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Coronavirus - Berlin
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Weit mehr als nur ein Getränk: Das ZDF klärt in „Terra X“ über die Bedeutung von Kaffee auf.

Geschichte des Kaffees

TV-Kritik zu „Terra X: Kaffee“ im ZDF: Treibstoff der bürgerlichen Revolution

„Terra X“ im ZDF zeigt eine unterhaltsame und anregende Sendung über die Geschichte des Kaffees. Die TV-Kritik.

Frankfurt - Schwächt die Nerven, macht dich blass und krank? Von wegen. Carl Gottlieb Herings C-a-f-f-e-e-Kanon schießt weit übers Ziel hinaus. Wach macht der Kaffee, duftet anregend und stimuliert recht effektiv im Großhirn herum. Und wenn man seine bitteren Anteile akzeptiert hat, schmeckt er auch. 

Außerdem hat er bei der Emanzipation des Menschen aus mittelalterlicher Unmündigkeit womöglich eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Zumindest gibt es Historiker, die der Ansicht sind, dass Kaffeehäuser für die intellektuelle Vorbereitung etwa der Französischen Revolution wichtig waren; dass die Amerikaner ihre Boston Tea Party nur wagen konnten, weil sie bereit waren, vom britisch versteuerten Tee auf Kaffee umzuschwenken; dass Louis XVI. ohne Kaffeehäuser vielleicht länger gelebt und geherrscht hätte und dass die Wiener Kaffeehäuser wesentlich zum politischen Ende des Fürsten Metternich beigetragen haben könnten. Und so fort. Womöglich war sogar die gesteigerte Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft, ohne die es keine industrielle Revolution gegeben hätte, eine Folge davon, dass es nicht mehr literweise Bier, sondern dünnen heißen Kaffee während der Frühstückspause gab.

„Terra X“ im ZDF: Kaffee-Sendung präsentiert Denkwege, Fragen und Möglichkeiten

Die Folge der Reihe Terra X, die der historischen Potenz des Kaffees gewidmet ist, stellt zum Glück keine Tatsachenbehauptungen auf, sondern präsentiert Denkwege, Fragen und Möglichkeiten. Sie wartet außerdem mit einer Fülle an nebenbei anfallenden Fakten auf – etwa zur wirtschaftlichen Bedeutung des Kaffees, die der des Erdöls durchaus nahe zu kommen scheint; immerhin sind weltweit um die 25 Millionen Menschen beruflich mit ihm beschäftigt. 

Und sie erzählt eine lange Geschichte. In deren Anfängen ist Kaffee ein regionales landwirtschaftliches Produkt in Ostafrika, das ungeröstet konsumiert und nicht zum Getränk verarbeitet, sondern gegessen wird. Im Fortgang der Geschichte breitet er sich als Luxusprodukt und als rituelles und der Obrigkeit äußerst verdächtiges Getränk in der islamischen Welt aus, wo er mehrere strenge Verbots-Phasen überstehen muss. An deren Ende, also heute, ist Kaffee ein Alltagsgetränk, das wir nach dieser Sendung mit der zusätzlichen Anregung durch einige neue Fragen zu uns nehmen werden. 

„Terra X“ im ZDF: Mehr als 1000 verschiedene Substanzen im Kaffee

Dazwischen liegt die lange Phase der bürgerlichen Revolten und Revolutionen. In Deutschland allerdings, einem Land mit einer spät und verstreut einsetzenden Kaffeehaus-Geschichte, wollte die bürgerliche Revolution nicht recht in die Gänge kommen. In Paris dagegen galt das Café Procop geradezu als Vorzimmer der Guillotine.

Ohne allzu viel suggestive Absicht widmet sich der Film auch neurowissenschaftlichen Forschungsvorhaben, die zum ersten Mal die Wirkung von Kaffee im Gehirn in Echtzeit beobachten konnten. Dieser Forschungsansatz aber steht noch an seinem Anfang, genau wie die inhaltliche Erforschung des Kaffees. Mehr als tausend verschiedene Substanzen seien in ihm enthalten, heißt es. Wer weiß, was die alles anrichten können. 

Liesgen in Johann Sebastian Bachs Kaffeekantate („Ei! wie schmeckt der Coffe süsse!“) wird wohl zusätzlich noch Zucker hinein getan haben. (Von Hans-Jürgen Linke)

Terra X – Kaffee, ZDF, 4. April, 19:15 Uhr

Wie können wir zurückfinden zur Religiosität, fragt „Was uns heilig ist“ auf Arte. Verbindliche Antworten liefert die Dokumentation nicht - doch eine Gewissheit kristallisiert sich heraus.

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