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Welches Geheimnis verbirgt Pauline Frey (Jeanette Hain) im ZDF-Zweiteiler „Waldgericht“?  Der Schwarzwaldkrimi spielt mit mystifizierter Waldstimmung und wechselt zwischen vielen Genres.
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Welches Geheimnis verbirgt Pauline Frey (Jeanette Hain) im ZDF-Zweiteiler „Waldgericht“?

ZDF-Zweiteiler

ZDF: Zweiteiler „Waldgericht“ - Krimi und Märchen in einem

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Der ZDF-Schwarzwaldkrimi „Waldgericht“ changiert zwischen vielen Genres. Der Zweiteiler setzt auf Sommerwetter und mystifizierte Waldstimmung. Am Dienstag läuft der zweite Teil.

  • Der ZDF-Krimi „Waldgericht“ setzt auf Sommerwetter und mystifizierte Waldstimmung.
  • Das Böse ist eindeutig: Schlechte Chefs, Kapitalisten und Aasgeier.
  • Der zweite ZDF-Schwarzwaldkrimi ist im TV und in der Mediathek zu sehen.

Es kann auch ein Akt der Vernunft sein einzusehen, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt. Der Schwarzwald als ZDF-Tatort dokumentiert es ausgiebig. Das Gelände scheint unterwühlt von Erdgeistern, die man nicht sieht, die aber uns sehen – beziehungsweise die Unglücksraben und Glückspilze, die sich im Wald verirren. Zugleich entwickelt sich überirdisch beziehungsweise auf dem Boden der Tatsachen eine krude, aber ganz menschgemachte Krimihandlung.

ZDF-Schwarzwaldkrimi „Waldgericht“ setzt auf Sommerwetter und Waldstimmung

Diese Koexistenz der Sphären, die vom Personal letztlich hingenommen wird, ist das Schönste an „Waldgericht“, dem zweiten ZDF-Schwarzwaldkrimi nach „Und tot bist du“ aus dem vergangenen Frühjahr. Wieder eine Doppelfolge, so dass Anna Tebbe (das Autorinnenpseudonym der Produzentin Annette Reeker) und Regisseur Marcus O. Rosenmüller das Gewusel den Erdgeistern überlassen und sich ihrerseits geruhsam heranpirschen können.

Sie setzen dabei auf die durch schamloses Sommerwetter angereicherte, durch die Musik (Dominik Giesriegl) dann wieder etwas über Gebühr strapazierte und mystifizierte Waldesstimmung. Und sie haben viel Zeit für Rückblenden, die zwar ein bisschen um sich selbst kreiseln, aber das Publikum auch bei der Stange halten. Während das adrette Team der Polizei, Max von Thun, Jessica Schwarz und am Schreibtisch Nadja Bobyleva als reizende Assistentin, emsig nach der greifbaren Wahrheit sucht. Und das Böse von eindeutig böser Art ist. Die Eindeutigkeit ergibt sich zum Teil sofort – manchmal auch witzig, wenn sich zeigt, dass das ein gefährlicher Krimi für schlechte Chefs ist, für Schikanierer, Kapitalisten, Aasgeier und ihre Freunde –, zum Teil erst im Laufe der Geschichte. Man muss sich mit einem gewissen Zutrauen in übergeordnete Zusammenhänge darauf einlassen oder sich etwas anderes vornehmen.

„Waldgericht“ im ZDF: Krimi, Märchen, Mumpitz

Jeanette Hain kommt als allgegenwärtige Waldfrau erst spät ernsthaft ins Bild, aber die mysteriöse Seite des Geschehens vertritt sie schon zuvor mit klassischem Ums-Feuer-Tanzen bei einem im Schwarzwald offenbar sehr beharrlichen Vollmond. Es gibt Zauberspiegel, ein Aufkommen an schwarzen Tieren und allerlei merkwürdige Regularien. Wie das aber beispielsweise mit den üblen Zeltlagererfahrungen des Polizistensohns verknüpft wird, ist auch wieder angenehm reell.

Mit Robert Schupp als Gerichtsmediziner kommt zudem eine glaubwürdige Dialektnote und eine etwas originellere Figur ins Spiel, als Schwarz und von Thun es sein dürfen, obwohl Autorin Tebbe Schwarz eine spektakuläre Herkunft ins Drehbuch geschrieben hat. Der Widerstreit zwischen dem Geordneten eines anständigen Fernsehkrimis, dem anders Geordneten eines Märchenfilms und der wilden, unklaren Natur dort draußen / dort unten wird entspannt und entspannend ausgebreitet. Mumpitz, aber überlegter Mumpitz.

„Waldgericht“, ZDF, Teil 1, Montag (04.01.2021) ,20.15 Uhr, Teil 2 am Dienstag (05.01.2021), ebenfalls 20.15 Uhr. Komplett bereits in der Mediathek. (Judith von Sternburg)

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