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Roberto Barbera will modernisieren und muss sparen.
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Roberto Barbera will modernisieren und muss sparen.

Filmfestival Venedig

Verschlanktes Programm

Am Mittwoch beginnt das 69. Filmfestival Venedig

Von Anke Westphal

Abgesehen von einer Mitternachtsvorstellung außer Konkurrenz werden Filme deutscher Regisseure am Lido kaum zu finden sein, wenn morgen das 69. Filmfestival Venedig beginnt. Mit Tom Tykwers „Wolkenatlas“ und Margarethe von Trottas gleichnamigem Spielfilm über die Philosophin Hannah Arendt erleben gleich zwei prominente Produktionen ihre Premiere beim Internationalen Filmfestival Toronto. Nun wissen Fachbeobachter, dass die Festspiele in der kanadischen Metropole in den vergangenen Jahren enorm aufgeholt haben an Bedeutung – vor allem als Plattform für internationale und Nordamerika-Premieren zieht man das freundliche, risikoarme Toronto der möglicherweise rufschädigenden Wettbewerbskonkurrenz am Lido vor. In Toronto gibt es nichts zu gewinnen als die Aufmerksamkeit eines ganzen Kontinents – also alles. Wer in Venedig nichts gewinnt, ist erst einmal verloren.

Mit den neuen Entwicklungen bei der Produktion und Rezeption von Filmen haben sich auch viele internationale Filmfestivals verändert: Sie haben, wie Berlin und Cannes, zunächst ihre Filmmärkte gestärkt, aber auch sogenannte Event-Multiplikatoren angegliedert – etwa Campus-Sektionen für junge Leute und spezielle lokale Präsentationsformen von Kino. Die Mostra internazionale d’arte cinematografica hat da den Anschluss und somit auch an Einfluss verloren. Der Konkurrenzdruck für das älteste Filmfestival der Welt ist inzwischen so groß geworden, dass ihm sein neuer Chef, Alberto Barbera, eine Reform verordnet hat. Seine erste Aufgabe sieht der Mann an der Spitze in einem Modernisierungsprozess.

Barbera kennt Venedig gut; er hat die Mostra schon einmal geleitet, von Dezember 1998 bis April 2002, vor Moritz de Hadeln und Marco Müller. Nun will der Heimkehrer eben auch das Business stärken, mit einem neuen viertägigen Venice Film Market. Und er wird am Lido ein Biennnale-College-Cinema einrichten, um Talente zu fördern. Doch dass die Mostra eine Baustelle ist, kann man nicht einmal so formulieren – seit Jahren ruht die Erdgrube für einen neuen modernen Palazzo del Cinema wegen Asbest-Funden unter Plastikplanen. Der Biennale-Chef Paolo Baratta hat Barbera zwar zugesichert, diesbezüglich rasch Hilfe in die Wege zu leiten: Es soll einen neuen Plan für das neue Palais geben. Doch woher soll das Geld kommen, den auch umzusetzen? Italien kürzt gerade allerorten die Gelder; die Sanierung des vom Zerfall bedrohten Colosseums in Rom wird von einem Schuhfabrikanten finanziert. Solches Mäzenatentum soll, das will auch die Politik, Schule machen in Italien.

Alberto Barbera hat jedenfalls erst mal das Programm der Mostra verschlankt: Im Wettbewerb werden hier künftig nur noch 20 statt bisher 23 Filme gezeigt, die Zahl der außer Konkurrenz im Wettbewerb laufenden Titel wird von 22 (2011) auf elf reduziert. Auf höchstens ein Dutzend begrenzt wird die Zahl der im Rahmen der Venice Days aufgeführten Filme; hier gab es früher kein Limit. Dennoch werden immer noch 50 Filme als Weltpremiere am Lido gezeigt. Und in Venedig, nicht in Toronto sieht man sie zuerst – die neuen Arbeiten von Regisseuren wie Paul Thomas Anderson, dessen Scientology-Fabel „The Master“ mit Philipp Seymour Hoffman in der Hauptrolle um den Goldenen Löwen konkurrieren wird. Gemeinsam mit Terrence Malicks „To The Wonder“, Kim Ki-Duks „Pieta“ und anderen ausgewiesenen Meistern der Filmkunst.

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