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Die Arbeit als Jury-Präsident ist für Wong Kar Wai nicht neu. Bei den Filmfestspielen in Cannes hatte er 2006 das gleiche Amt inne.
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Die Arbeit als Jury-Präsident ist für Wong Kar Wai nicht neu. Bei den Filmfestspielen in Cannes hatte er 2006 das gleiche Amt inne.

Berlinale-Jury

Wong Kar Wai: Kultfilmer und Jury-Präsident

Die Sonnenbrille ist sein Markenzeichen. Dennoch wird dem chinesischen Kultregisseur Wong Kar Wai ein klarer Blick zugetraut wie nur wenigen. Bei der Berlinale steht er der Bären-Jury vor.

Von Nada Weigelt, dpa

Die Sonnenbrille ist sein Markenzeichen. Dennoch wird dem chinesischen Kultregisseur Wong Kar Wai ein klarer Blick zugetraut wie nur wenigen. Bei der Berlinale steht er der Bären-Jury vor.

Mit seinen bildgewaltigen Filmepen gehört Wong Kar Wai zu den wichtigsten Stimmen des internationalen Kinos. In den kommenden zehn Tagen wird der chinesische Kultregisseur als Präsident der Berlinale-Jury über die Vergabe der begehrten Bären entscheiden. Zur Eröffnung des Festivals stellt er am Donnerstag seinen neuen Film „The Grandmaster“ vor - die bewegende Geschichte zweier Kung-Fu Meister am Vorabend der japanischen Invasion.

Poetische, tragische Liebesgeschichten sind die Spezialität des 54-Jährigen. Meist geht es um unerfüllte Sehnsüchte, wehmütige Erinnerungen, Schmerz und Tod - erzählt in einer außergewöhnlichen Bildsprache, mal im Zeitraffer, mal in der Zeitlupe. „Ich versuche immer, gegen die Vorhersehbarkeit zu arbeiten, gegen ein Label“, sagte er einmal im Interview.

Erfahrung als Jury-Präsident bringt Wong Kar Wai aus Cannes mit: 2006 wurde er dort als erster Chinese an die Spitze des Preiskomitees berufen. Und mit Berlin verbindet ihn eine lange Geschichte. 1991 stellte er, damals noch als Geheimtipp gehandelt, hier sein Liebesdrama „Days Of Being Wild“ vor. Nach seinem internationalen Durchbruch mit „Chungking Express“ kehrte er 1996 mit der Killerstory „Fallen Angels“ vielbeachtet auf die Berlinale zurück.

Flucht vor chinesischer Kulturrevolution

Kulisse seiner kunstvoll durchkomponierten Filme ist oft der hektische Moloch Hongkong. Hier ist Wong Kar Wai im berüchtigten Immigranten-Distrikt aufgewachsen, nachdem seine Eltern kurz vor der Kulturrevolution aus Schanghai geflüchtet waren. Während des Studiums beschäftigt er sich mit Grafik und Fotografie und profiliert sich nach einigen TV-Jobs zunächst als Drehbuchautor. 1988 erscheint sein erster Film „As Tears Go By“, eine an Martin Scorsese orientierte Dreiecksgeschichte im Gangstermilieu.

Seinen weltweit größten Erfolg feiert der Filmemacher im Jahr 2000 mit dem elegischen Liebesdrama „In The Mood For Love“, in dem zwei Nachbarn merken, dass ihre jeweiligen Partner ein Verhältnis miteinander haben. Nach zahlreichen Auszeichnungen folgt vier Jahre später als lose Fortsetzung das Meisterwerk „2046“ - der Titel erinnert an die Nummer des Hotelzimmers, in dem sich das Liebespaar einst traf.

Hollywood-Debüt „My Blueberry Nights“

Zu Hollywood hatte der Autorenfilmer - anders als etwa sein taiwanesischer Kollege Ang Lee - lange keine Beziehung: Er fürchtete, mit seiner spontanen Arbeitsweise dort nicht zurechtzukommen. Sein Hollywood-Debüt „My Blueberry Nights“ (2008), hochkarätig besetzt mit Jude Law, Natalie Portman und Sängerin Norah Jones, wurde gleichwohl eine poetische Liebeserklärung an die USA.

Mit seinem neuen Film „The Grandmaster“ ist Wong Kar Wai in die asiatische Heimat zurückgekehrt. Mit seinen vertrauten Schauspielstars Tony Leung und Zhang Ziyi erzählt er vor dem Hintergrund von Kriegswirren und Besatzung eine Geschichte um Herausforderung und Verrat, Ehre und Liebe. Es sei ein lange gehegter Wunsch gewesen, Wong für den Jury-Vorsitz zu gewinnen, verriet Berlinale-Chef Dieter Kosslick kürzlich. „Die Poetik seiner Filme hat uns alle begeistert.“

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