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Seltenheitswert: Michael Gwisdek und sein Sohn Robert auf einem Foto.

Nominierungen Deutscher Filmpreis

Zwei Gwisdeks haben Chancen auf die Lola

Die Nominierungen zum Deutschen Filmpreis sind bekanntgegeben worden. In der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ konkurrieren in diesem Jahr Vater und Sohn um die Lola.

Von Andreas Kurtz

Als Präsidentin der Deutschen Filmakademie muss Iris Berben den Anschein der Überparteilichkeit wahren. Daher merkte man sofort, dass sie sich am Freitag in der Astor Film Lounge direkt nach der Bekanntgabe der Nominierten für die diesjährigen Deutschen Filmpreise ertappt fühlte.

Als nämlich der Moderator sie darauf ansprach, dass man ihr doch bei der Nennung des Namens von Birgit Minichmayr besondere Freude angesehen hätte. Iris Berben behauptete reflexartig, dass sie sich für alle Nominierten freue. Allenfalls einen „innerlichen Hüpfer“ würde sie sich gelegentlich gestatten.

Mustergültige Verlierer

Obwohl die Filmakademie ihre Mitglieder zur Bekanntgabe eingeladen hatte, waren nur Michael Schöbel, der Produzent der hochgelobten Skateboarder-Doku „This Ain’t California“, und Schauspieler Sabin Tambrea gekommen. Schöbel sah man seine Enttäuschung an, dass er für seinen Debütfilm als Produzent keine Nominierung erhalten hatte.

Er erwies sich als mustergültiger Verlierer und lobte die Konkurrenten: „Da sind hervorragende Filme nominiert worden.“ Schöbel will weiter Filme machen. „Der nächste wird ein Dokumentarfilm, der in der Zukunft spielt, um wirklich alle richtig zu verwirren.“

Sabin Tambrea, umjubelter jugendlicher Held auf der Bühne des Berliner Ensembles, schien hin und her gerissen zu sein. Einerseits freute er sich natürlich über seine Nominierung in der Königskategorie „Bester Hauptdarsteller“, andererseits ließ ihn nicht unberührt, dass es für diesen Film sonst keine Nominierungen gab. Er widmete seine spontan den Kollegen: „Die ist für das ganze Team.“

In der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ deutet sich ein kleines Familiendrama an. Neben Ernst Stötzner sind da nämlich mit Michael Gwisdek („Oh Boy“) und Robert Gwisdek („Das Wochenende“) Vater und Sohn nominiert. Anruf bei Michael Gwisdek: „War heute die Bekanntgabe? Mist, da hätte ich hinfahren sollen!“

Er ist sich sofort der Dimension dieser Vater-Sohn-Nominierung bewusst: „Das hat es noch nie gegeben.“ Angenehme Nebenwirkung: „Robert wollte bisher keine Fotos mit mir machen, weil er als eigenständige Persönlichkeit angesehen werden will. Diese Blockade wird er jetzt aufgeben.“

Mit seinen 71 Jahren, Michael Gwisdek rechnet da geschickt, stehen seine Chancen auf die Lola in dieser Konstellation zwei zu eins: „Da das meine letzten Zuckungen sind, wird Robert mir seine überlassen müssen, wenn er sie gewinnt, sonst frisst ihn sein schlechtes Gewissen auf.“

Nachdem die künstlerische Leitung der Filmpreisverleihung in den Vorjahren bei Produzent Benjamin Herrmann und Oscar-Preisträger Florian Gallenberger gelegen hatte, übernahm für die Gala am 26. April 2013 Fred Kogel. Der war mal Produzent von „Wetten, dass..?“ und seine Firma produziert nach wie vor die Harald-Schmidt-Show.

Kogel will die technischen Möglichkeiten des Friedrichstadtpalastes, in dem die Lolas verliehen werden, umfassend nutzen. Da freuen wir uns doch schon mal auf eine schöne Einlage des dortigen Wasserballetts!

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