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Twitter bestätigt Hackerangriffe

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Zahlreiche Twitter-Nutzer wurden gehackt.
Zahlreiche Twitter-Nutzer wurden gehackt. © © / Reuters

Hacker kapern Twitter-Profile und verbreiten Hakenkreuze und Schmähungen gegen Deutschland und die Niederlande. Weltweit sind zahlreiche Konten betroffen - auch von Unicef, Amnesty International und dem BVB.

In dem eskalierenden Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Europa haben Hacker über gekaperte Profile im Kurzbotschaftendienst Twitter Schmähungen gegen Deutschland und die Niederlande verbreitet. Die Hacker brachten am Mittwoch weltweit zahlreiche Twitter-Konten unter ihre Kontrolle, betroffen waren unter anderem Unicef USA, Amnesty International, der Fernsehsender ProSieben, der Fußballverein Borussia Dortmund und der frühere Tennisspieler Boris Becker.

Auf den gehackten Konten fanden sich Nachrichten mit den Hashtags #Nazialmanya und #Nazihollanda sowie Hakenkreuz-Symbole. Außerdem wird auf den 16. April verwiesen. An diesem Tag will der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan das umstrittene Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems abhalten.

Wie viele Twitter-Konten genau betroffen waren und wer hinter der Attacke steckt, war zunächst unklar. Vermutungen, dass der Hack mit der App Twittercounter.com zusammenhängt, kamen in dem sozialen Netzwerk auf - der Dienst bestätigte auf Twitter, dass er gehackt wurde und eine "Untersuchung" eingeleitet habe. "Wir haben bereits Maßnahmen getroffen, um solchen Missbrauch einzudämmen", heißt es weiter. Ein Twitter-Sprecher erklärte, das Problem sei bekannt. Einfallstor für die Hacker sei eine App eines Drittanbieters gewesen, deren Zugangsberechtigung sofort gestrichen worden sei.

We're aware that our service was hacked and have started an investigation into the matter.We've already taken measures to contain such abuse

— TheCounter (@thecounter)

March 15, 2017

Im Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in europäischen Ländern hatte Erdogan Deutschland und den Niederlanden wiederholt vorgeworfen, "Nazi-Methoden" anzuwenden. In mehreren deutschen Städten waren Auftritte türkischer Politiker abgesagt worden, die Niederlande hinderten mehrere Minister an Wahlkampfauftritten. Die türkischen Politiker wollten bei den im Ausland lebenden Türken für die Einführung des Präsidialsystems werben. Alleine in Deutschland sind 1,4 Millionen Türken stimmberechtigt.

Twitter-Konto sicherer machen

Nach dem jüngsten Twitter-Hack sollten Nutzer alle Apps prüfen, denen sie Zugriff auf ihr Konto bei dem Kurznachrichtendienst gewährt haben. Das funktioniert unter https://twitter.com /settings/applications in den Twitter-Einstellungen, indem man auf den Button "Zugriff widerrufen" neben der entsprechenden Applikation klickt, erklärt Twitter in seinem Hilfe-Center.

Dabei empfiehlt es sich gegebenenfalls, erst einmal der Analyse-Anwendung "The Counter, über die die Hacker offenbar Zugriff auf die betroffenen Accounts erlangt haben, die Verbindung zu entziehen. Grundsätzlich ist es aber wichtig, alle verbundenen Apps regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Wer auf bestimmte verbundene Apps nicht verzichten kann oder will, sollte zumindest nachschauen, ob diese wirklich Twitter-Schreibrechte benötigen und - falls nicht -, ob diese entzogen werden können.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät ohnehin generell dazu, nur  Apps zu installieren, die tatsächlich benötigt werden: "Jede zusätzliche App stellt zunächst ein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar, selbst wenn es sich um ein seriöses Angebot handelt." Denn:  "Praktisch jede Software enthält Sicherheitslücken", so das BSI weiter.

Wer ohnehin keine Apps mit Twitter verbunden hat, kann die Sicherheit seines Kontos durch das  Aktivieren der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung, die bei dem Kurznachrichtendienst als Anmeldebestätigung bezeichnet wird, signifikant erhöhen. Dabei wird zusätzlich zu Benutzername und Passwort ein Sicherheitscode abgefragt. Dieser wird bei jedem Anmeldeversuch per SMS aufs Smartphone geschickt. (afp/dpa/tab)

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