Markus Lanz in seiner Talkshow ist am Reden.
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Markus Lanz (ZDF) spricht in seiner Talkshow über Corona.

TV-Talk

Markus Lanz im ZDF: Tim Mälzer fordert harte Strafen gegen Corona-Sünder

  • Rolf-Ruediger Hamacher
    vonRolf-Ruediger Hamacher
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Markus Lanz spricht in seinem ZDF-Talk über den neuesten Stand der Anti-Corona-Maßnahmen und die Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff.

  • Markus Lanz lässt im ZDF über die Corona-Maßnahmen diskutieren.
  • Gäste fordern härtere Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Verordnungen.
  • Auch wird bei Markus Lanz im ZDF eine Klage gegen die Corona-Sperrstunde diskutiert.

„Wenn wir uns alle an die Regeln halten, können wir verhältnismäßig „normal“ leben“. Dieses Plädoyer von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am Anfang der Talk-Runde bei Markus Lanz im ZDF hätte auch als Motto über der Sendung stehen können.

Zum ersten Mal seit langem präsentierte Markus Lanz ein ziemlich homogenes Gesprächs-Quartett, in dem jeder etwas mehr oder weniger substantielles zum „Pandemie“-Thema beizutragen hatte. Und das völlig unaufgeregt und nicht unterbrochen von den oftmals peinlich-eitel insistierenden Nachfragen eines Talk-Masters, wenn der einen aus der Runde auf dem Kieker hat.

Markus Lanz, ZDF: Diskussion über neue Corona-Sperrstundenregelung

Und so erzählte Falko Droßmann bei Markus Lanz im ZDF von einer Razzia auf der Reeperbahn gleich zu Beginn der neuen Sperrstunden-Regelung, die ohne besondere Beanstandungen verlief, ehe die Polizei zu einer Location gerufen wurde, in der offensichtlich noch nach 23 Uhr Betrieb herrschte. Doch alle Räume in dem mehrstöckigen Gebäude waren leer - bis Droßmann ein Raum auffiel, in dem 60 Jacken hingen. Der Betreiber behauptete, die hätten die Gäste hängen lassen, als sie um 23 Uhr überstürzt aufgebrochen seien. Doch Droßmann ließ sich nicht abwimmeln und entdeckte schließlich im Keller eine Eisentür, zu der der Gastwirt aber angeblich keinen Schlüssel besaß.

Also musste die Feuerwehr die Tür aufbrechen -und man entdeckte in dem alkoholgeschwängerten Keller 100 nicht registrierte Leute zwischen 20-40 Jahren, ohne Abstand und Maske, die sich allesamt sehr aggressiv gegenüber den Ordnungskräften verhielten, sodass einige sogar fixiert werden mussten. Als manche versuchten, sich über den Notausgang aus dem Staube zu machen, war dieser auch noch verbotswidrig verbarrikadiert. Großmann kündigte 150 Euro Bußgeld für jeden Gast und 5000 Euro Strafe für den Veranstalter an.

Bei Markus Lanz (ZDF) plädiert Koch Tim Mälzer für härtere Strafen

Tim Mälzer, der ja auch in Hamburg ein Restaurant betreibt, plädierte bei Markus Lanz für härtere Strafen, wenn nicht gleich für Lizenzentzug für den Betreiber - schon wegen der versperrten Fluchtwege. Gleichzeitig mahnte er im ZDF, bei den Gastronomen, die sich an die Corona-Hygiene-Vorgaben halten, doch etwas differenzierter hinzusehen: „Die Schließung um 23 Uhr kostet uns ein Fünftel des Tagesumsatzes, weil die Gäste schon ab halb Zehn aufhören zu konsumieren und die Rechnung verlangen.“ Eine Sperrstunde ab Mitternacht wäre aus seiner Sicht sinnvoller. Da wollte ihm auch Droßmann nicht widersprechen, signalisierte Nachbesserungen.

Helga Rübsamen-Schaeff sah vor allem durch die witterungsbedingte Verlagerung von Zusammenkünften in Innenräume eine erhöhte Ansteckungsgefahr und sprach damit Im ZDF auch die vielen Hochzeitsfeiern muslimischer Mitbürger an. Falko Droßmann erzählte von regelrechten Hochzeitshallen, in denen 800-1000 Gäste Platz fänden und von einem Bildungs- und Armutsgefälle in seinem Bezirk, in dem 75% der unter 18-Jährigen einen Migrationshintergrund haben und es an Aufklärung fehle.

ZDF-Talk bei Markus Lanz: Stephan Weil argumentiert gegen Gruppenstigmatisierung

Stephan Weil wollte bei Markus Lanz keine Gruppenstigmatisierung im Raum stehen lassen und verwies im ZDF auf ein Bibelzentrum im niedersächsischen Bad Gandersheim: In dem wurde aus voller Kehle gesungen - „und schon ist der Landkreis zu“. Er widerspricht auch dem von Markus Lanz in die Runde geworfenen, vielerorts beklagten „Überbietungswettbewerb im Verbieten“, klopft sich und seiner Landespolitik noch einmal wegen ihrer Hilfen für die Luftfahrt- und Schiffsbau-Industrie auf die Schulter.

Was Helga Rübsamen-Schaeff das Stichwort liefert, die angekündigten Corona-Schnelltests herbeizusehnen, „mit denen wir auch die Flüge und Kreuzfahrten sicherer machen können.“ Überhaupt ist sie sich bei Markus Lanz sicher, das wir noch vor einem Corona-Impfstoff Medikamente auf dem Markt haben werden, die uns - ähnlich wie die HIV-Erkrankten - mit dem Virus leben lassen.

Und aus der aktuellen Misere um die Öffnungszeiten rettet uns vielleicht ein Swinger-Club in Hamburg, der, so Falko Droßmann im ZDF, gerade Klage gegen die Sperrstunde eingereicht hat. (Rolf-Ruediger Hamacher)

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