Der deutsche Regisseur ist mit seiner 3D-Hommage „Pina“ für den Doku-Oscar nominiert worden.
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Der deutsche Regisseur ist mit seiner 3D-Hommage „Pina“ für den Doku-Oscar nominiert worden.

Oscars 2012

Wim Wenders mit „Pina“ für Doku-Oscar nominiert

Oscar-Chancen für Wim Wenders: Sein Film Pina, eine Hommage an die Tänzerin Pina Bausch, ist in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ für den diesjährigen Oscar nominiert.

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Der deutsche Regisseur ist mit seiner 3D-Hommage „Pina“ für den Doku-Oscar nominiert worden. Die Dokumentation über die 2009 gestorbene legendäre Tänzerin Pina Bausch, Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters, tritt bei der Oscar-Vergabe in der Sparte „Bester Dokumentarfilm“ gegen vier Mitstreiter an.

„Pina“ hatte anfangs doppelte Oscar-Chancen, denn der Film war für Deutschland auch ins Rennen um den Auslands-Oscar gezogen. Bei einer Vorauswahl schaffte es „Pina“ in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“ zwar in die Gruppe von neun Spitzenkandidaten, konnte sich am Dienstag aber nicht unter den Top 5-Nominierten platzieren.

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Der Oscar ist so ungefähr der einzige Preis, den Wim Wenders noch nicht in seiner Sammlung hat. Der 66-Jährige gilt als einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Regisseure. Einst Aushängeschild des „Neuen Deutschen Films“, hat er 2010 mit seinem in 3D gedrehten Tanzepos „Pina“ einmal mehr künstlerisches Neuland betreten. Die Nominierung für den Doku-Oscar könnte ihm jetzt die höchste Film-Ehre einbringen.

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1971 sorgt Wenders erstmals für Aufsehen

1945 in Düsseldorf als Sohn eines Arztes geboren, gründete Wenders 1971 in München mit zwölf Kollegen den legendären Filmverlag der Autoren. Mit seiner Kinoversion von Peter Handkes Roman „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1971) sorgte er erstmals für Aufsehen. Es folgen das Road Movie „Alice in den Städten“ (1973), die neuerliche Handke-Kooperation „Falsche Bewegung“ (1975) und das frühe Meisterwerk „Im Lauf der Zeit“ (1976).

Zu den schönsten seiner rund 40 Werke gehört bis heute „Der Himmel über Berlin“. Internationalen Erfolg brachte auch die Patricia-Highsmith-Verfilmung „Der amerikanische Freund“ (1977) und vor allem das Roadmovie „Paris, Texas“ (1984) - ein Gemälde mit der Kamera. Schöner und poetischer ließ sich Autorenkino nicht mit Publikumserfolg paaren.

Zu den Filmpreisen, die der Mann mit der markanten Stirnlocke und der Hornbrille gewonnen hat, gehören die Goldene Palme von Cannes, der Löwe von Venedig und der Silberne Bär der Berlinale. Die Westernparodie „Don't Come Knocking“ wurde 2005 auf dem Filmfestival in Cannes mit zwanzig Minuten Ovationen bedacht.

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Nach zwei längeren Stationen in den USA lebt der Reise- und Musikfreak mit seiner dritten Frau Donata inzwischen wieder überwiegend in Berlin. Die 3D-Technik hat ihn so fasziniert, dass er sogar für ein dreidimensionales TV-System kommerziell Reklame macht. „3D gibt uns die Möglichkeit, den Zuschauer mitten ins Geschehen hineinzunehmen“, sagt er.

Oscar Nominierung für „Buena Vista Social Club“

Seine erste Oscar-Nominierung hatte Wenders im Jahr 2000 für die Musik-Doku „Buena Vista Social Club“ in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ erhalten, war bei der Preisvergabe dann aber leer ausgegangen.

Zuletzt hatte Florian Henckel von Donnersmarck 2007 mit seinem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt. 1960 wurde der deutsche Tierforscher Bernhard Grzimek mit seinem Afrika-Film „Serengeti darf nicht sterben“ mit dem Dokumentar-Oscar gekrönt. In diesem Jahr werden die Oscars am 26. Februar in Hollywood zum 84. Mal vergeben. (dpa)

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