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Auf Twitter sind viele Nutzer nicht damit einverstanden, dass Krankenkassen homöopathische Behandlungen bezahlen.

Techniker Krankenkasse

Twitterer diskutieren über Homöopathie

Die Techniker Krankenkasse muss sich auf Twitter dafür rechtfertigen, dass die homöopathische Behandlungen erstattet. Zahlreiche Nutzer beschweren sich - auch, weil sie ihre Sehhilfen selbst bezahlen müssen.

Die Techniker Krankenkasse (TK) muss sich auf Twitter dafür rechtfertigen, dass sie Kosten für homöopathische Behandlungen erstattet. Die Diskussion um Homöopathie und Wissenschaft schwelt auf Twitter schon eine Weile, als der Nutzer @IlloSZ eine Frage an die Krankenkasse richtet: "Liebe @DieTechniker, können Sie mir als Versichertem saubere, wissenschaftliche Studien nennen, die die Wirksamkeit von Homöopathie belegen?", fragt er. Die Antwort, die die TK nachts um ein Uhr gibt, löst zahlreiche Reaktionen aus: "Lieber @IlloSZ, können Sie uns saubere, wissenschaftliche Studien nennen, die die Nicht-Wirksamkeit von Homöopathie belegen?", fragt die Krankenkasse zurück - und erhält zahlreiche empörte oder lustige Antworten.

Lieber@IlloSZ ,können sie uns saubere,wissenschaftliche Studien nennen, die die Nicht-Wirksamkeit von Homöopathie belegen?

— Die Techniker (@DieTechniker)

7. März 2017

Viele Nutzer kritisieren nicht nur, dass die Krankenkasse Homöopathie finanziert, sondern auch, dass die Krankenkasse einen Negativbeweis fordert. "Man kann nicht nichts beweisen. Zurück auf Start bitte!", twittert Natalie Grams, die sich mit dem Thema Homöopathie kritisch auseinandersetzt und dazu auch ein Buch geschrieben hat. "Die Beweislast liegt stets bei demjenigen, der die Wirksamkeit behauptet. Nicht umgekehrt. Haben Sie keine wissenschaftlichen Berater?", fragt @Leaving_Orbit.

Wie das bei Twitter üblich ist, kommen schnell zahlreiche Reaktionen, die das Thema durch den Kakao ziehen - und gleichzeitig auf den Fehler hinweisen, den die TK macht. "Seit ich mich jeden Abend mit Olivenöl einreibe, habe ich mir noch kein Bein gebrochen. Zahlen Sie mir das Öl?", fragt beispielsweise @zinken. Der Nutzer @nutellaberliner fragt: "Können Sie mir eine wissenschaftliche Studie zeigen, dass keine unsichtbare Teekanne um die Erde kreist?"

@DieTechniker Ich könnte zumindest belegen, dass ich ohne Sehhilfe arbeitsunfähig und im Alltag auf Hilfe angewiesen wäre.

— Ephyra ? (@epicEphyra)

7. März 2017

Vollkommen ernst meint dagegen @krokodilgemuese die Frage nach Studien, "die die Nicht-Wirksamkeit von Brillen belegen". Das Thema Sehhilfen werfen auch andere Nutzer auf. @epicEphyra schreibt: "Ich könnte zumindest belegen, dass ich ohne Sehhilfe arbeitsunfähig und im Alltag auf Hilfe angewiesen wäre. Dafür bekomme ich keinen Cent, aber für Behandlungsmethoden, die den Gesetzen der Physik widersprechen, schon...". Auch @borgdrone22o8 regt sich auf: "Keine Sehhilfen erstatten, aber Zauberzucker bezahlen."

Wollen wir uns jetzt erst einmal alle beruhigen und dann mal in Ruhe über Homöopathie sprechen? Ja,unser Tweet von heute Nacht war nicht gut

— Die Techniker (@DieTechniker)

7. März 2017

"Mitten in der Nacht erforschte der Social-Media-Mensch der Techniker, ob Shitstorms empirisch nachweisbar sind", stellt @greveler fest. Am Morgen versucht die Techniker Krankenkasse, zu beruhigen: "Ja, unser Tweet von heute Nacht war nicht gut", heißt es im offiziellen Twitter-Account und weiter: "Wir können Eure Aufregung verstehen, aber bitte gebt uns etwas Zeit, mit den für diese Leistung Verantwortlichen zu sprechen." Mittlerweile erklärt der Twitter-Account, es gehöre zum gesetzlichen Auftrag der TK, "besondere Therapieformen zu fördern/anzubieten". Seit März arbeite man mit der Berliner Charité an einer wissenschaftlichen Studie, deren Ergebnisse für 2018 erwartet würden. (tab)

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