International sind demnach nur 42 Prozent der zentralen Figuren von Serien weiblich, bei deutschen Produktionen sind es mit 35 Prozent noch weniger.
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International sind demnach nur 42 Prozent der zentralen Figuren von Serien weiblich, bei deutschen Produktionen sind es mit 35 Prozent noch weniger.

Gleichberechtigung

Weniger, schlanker, jünger

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Studie: Frauen sind auch in Streaming-Serien unterrepräsentiert.

Frauen sind auch in Streaming-Serien unterrepräsentiert, sind jünger, schlanker und häufiger in Berufen zu sehen, die ihre emotionale Kompetenz betonen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Rostock, die unter anderem durch die MaLisa-Stiftung gefördert wurde. „Auch Streaming-Serien spiegeln nicht die Gesellschaft wider: Frauen sind weniger vielfältig dargestellt als Männer“, sagte Studienleiterin Elizabeth Prommer. Vor drei Jahren hatte sie bereits eine Studie mit ähnlichen Ergebnissen zu deutschen Fernseh- und Kinofilmproduktionen veröffentlicht.

Für die aktuelle Analyse wurden knapp 200 Serien von Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime, Sky und TNT Deutschland untersucht, die zwischen 2012 und 2019 veröffentlicht wurden. Darunter waren sowohl deutsche als auch Produktionen aus anderen Ländern.

International sind demnach nur 42 Prozent der zentralen Figuren von Serien weiblich, bei deutschen Produktionen sind es mit 35 Prozent noch weniger. Der Unterschied wird außerdem größer, je älter die Rollen: Bis 34 Jahre ist das Verhältnis noch ausgeglichen, ab 50 Jahren liegt es bei eins zu drei. Auch werden die Rollen laut der Studie entlang von tradierten Geschlechterbildern besetzt. So sind in Romantik-Formaten 49 Prozent der zentralen Rollen weiblich, wenn es um Politik, Action oder Abenteuer geht nur 36 Prozent. Insgesamt stellen die Rostocker Forscherinnen fest, dass Frauen weniger divers dargestellt werden. So treten sie häufiger in Berufen auf, die ihre emotionale Kompetenz betonen, zum Beispiel in Berufsfeldern wie Verkauf und Gesundheit, die zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt sind. Außerdem werden sie häufiger als sehr dünn dargestellt als Männer (16 Prozent, verglichen mit acht Prozent).

In manchen Aspekten bescheinigt die Studie den Serien aber auch Diversität, zum Beispiel sind neun Prozent der Figuren, deren sexuelle Orientierung erkennbar ist, lesbisch, schwul, bisexuell oder queer. Nicht-binäre Figuren oder solche mit anderen Geschlechtsidentitäten kommen allerdings kaum vor: Insgesamt waren sie nur in neun von 1911 Fällen in zentralen Rollen vertreten. „In einigen Punkten mögen internationale Streaming-Angebote insgesamt diverser sein als die klassischen, linearen“, resümierte Maria Furtwängler, Schauspielerin und Mitgründerin der MaLisa-Stiftung. Bei der Darstellung von Frauen seien sie es jedoch keineswegs.

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