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Prüfender Blick der schwedischen Schauspielerin Anita Ekbergreuters.

Nachwuchsförderung

Das verflixte zweite Mal

Junges Filmschaffen: Talent Campus und Residency, die Nachwuchsplattform der Berlinale, bietet wieder eine gute Plattform für aufstrebende Filmschaffende aus aller Herren Länder. Nur in Deutschland scheint das Interesse gering zu sein.

Von Katja Lüthge

Junges Filmschaffen: Talent Campus und Residency, die Nachwuchsplattform der Berlinale, bietet wieder eine gute Plattform für aufstrebende Filmschaffende aus aller Herren Länder. Nur in Deutschland scheint das Interesse gering zu sein.

Wer macht eigentlich die vielen Filme, die auf der Berlinale zu sehen sind? Zum Beispiel ehemalige Teilnehmer des Talent Campus, der Nachwuchsplattform der Berlinale, die nun zum elften Mal stattfindet. Immerhin 45 Filme von 52 Alumni werden in den verschiedenen Sektionen zu sehen sein, zwei davon im Wettbewerb.

Für junge Regisseure, Autoren, Sounddesigner, Schauspieler und Produzenten aus aller Welt lohnt sich also die Teilnahme an den Programmen in der Woche vom 9. bis 14. Februar. Erstaunlich ist das relativ geringe Interesse deutscher Filmschaffender am Talent Campus.

Berührende Unterhaltung

Insgesamt bewarben sich 4?443 Nachwuchsfilmer aus 137?Ländern um die 300 Plätze. Experten wie Jane Campion, Bence Fliegauf, Ken Loach, Nina Hoss, Walter Murch oder Anita Ekberg stehen bereit, um in gemeinsamer Arbeit aus Ideen und Rohmaterial realistische Projekte zu formen. Unter dem Motto „Some Like It Hot – Filmmakers as Entertainers“ wird in diesem Jahr noch dezidierter an erfolgreichen Veröffentlichungsstrategien von Stoffen gearbeitet, die eben an intelligenter und berührender Unterhaltung ausgerichtet sein sollten.

Das erste Mal mag dabei eine besondere Herausforderung sein, schwerer ist es aber oft, den zweiten Film zu realisieren. Daher hat das Talent-Campus-Team das Residency Programm ins Leben gerufen. Im vergangenen Herbst kamen erstmals sechs ausgewählte Drehbuchschreiber und Regisseure für vier Monate nach Berlin, um ihr Projekt in intensiver Zusammenarbeit mit Experten voranzutreiben. Unter ihnen so renommierte Filmemacher wie der Iraner Rafi Pitts, der zuletzt 2010 mit „Zeit des Zorns“ im Wettbewerb der Berlinale zu Gast war.

Hohe Hürden

Die Hürden für eine Bewerbung liegen entsprechend hoch. So müssen die Teilnehmer neben der Bereitschaft zur Überarbeitung ihrer Stoffe einen Produzenten und mindestens schon einen Film mitbringen, der auf einem internationalen A-Festival gezeigt wurde. Wie auch beim Talent Campus ist die Verzahnung mit der Industrie, mit Produzenten und Finanziers gewollt. So werden unter den 38 Filmprojekten, die in diesem Jahr auf dem Co-Production Market vorgestellt werden, auch die sechs Residency-Ergebnisse sein. Wir werden gespannt ihren weiteren Werdegang verfolgen.

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