei nun erstmals möglich zu merken, dass die CIA einem folgt. Offiziell tut sie das bisher bei 25 Twitter-Teilnehmern - sämtlich Regierungsbehörden. (dpa)

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