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„Friesland: Artenvielfalt“ (ZDF): Was kann der Schmunzelkrimi?

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Von: Harald Keller

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Seit zehn Jahren läuft die beliebte „Friesland“-Reihe im ZDF. In der neuen Ausgabe „Artenvielfalt“ gibt es ein paar Neuheiten.

Frankfurt – Der ZDF-Samstagskrimi „Friesland“ zeigt einmal mehr ein weitgehend entvölkertes Leer. Das Personal reicht jedoch für ein Mordopfer und eine Handvoll Verdächtige.

Der Bestattungsunternehmer und Hanfzüchter (Holger Stockhaus) ist mal wieder in Schwierigkeiten. Er hat bei dem schlitzohrigen Yunus Özlügül (Yunus Cumartpay) eine Ladung Särge bestellt. Ein sehr günstiges Sonderangebot. Aber jetzt steckt die Lieferung beim Zoll fest. Die Erdmöbel wurden aus dem Holz geschützter Arten gezimmert und darum beschlagnahmt. Habedanks Lager ist leer, und ausgerechnet jetzt gibt es einmal mehr einen Todesfall im idyllischen Leer, der unschwer als Verbrechen zu identifizieren ist.

Linda Behrend (Olga von Luckwald) sucht im Rapsfeld nach entscheidenden Hinweisen auf den Mörder ihrer Freundin Carolin Wörner, als sie plötzlich jemanden im hohen Raps entdeckt.
Im ZDF-Krimi „Friesland: Artenvielfalt“ spielt die Natur eine bedeutende Rolle. © Willi Weber/zdf

„Friesland: Artenvielfalt“ im ZDF: Tod inmitten blühender Rapspflanzen

Bei solchen Begebenheiten rücken im ZDF-Krimi Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) aus, der Dienststellenleiter Jan Brockhorst (Felix Vörtler) kommt wie immer mit Verspätung an den Ereignisort und Apothekerin Insa Scherzinger (Theresa Underberg) wird unruhig, mischt sie sich doch mit beinahe pathologischer Hartnäckigkeit und entwaffnendem Charme in die Arbeit der mehr oder minder zuständigen Polizisten ein, was deren Ermittlungen aber nicht selten zugutekommt.

Dieses Mal aber steckt sie fest. Die Gastronomin Linda Behrend (Olga von Luckwald) bittet sie um Hilfe bei der Bewirtung, denn ihre Geschäftspartnerin Carolin Wörner (Monika Wegener) hat sich kurzerhand aus dem Staub gemacht. Eine ganz schlechte Idee, wie sich zeigt – Carolin Wörner stirbt inmitten blühender Rapspflanzen.

Eigentlich hatte Scherzinger die Freunde unter einem Vorwand zu einem Vortrag des Naturschützers Erik Thomsen (Mike Hoffmann) gelotst. Der hofft auf Verbündete im Kampf gegen den Landwirtschaftsverband unter der Vorsitzenden Ulrike Willert (Katja Studt), der das Mähverbot abschaffen möchte. Eingeführt wurde es, um junge Wildtiere und Bodenbrüter vor der Zerstückelung zu bewahren. Die hier nicht persönlich in Erscheinung tretende Landrätin soll demnächst entscheiden.

Besetzung vom ZDF-Krimi Friesland: ArtenvielfaltRolle
Maxim MehmetHenk Cassens, Polizist
Sophie DalSüher Özglügül
Felix VörtlerJan Brockhurst, Kriminalhauptkommissar
Holger StockhausWolfgang Habedank, Bestatter
Theresa UnderbergInsa Scherzinger, Apothekerin
Veronique CoubardKim Erveling, Informatikerin

ZDF-Krimi „Friesland“: „Artenvielfalt“ bringt neues Gesicht ins Spiel

Auch der Kreis der wiederkehrenden Figuren ist gespalten. Scherzinger steht auf Seiten des Artenschutzes, Habedank hält dagegen. Man wird sie trotzdem noch Seite an Seite durch die Natur stolpern sehen. Die Sticheleien zwischen Scherzinger und ihrer Angestellten Melanie Harms (Tina Pfurr) dagegen bleiben uns erhalten. Eine Erzählung ohne jegliche Reibung wäre ja auch eintönig.

Naturschützer gegen Agrarier, klimaneutrale Bestattungen, Dienstfahrrad statt Dienstwagen, Fair-Trade-Kaffee in der Dienststelle – das Thema des Films „Artenvielfalt“ aus der Reihe „Friesland“ wird auf mehreren Ebenen und darum mehr als überdeutlich verhandelt. Mit der pfiffigen Informatikerin Kim Erveling (Veronique Coubard), die ein kleines Geheimnis birgt, kommt eine neue Frau ins Spiel, die das Interesse mehrerer Herren weckt und das Stammensemble wohl künftig erweitern wird.

Friesland: Artenvielfalt

Samstag, 21.1.2023, 20.15 Uhr im ZDF, und in der ZDF-Mediathek.

„Artenvielfalt“: Im ZDF-Krimi „Friesland“ ist es erstaunlich menschenleer

Ein neues Gesicht tut der Krimi-Reihe im ZDF durchaus gut, denn der Schauplatz Leer ist in diesen Filmen erstaunlich menschenleer. Bei der Komparserie wird merklich gespart, auch die Besatzung der Polizeidienststelle war schon einmal größer. Nur wenn Özlügül und Cassens, die übrigens nach fast zehn Jahren als Polizeimeisterin und Polizeimeister mal eine Beförderung verdient hätten, partout Verstärkung benötigen, werden wie aus dem Nichts ein paar Kollegen herbeigezaubert.

„Friesland“ ist halt ein „Schmunzelkrimi“, in dem die Realität nur stören würde, und wie die Schwesterserie „Wilsberg“ sehr erfolgreich. Auch in dieser Ausgabe gibt es wieder einen Verweis auf Wilsberg. Es gehört zum Vergnügen der Fans der ZDF-Reihe, nach diesen „Ostereiern“ Ausschau zu halten. Hoffentlich stören sie sich nicht daran, dass sich Regisseurin Kerstin Ahlrichs am Schluss einen großen Schritt in die Moderne erlaubt. Titelmelodie der Reihe ist David Bowies fünfzig Jahre alter Glam-Rock-Klassiker „Suffragette City“, zum Abspann gibt es, auf die durchtriebene IT-Expertin Kim Erveling anspielend, „Who’s That Girl?“ von der Rapperin und Schauspielerin Eve. Schon 2001 veröffentlicht, aber im Rahmen von „Friesland“ doch ein eher ungewohntes Klangbild. (Harald Keller)

Aktuelle Themen sind keine Seltenheit in der Krimireihe. In der „Friesland“-Episode „Unter der Oberfläche“ im ZDF hielt vor Kurzem das digitale Verbrechen Einzug.

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