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Twitter hört auf seine Nutzer und kehrt zur chronologischen Timeline zurück.

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Twitter bringt chronologische Timeline zurück

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Twitter hört auf seine Nutzer und führt die chronologische Timeline zweieinhalb Jahre nach deren Abschaffung wieder ein.

Im Frühjahr 2016 hat Twitter - zumindest nach Ansicht vieler Nutzer - einen großen Fehler begangen: Nach und nach wurde für immer mehr Twitter-Nutzer die chronologische Timeline durch eine Timeline ersetzt, die von einem Algorithmus gesteuert wurde. So werde man „nie wieder einen wichtigen Tweet verpassen“, hieß es damals.

Viele  Twitter-Nutzer reagierten  mit dem Hashtag #RIPTwitter und kritisierten die Entscheidung. „Ich weiß, wie ich Inhalte sehen will (chronologisch) und wie viele ich sehen will (alle)“, schrieb beispielsweise ein Twitter-Nutzer. „Ich brauche keinen Algorithmus, der denkt es besser zu wissen als ich.“ Das hat Twitter offenbar mittlerweile auch verstanden: In mehreren Tweets hat das Unternehmen am späten Dienstagabend angekündigt, den Nutzern wieder „mehr Kontrolle über die Timeline“ zu geben.

Man arbeite an Möglichkeiten, zwischen der Algorithmen-gesteuerten und der chronologischen Timeline umzuschalten. Auch eine Sofortmaßnahme hat Twitter ergriffen: Nutzer, die die Einstellung „Die besten Tweets zuerst anzeigen“ deaktivieren, sollen ab sofort nur noch Tweets von den Twitter-Accounts sehen, denen sie folgen - und zwar wie früher in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. Ältere Tweets und Tweets von Accounts, denen der Nutzer nicht folgt, werden dann nicht mehr angezeigt.

Twitter ist an der Börse auf Talfahrt

Dass Twitter auf einen Nutzerwunsch eingeht, könnte auch mit der Situation des Unternehmens an der Börse zu tun haben. Twitters Aktienkurs an der Wall Street ist unter die psychologisch wichtige 30-Dollar-Marke gefallen und Experten erwarten, dass die Talfahrt noch nicht vorbei ist. Wie das Fachmagazin „Der Aktionär“ berichtet, gehe das US-Analysehaus Moffett Nathanson davon aus, dass der Kurs von Twitter weiter sinken wird, da die Kosten unter anderem wegen notwendiger Investitionen in Datenschutz und das Videogeschäft in Zukunft stark steigen dürften.

Im letzten veröffentlichten Quartalsbericht von Twitter war zu lesen, dass die Zahl der monatlich aktiven Nutzer im Vergleich zum vorherigen Quartal um eine Million auf 335 Millionen zurückgegangen ist. Angesichts aktueller Maßnahmen gegen Hetze und Fake-Accounts könnte die Zahl der Nutzer weiter zurückgehen. Vielleicht hilft die Änderung an der Timeline dabei, neue Nutzer zu gewinnen - oder wenigstens, bestehende Nutzer zu halten.

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