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Lena Odenthal gibt sich wenigstens Mühe.
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Lena Odenthal gibt sich wenigstens Mühe.

Tatort „Du gehörst mir“, ARD

Wenn es keinen Spaß macht

Lena Odenthal und Mario Kopper ermitteln wieder. Doch über dem dunklen, unfrohen Tatort aus Ludwigshafen liegt die Melancholie des möglichen Abschieds.

Die Melancholie eines möglichen Abschieds liegt über dem neuen Ludwigshafener SWR-Tatort. Es ist die Melancholie des: So geht es eigentlich nicht weiter. Wir können uns gegenseitig nicht mehr leiden. Die Arbeit macht dann auch keinen Spaß mehr.

Es ist dabei nun ein aparter, aber auch heikler Balanceakt, dass es sich auf der einen Seite um einen dramaturgischen Trick handelt, dass auf der anderen aber an alledem etwas dran ist. Das liegt nicht an den Ermittlern, es ist der Lauf der Dinge und das, wovor jeder übermäßig engagierte Berufstätige Angst hat. Dass die Angelegenheit doch dereinst an Frische verlieren wird.

Katalysator der dramaturgisch gewünschten Unbill ist bekanntlich seit mehreren Folgen die äußerst unglückselige neue Kollegin Stern (Lisa Bitter), die auch im Buch von Jürgen Werner todsicher das Falsche sagt. Solche Unsympathieträger sind in der Fernsehunterhaltung nicht die Regel. Frau Keller (Annalena Schmidt) versucht es, psychologisch bedacht, mit einem Vergleich aus dem Asterix-Band „Der Seher“, wo arger Streit durch scheinbar arglose Worte entsteht. Es hilft aber nichts, zumal Frau Stern viel zu jung ist, um „Der Seher“ geruhsam studiert zu haben.

Weniger bedacht ist Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), die in offene Messer läuft, wo sie sich darbieten. Keine Ahnung, warum sie sich das gefallen lässt. Ihr Kollege und Ex-Mitbewohner Kopper (Andreas Hoppe) ist abgelenkt, trinkt offenbar zu viel und kommt regelrecht herunter. Die beiden alternden Traditionsermittler und der provozierend gepflegte, alerte Nachwuchs: Mehr Projektionsfläche geht nicht, kein Mensch im Angestelltenverhältnis wird darauf gleichmütig reagieren.

Die dramaturgisch weniger gewünschte Unbill entsteht aus einer Geschichte, in der man nach einer Minute, nein, aber nach fünf Minuten weiß, wer es war. Und zwar nicht, weil es so logisch wäre, sondern weil es im TV-Krimi anscheinend nicht anders geht. Logisch ist es überhaupt nicht, im Gegenteil, und nicht umsonst werden die praktischen Seiten des Gesamtvorgangs am Ende eher flüchtig verhandelt. Jürgen Werner versucht es vorher noch mit ein paar Volten, aber aus der Routine, die dieser Konstellation zugrunde liegt, kommt er nicht heraus.

Regisseur Roland Suso Richter wiederum weiß für Atmosphäre zu sorgen, keine schöne aber. Ludwigshafen wird tüchtig als der Moloch in Szene gesetzt, der die Stadt vermutlich ist. Ungemütlich das Milieu: Ein Fitness-Studio-Kunde – der wie sein Kumpel offenbar auf der Welt nichts anderes zu tun hat, als etwas für seine Muskeln zu tun – wird ziemlich brutal ermordet. Am Tatort, einem deprimierenden Parkhaus, wurde vor nicht allzu langer Zeit eine junge Frau überfallen, vergewaltigt und zusammengeschlagen. Sie liegt jetzt im Koma, an ihrem Bett wacht die verzweifelte Mutter (Sandra Nedeleff). Es ist nicht zu schwierig, auf Rache zu kommen. Ein schauriger Rapper aus der „Mannheimer Musikszene“ war mit der jungen Frau befreundet. Die Darstellung des Milieus ist eine andere Projektionsfläche, aber ebenfalls eine, die Wirkung zeigen kann.

Fließen am Ende zu viele Tränen? Gewiss. Andererseits wird häufig beklagt, dass über die Angehörigen im Krimi zu rasch hinweggegangen wird. Das kann man „Du gehörst mir“ jedenfalls nicht vorwerfen.

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