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Als Saurier die Erde urbar machten: Arlo und das Menschenkind Spot.
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Als Saurier die Erde urbar machten: Arlo und das Menschenkind Spot.

Neu im Kino: „Arlo & Spot“

Ich wäre gern wie du

  • Daniel Kothenschulte
    VonDaniel Kothenschulte
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Wie macht man aus „Bambi“ und dem „Dschungelbuch“ einen Dino-Film? „Arlo & Spot“, die neue Arbeit von Pixar, ist schwelgerisch, wenn auch nicht wirklich originell.

Als das Disneystudio im Jahr 2000 seinen digitalen Animationsfilm „Dinosaurier“ ins Kino brachte, sollte alles anders sein als bei der erfolgreichen Konkurrenz von Pixar: Mit wissenschaftlicher Detailtreue nachgebildete Saurier bevölkerten real aufgenommene Landschaften – und gaben sich dabei eher vergeblich Mühe, in einem typischen Disneydrama zu überzeugen.

Sechs Jahre hatte man daran gearbeitet, in denen die Computertechnik eine derart rasante Evolution erlebte, als wolle sie es mit fünfzig Millionen Jahren Erdgeschichte aufnehmen. Kein Film war damals teurer und kaum einer wurde so schnell wieder vergessen.

Fünfzehn Jahre Anstandspause gönnte sich nun Pixar für seinen eigenen Saurierfilm, und gerne würden wir sagen, alles sei diesmal ganz anders. Sicher, die Apatosaurier-Familie hat keine Ambitionen, für ihre Gestaltung die Wissenschaftsmedaille des Smithsonian-Instituts zu gewinnen. Eher erinnern uns ihre Bohnenköpfchen an das lustige Getier der legendären Familie Feuerstein.

Aber ansonsten kann es auch bei Pixar nicht „disneyesk“ genug zugehen. Nacheinander gibt das Epos vom Überlebenskampf eines als Kind etwas zurückgebliebenen Saurierjungen namens Arlo und seines menschlichen Gefährten Spot seine Vorbilder preis, jedes einzelne ein Dinosaurier im Disney-Kanon. Nachdem er wie das Rehkitz „Bambi“ ein Elternteil verloren hat, tappst Arlo in die Fußstapfen von Baghira, dem „Dschungelbuch“-Panther, wenn er sich um ein verwaistes Menschenjunges kümmert. Dabei tritt er allmählich aus dem Schatten seines verstorbenen Vaters wie im „König der Löwen“, einen Film, an den schon das Pathos der Naturkulissen stets erinnert.

Für hartgesottene Fans eine Enttäuschung

Schwer zu glauben, dass drei Jahre allein in das zusammengestoppelte und bis zuletzt vorhersagbare Drehbuch investiert wurden, das schließlich von Peter Sohn inszeniert wurde und nicht vom ursprünglichen Initiator Bob Peterson. Auch Pixar hat sich offensichtlich etwas überhoben an den Sauriern.

Seinen originellsten Einfall enthüllt der Film gleich zu Beginn: Um Haaresbreite verfehlt der Komet, der wohl die Dinos von der Erde fegte, den Planeten. Das beschert ihnen in dieser Variante eine bemerkenswerte Fortentwicklung. So sieht man sie wie die Siedler im Wildwestfilm Landwirtschaft betreiben, während die Menschen noch wie Affen grunzen und als Schädlinge bekämpft werden. Spot, das putzige Menschenkind, folgt dann auch seinem Retter wie ein treuer Hund, doch dass wir diese traurige Darstellung unserer Spezies ganz ohne Argwohn hinnehmen, ist natürlich wiederum die Kulturleistung von Pixar. Dieser Urmensch ist schon jetzt eine einzigartige Trickfilmschöpfung – wenn man auch, wie gesagt, das Vorbild Mogli aus dem Dschungelbuch leise tapsen hört wie eine prähistorische Nachtigall.

Nach dem Pixar-Meisterwerk ?Alles steht Kopf? ist „The Good Dinosaur“, wie der Film in Original heißt, wohl für hartgesottene Fans des Studios eine Enttäuschung. Kleinen Kindern wiederum ist von der hochdramatischen ersten halben Stunde dringlich abzuraten. Selbst wer erlebt und verkraftet hat, wie einst Bambis Mutter starb, muss sich beim Tod des Vaters und der folgenden Gefahren für den Sohnemann auf einiges gefasst machen.

Wer aber offen ist für ein schwelgerisches Epos mit bis zur kleinsten Blase animierten Wasserfällen, niedlichen Ur-Maulwürfen oder poetischen Glühwürmchen-Schwärmen, wird diesen Film genießen. Es ist eben doch ein Wunder, wohin die Evolution den Pixar-Trickfilm geführt hat.

Arlo & Spot. Animationsfilm. USA 2015. Regie: Peter Sohn. 96 Min.

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