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Jenny Gröllmann

Zweifel an Stasi-Tätigkeit der Schauspielerin

Im jahrelangen Rechtsstreit, ob die inzwischen gestorbene Schauspielerin Jenny Gröllmann als IM (Inoffizieller Mitarbeiter) der DDR-Staatssicherheit bezeichnet werden darf, gibt es Unstimmigkeiten.

Berlin (dpa) - Im jahrelangen Rechtsstreit, ob die inzwischen gestorbene Schauspielerin Jenny Gröllmann als IM (Inoffizieller Mitarbeiter) der DDR-Staatssicherheit bezeichnet werden darf, hat das Berliner Kammergericht Zweifel an der Stasi-Akte über die Künstlerin geäußert. Es gebe in dem umfangreichen Bericht keine Verpflichtungserklärung und auch kein anderes von ihr selbst unterzeichnetes Schriftstück, sagte Richter Stefan Neuhaus am Donnerstag.

Zudem habe Gröllmann bei mehreren aufgeführten Treffen mit einem Stasi-Major nachweislich auf der Bühne des Berliner Maxim-Gorki-Theaters gestanden. "Wir haben nicht die Absicht, alle weißzuwaschen, aber in dem Fall können wir die Zweifel nicht überwinden." Gröllmann starb 2006 anKrebs. Die Ostdeutsche war nach der Wende einem breiteren Publikum in der TV-Serie "Liebling Kreuzberg" bekannt geworden.

Ihr zweiter Ehemann, der inzwischen ebenfalls an Krebs gestorbene Schauspieler Ulrich Mühe ("Das Leben der Anderen"), hatte 2006 im Nachrichtenmagazin "Focus" Stasi-Vorwürfe gegen seine Ex-Frau erhoben. Diese setzte sich zur Wehr, die Weiterverbreitung des Interviews wurde per Gerichtsentscheid untersagt. Dagegen zog das Magazin vor das Kammergericht. Gröllmann wird durch ihren dritten und letzten Ehemann vertreten.

Laut Gauck-Behörde hat Gröllmann für die Stasi gearbeitet

Eine Entscheidung könnte möglicherweise noch am Donnerstag bekanntgegeben werden. Richter Neuhaus sagte, die Wahrheit werde sich in diesem Falle wohl nicht ganz klären lassen. Nach einem Gutachten der Stasi-Unterlagenbehörde für das Gericht heißt es jedoch, nach Aktenlage habe Gröllmann über Jahre "willentlich und wissentlich" mit der Stasi zusammengearbeitet.

Gröllmann hatte vor ihrem Tod in einer eidesstattlichen Erklärung versichert, zu keiner Zeit wissentlich für die Stasi gearbeitet zu haben.Das Gericht betonte, eine entsprechende "Verdachtsberichterstattung" in den Medien sei zwar möglich, jedoch müssten dann auch Argumente zu Gunsten des Verdächtigten aufgeführt werden.

"Focus"-Anwalt Marcus Herrmann sagte, wenn das Gericht seine Klage abweise und eine Revision zugelassen werde, müsse sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen. "Da stecken noch so viele Rechtsfragen drin, zum Beispiel wie Stasi-Akten verwertet werden dürfen."

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