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Schauspielerin Friederike Becht als Eva. Zu sehen ist eine Frau, die ein Baby im Arm hält, im Hintergrund das Meer.
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Schauspielerin Friederike Becht als Eva.

TV-Kritik

„Plötzlich so still“ (ZDF): Albtraum-Thema aller Eltern

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Der TV-Film „Plötzlich so still“ im ZDF erzählt vom plötzlichen Tod eines Säuglings, schöpft aber die eigenen Möglichkeiten nicht aus.

  • Das ZDF zeigt am 8.3. das Krimidrama „Plötzlich so still“ des Regisseurs Lars-Gunnar Lotz.
  • Eltern verlieren kurz nach der Geburt ihr Kind – Die Mutter begeht in ihrer Verzweiflung eine schwerwiegende Tat.
  • Das Thema „Plötzlicher Kindstod“ des ZDF-Films stellt die Medizin vor Rätsel.

Mainz – Der ZDF-FilmPlötzlich so still“ erzählt von einem der zahlreichen Albträume aller Eltern, und Friederike Becht gibt diesem Alptraum das Gesicht der absoluten Verzweiflung. Die friedfertige Eva hat soeben eine Tochter auf die Welt gebracht, ihr erstes Kind. Dass ihr Mann Ludger, Hanno Koffler, direkt im Anschluss trotzdem auf einen lange ersehnten Zehn-Wochen-Lehrgang in die USA geht, ist ein Problem, aber ein lösbares. Eva gibt sich große Mühe.

Dann liegt Sarah, so heißt die Tochter, eines Morgens tot in Kinderbettchen. Eva wundert sich noch, dass sie diesmal ausschlafen konnte. Sie weiß offenbar, wie man wiederbelebt, aber sie weiß auch, wie ein toter Mensch aussieht. Sie versucht, Ludger zu erreichen, der aber in einer Kneipe sein eigenes Wort nicht versteht. Warum sie nicht trotzdem einen Krankenwagen ruft, bleibt offen. Es würde auch nicht ins von Lars-Gunnar Lotz inszenierte Drehbuch von Matthias Wehner passen. Denn dafür muss Eva genau in diesen Stunden ihres Lebens entsetzlich alleine sein und bleiben.

ZDF-Film über plötzlichen Kindstod – Rätsel für die Medizin

Schon streift sie durchs vorweihnachtlich verregnete Hamburg. Und jetzt will es der Zufall, dass ein anderes Baby kurz allein im Auto bleibt (die Mutter braucht Wechselgeld für den verdammten Parkhausautomaten). Eva nimmt das Kind nur in den Arm, weil es so schreit. Dann nimmt sie es mit nach Hause. Dann legt sie den Leichnam von Sarah in einen Pappkarton im Abstellraum. Dann kommt Ludger zurück und staunt bloß, dass Sarah so groß geworden ist.

Rolle im ZDF-FilmDarsteller:innen
Eva AmbachFriederike Becht
Ludger AmbachHanno Koffler
Stefanie WolpertNadja Bobyleva
Ariane StödterKatharina Behrens
CharlotteMorgane Ferru
RahelIdil Üner
PeerChristian Beermann

Der Plötzliche Kindstod gibt der Medizin Rätsel auf, die am Ende auch angesprochen werden. Zuvor bedient „Plötzlich so still“ freilich trotzdem wie von ungefähr die (total irrige!) Urangst, dass es doch einen Zusammenhang zu Überforderungssituationen geben könnte. Überhaupt ist der Gesamteindruck zwiespältig. Auf der einen Seite beglaubigt Becht den Schrecken der Situation durch ihr rasend konzentriertes Spiel, sie lässt wirklich einen Menschen sehen, der unter Schock in eine Traumwelt abdriftet. Sie ist natürlich nicht niet- und nagelfest. Den Zustand zwischen Verdrängung und einem höchst aufmerksamen Aufrechterhalten des Betrugs dokumentiert Becht lebhaft und fesselnd.

Zur Sendung

Plötzlich so still“, Montag, 8.3.2021, 20.15 Uhr im ZDF oder in der ZDF-Mediathek.

RegieLars-Gunnar Lotz
AutorMatthias Wehner
KameraEva Katharina Bühler
SchnittAnton Korndörfer
MusikMatthias Weber

Vermisstes Kind: Krimihafte Entwicklung im ZDF-Film „Plötzlich so still“

Auf der anderen Seite entwickelt sich die Handlung routinierter krimihaft, als die Sache und Bechts Schauspielkunst es verdienen. Ludger, der bei der Kripo arbeitet, ist nun ausgerechnet mit dem Fall des verschwundenen Kindes befasst. Die Mutter, Nadja Bobyleva, hält die Ermittlungen zunächst auf, weil sie ihrerseits lügt, wie die Frauen in „Plötzlich so still“ ohnehin wenig hilfreich sind (auch Evas Mutter, die lieber auf den Kanaren bleibt, und Evas Freundin, die vor lauter Verliebtheit die Babysitting-Termine verabsäumt). Das würde nicht auffallen, wäre nicht Ludger – der unter dem allen sehr, sehr leidet – seinerseits so sensibel, dass er immer alles merkt. Fast alles.

Insofern bleibt am Ende die Frage, ob es nicht doch klüger gewesen wäre, das Foto des vermissten Babies sorgfältig zu betrachten, als davon auszugehen, dass sie ohnehin alle gleich aussehen. (Judith von Sternburg)

Ebenfalls im ZDF erschienen und der ZDF-Mediathek verfügbar: In der neuen Episode „Haifischbecken“ der ZDF-Krimireihe „Friesland“ buhlt Leer um die IT-Branche und erntet einen toten Investor. 

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