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„Böhmi brutzelt“: Igor Levit und Jan Böhmermann stehen gemeinsam hinterm Herd und kochen.
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„Böhmi brutzelt“: Igor Levit und Jan Böhmermann stehen gemeinsam hinterm Herd und kochen.

Sehnsuchtsort Kochshow

Böhmermanns Kochshow wird zum Sehnsuchtsort: „Böhmi brutzelt“

  • VonDavid Segler
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Am Samstag endet die sechsteilige Kochshow „Böhmi brutzelt“ mit Jan Böhmermann, Igor Levit ist zu Gast. Die Folge wirft erneut die Frage auf: Wozu eigentlich Kochshows?

Wieso gibt es Kochsendungen im deutschen Fernsehen? Weil sie beliebt sind. Aber warum bloß? Jan Böhmermann beantwortet die Frage, warum auch er jetzt eine Kochshow macht, im Vorspann zu seiner sechsteiligen ZDF-Reihe „Böhmi brutzelt“ ironisch selbst entlarvend: Jeder hat eine Kochshow, warum also nicht auch ich? Aber Unterschiede zu Vorbildern sind all zu gering.

Einflüsse vom Primus der deutschen Kochsendungen – dem kürzlich verstorbenen Alfred Biolek mit „Alfredissimo“ – aber auch von „Lanz kocht“ sind deutlich zu erkennen. Gekocht wird mit auffällig viel Fleisch (im Jahr 2021...). Und natürlich auch geredet. Über Erfahrungen in der Küche, über persönliche Werdegänge, manchmal sogar über Gesellschaftspolitik.

Letzte Folge von „Böhmi brutzelt“ mit Jan Böhmermann: Zu Gast ist Igor Levit

In der letzten der sechs Episoden - die als Brücke zur neuen Staffel von ZDF Magazin Royale angesehen werden können (am 03.09. geht es damit weiter) steht Pianist Igor Levit neben dem Gastgeber am Herd. Böhmermann hatte Levit auch schon beim ZDF Magazin Royale zu Gast, zuletzt im April zusammen mit dem Sänger Danger Dan, dessen Lied „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ Levit am Klavier begleitete.

Zur Sendung

Böhmi brutzelt auf ZDF Neo, Samstag (28.08.) um 19.45 Uhr

Levit kocht Zackenbarsch mit wildem Brokkoli, weil ihm sein „Sehnsuchtsort Neapel“ fehle, Böhmermann kocht eine 5-Komponenten Ramen, weil er sich laut Selbstaussage in seinem Podcast „Fest&Flauschig“ vor allem im Jahr der Pandemie zu einem Ramenexperten geschult habe – Liebhaber der japanischen Nudelsuppe ist er schon lange. Also unterhalten sich die beiden am Herd. Ein bisschen über Levits Biografie, ein bisschen über den „hässlichen“ Fisch Rotbarsch (Meinung Böhmermann) ein bisschen darüber, ob Levit seine Finger versichert hat, wenn er als Pianist mit scharfen Küchenmessern umgeht.

Jan Böhmermann in „Böhmi brutzelt“: Mischung aus Kochshow und Talkshow

Erkennbar wird dabei die Antwort auf die Anfangsfrage leider nicht: Wozu diese Kochshow? Zum Nachkochen regt sie nicht an (obwohl man auf der Internetseite alle Rezepte herunterladen kann). Man könnte versuchen mitzukochen, denn man muss sich nicht sonderlich konzentrieren, um den angerissenen Themen zu folgen, doch dazu geht alles viel zu schnell, wie in jeder Kochshow fällt natürlich auch hier der Satz „Ich hab da schonmal was vorbereitet“. Als Talkshow aber gehen die Gespräche viel zu wenig in die Tiefe.

Und doch: Irgendwie schaut man auch gerne zu, es tut nicht weh, es ist nicht zu komplex, es passiert etwas. Vielleicht liegt darin auch das Geheimnis des Erfolgs der Brutzeleien. Zwischen Unmengen an Trash-TV, Unterhaltungsshows und reaktionär geführten Talkrunden (Plasberg lässt grüßen) ist dieses Format auch eine Art Sehnsuchtsort im deutschen Fernsehen. Man sieht Promis plaudern und bekommt im besten Fall Neuigkeiten aus deren Privatleben – und am Ende ein bisschen Appetit. Vielleicht liegt darin die Antwort auf die Frage, wieso dieses merkwürdige TV-Konzept solchen Erfolg hat. (David Segler)

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