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„Zum Glück zurück“: Anne (Diana Amft) und Nils (Maximilian Grill) stehen Arm in Arm. Beide haben ein gefülltes Sektglas in der Hand. Nils trägt einen Wollpullover, Anne eine Bluse mit einer warmen Strickjacke darüber. Im Hintergrund sind Büsche und Nadelbäume zu sehen.
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Lehrerin Anne Sandmeier (Diana Amft) und ihr Mann Nils (Maximilian Grill) wollten eigentlich für ein Wochenende gemeinsam nach Paris - ohne die Kinder, aber daraus wird angesichts der Verkündigung der Großeltern, das Elternhaus zu verkaufen und auf Reisen gehen zu wollen, nichts.

TV-Kritik

„Zum Glück zurück“ (ZDF): Gequälter Humor, zähe Dramaturgie, schwach ausgemalte Charaktere

  • Harald Keller
    VonHarald Keller
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Das ZDF enttäuscht mit dem Versuch einer zeitgemäßen Generationenkomödie.

In der Retro-Boutique schallt ohrenbetäubend Jimi Hendrix aus den Boxen. Hier gibt es eine Häkelweste, die vielleicht von Janis Joplin getragen wurde, und Dennis Hoppers „Original-Fransenjacke“ aus dem Kultfilm „Easy Rider“. Drei Größen stehen zur Wahl, was Kurt Merlinger (Michael Brandner) denn doch zu einer süffisanten Bemerkung reizt.

Seine Gattin Luise (Michaela May) aber ist nicht zu bremsen. Sie erwirbt ein Folklorekleid und die Janis-Joplin-Erinnerungs-Häkelweste noch dazu, Kurt kauft die Fransenjacke nebst Hut. So verkleidet marschieren sie hinaus in den Sonnenschein und werden, als „lächerliche Althippies“, von der eigenen Tochter Anne (Diana Amft) nicht erkannt. Als nächstes wird ein VW-Campingbus angeschafft und der Plan gefasst, das Eigenheim zu verkaufen, um ungebunden auf Reisen zu gehen. Vielleicht in Portugal am Strand zu überwintern …

„Zum Glück zurück“ (ZDF): Zerrbilder und Nervenbündel

Der Drehbuchautor Marc Terjung verhandelt im ZDF-Film „Zum Glück zurück“ die Spätlebenskrise der beiden Endsechziger Luise und Kurt und verknüpft sie mit der Mittlebenskrise der Tochter Anne und ihres Gatten Nils (Maximilian Grill). Anne ist als Lehrerin und Mutter zweier Kinder rund um die Uhr eingespannt und stets auf Perfektion bedacht. Darüber hat die eheliche Intimität gelitten. Eine Parisreise soll’s richten, sofern Oma und Opa die Kinder hüten.

Aber die verfallen gerade in den Habitus der Hippies, die sie im wahren Leben nie waren, rauchen Joints im Park und lungern in Gesellschaft jugendlicher Leistungsverweigerer am Isarufer herum, die eine Gitarre in die Gegend halten und Phrasen faseln, dass man sich umgehend die Aufblendung der Filmmusik herbeiwünscht. Eingespielt werden Donovan, Canned Heat, AC/DC. Eben das, was Endsechziger heute so hören. Deutlich jüngeren Datums ist die Musik unter dem Vorspann, die Single „What a Day“ von der aus Manchester stammenden Soulsängerin Josephine Oniyama. Freunden dieser Sparte empfohlen.

Die pubertären Aufwallungen der 15-jährigen Tochter Mascha (Luisa Römer), das notorische Ungeschick des jüngeren Lenny (Fabian Ziems), das ihn, gedacht als Running Gag, immer wieder in die Notaufnahme führt, der penetrant mäkelnde Vater einer ihrer Schülerinnen bringen Anne in die Nähe des Nervenzusammenbruchs. Derweil erhält ihr Bruder Sebastian Merlinger (Marc Benjamin) von seinem Lebensgefährten einen Heiratsantrag, ist darüber aber gar nicht glücklich.

RolleDarsteller:in
Anne SandmeierDiana Amft
Luise MerlingerMichaela May
Nils SandmeierMaximilian Grill
Kurt MerlingerMichael Brandner
Sebastian MerlingerMarc Benjamin
Mascha SandmeierLuisa Römer
Lenny SandmeierFabian Ziems

 „Zum Glück zurück“ (ZDF): Diana Amft als schmollendes Nervenwrack

So werden die Konflikte zwischen Lebenswünschen und Lebenszwängen auf mehreren Ebenen durchdekliniert. Ein verheißungsvoller Ansatz, aber in der Ausführung verblüffend flach. Das beabsichtigte Spiel mit dem Klischee, zum Beispiel der Bohemien, der großmäulig den Kapitalismus kritisiert und gleichzeitig dessen Vorzüge genießt, missglückt und mündet am Ende wieder im Zerrbild.

Die Motive der Figuren werden kaum ausgelotet, Handlungsumschwünge ereignen sich abrupt und erkennbar arrangiert statt schlüssig aus der Erfahrungswelt des Personals entwickelt. Prompt liefert das Schauspielensemble nur altbekannte Routinen ab, wobei man von Hauptdarstellerin Diana Amft ohnehin seit „Doctor’s Diary“ kaum anderes gewohnt ist als die Verkörperung des schmollenden Nervenwracks. Einzig die Kinderdarsteller Luisa Römer und Fabian Ziems füllen ihre Parts glaubhaft und natürlich aus.

Zur Sendung

„Zum Glück zurück“, Donnerstag, 1.4., 20:15 Uhr, ZDF

 „Zum Glück zurück“ (ZDF): Die Summe der Mängel enttäuscht

Die Summe der Mängel, der gequälte Humor, die zähe Dramaturgie, die schwach ausgemalten Charaktere, enttäuscht insbesondere angesichts des Umstands, dass sich der Autor Marc Terjung mit TV-Produktionen wie „Edel & Starck“, „Die Anwälte“ und „Danni Lowinski“ einen guten Namen gemacht und bewiesen hat, dass in Deutschland auch ohne Zutun von Streaming-Diensten gute Serienerzählungen hergestellt werden. (Harald Keller)

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