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Nordlicht Polarlicht Polarkreis Nordpol Arktis
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Nordlicht am Polarkreis: Das ZDF zeigt eine Dokumentation über eine von Tourismus und Industrie gebeutelte Region.

Das ewige Eis schmilzt

ZDF (heute): Dokumentation über Polarkreis zeigt, wie Lebensgrundlage wegschmilzt

  • vonHans-Jürgen Linke
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Am dunklen Himmel schlängeln sich in schillernden Farben die Nordlichter - ein Tourismus-Magnet. Eine ZDF-Doku (heute) zeigt, welche Probleme am Nordpol entstehen.

  • Die Arktis mit ihren Nordlichtern zieht viele Tourist:innen an.
  • Tourismus und Industrie tun der Region am Nordpol aber nicht gut - das Eis schmilzt.
  • Eine ZDF-Dokumentation heute (23.12.2020) zeigt in zwei Teilen, wie es um die Region steht.

Besuchen Sie die Arktis, bevor sie sich verflüssigt hat! Eine lange Schlange von Luxuskreuzfahrt-Schiffen ist unterwegs – drinnen kitschiger Prunk, banale Zerstreuungsangebote und gute Mahlzeiten, draußen die dahin schmelzende Eiswelt – und leistet mit maximal umweltschädlichem Schweröl Beiträge zur Zerstörung dieses empfindlichen Biotops. Ach ja, einige von ihnen fahren tatsächlich immer auch mal ein paar Seemeilen mit Flüssiggas, Hut ab!

Die zweiteilige Nordlichter-Dokumentation des ZDF fasst den Polarkreis als echten Kreis um das obere Ende des Planeten auf und folgt ihm einmal rundherum. Das ist zwar schon einige Monate her, aber von ungebrochener Aktualität. Dass zurzeit bekanntlich nicht ganz so viele Schiffe unterwegs sind wie vor Jahresfrist, gewährt der Umwelt immerhin eine kurze Atempause. 

Heute im ZDF: Dokumentation über Nordlichter will auf Blick Probleme lenken

Andere tun das nicht. Die Suche nach und die Ausbeutung von Rohstoffen in der Arktis beschleunigt sich sogar, weil der tauende Permafrost die Sache zunehmend einfacher macht. Eingeborene – zum Beispiel Tschuktschen im Osten, Inuit weiter westlich – und ihre traditionellen Lebensweisen werden zurückgedrängt. Dass sie Narwale, Robben, Elche und Eisbären schießen, sieht blutig aus und kommt gelernten Tierschützern wie Naturfrevel vor, ist aber in dieser Hinsicht lächerlich geringfügig im Vergleich zu Tourismus und Industrie

Wir sehen schon: Die ZDF-Reportage will nicht exotische Landschaften zu pathetischer Musik vorführen, sondern mit den Problemen einer Region bekannt machen, in der sich die Zerstörungen des Planeten etwas drastischer zeigen als anderswo. 

Russland scheint dabei eine besondere Rolle zu spielen. Die nach wie vor nicht sonderlich hoch entwickelte industrielle Wirtschaft des Landes erzeugt einen immensen Hunger auf exportierbare Rohstoffe – obwohl: Bedeutend ist der Unterschied nicht. Wenn es Tiere zu erschießen und zu Konserven zu verarbeiten gibt, wenn Öl oder Gas oder Metalle gefunden werden, dann sind auch die US-Amerikaner in Alaska und die Kanadier und Norweger sehr schnell dabei, breite Straßen, rücksichtslose Förderanlagen und Häfen zu bauen.

Heute: ZDF zeigt Dokumentation über Nordlichter - eiszeitliche Bedingungen nicht zu erhalten

Bei den Russen im nördlichen Sibirien sehen diese Dinge in der ZDF-Doku nur noch brutaler und dreckiger aus und bilden einen harschen Kontrast zu dem, was zu sehen ist, wenn es dann mit Sechsrad-Antrieb im Monster-Jeep durchs weite Weiße geht. Nebenbei erfährt man, was für Verheerungen von den tauenden Permafrostböden für das globale Klima ausgehen. 

Nur wenige Initiativen wenden sich laut der ZDF-Doku gegen die ausweglosen Zerstörungswerke. Da gibt es einen Versuch, mit ein paar Tricks eiszeitliche Bedingungen in der Natur zu erhalten – man wird sehen. Da gibt es immerhin kritische Stimmen gegen die immer weiträumigere Erschließung von Ölfeldern – aber auch Trump-Anhänger, die die Umweltauflagen der Obama-Zeit für einen schlimmen Irrweg halten. 

Unbeirrt leuchtet mystisch über allem das Nordlicht. Und morgen kommt der Weihnachtsmann mit seinem Rentier-Schlitten, oder? (Hans-Jürgen Linke)

„Nordlichter – Leben am Polarkreis“ - ZDF, 23. Dezember 2020, ab 23.45 Uhr oder in der ZDF-Mediathek.

Teil 1: Von Spitzbergen bist Ostsibirien - 23.45 Uhr - 00.30 Uhr

Teil 2: Von Ostgrönland nach Alaska - 00.45 Uhr - 01.30 Uhr

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