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 „Die Diplomatin“ ist eine Krimireihe, die umso interessanter wird, je mehr und je klischeefreier die politische Sphäre einbezogen wird.
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„Die Diplomatin“ ist eine Krimireihe, die umso interessanter wird, je mehr und je klischeefreier die politische Sphäre einbezogen wird.

TV-Kritik

„Die Diplomatin: Mord in St. Petersburg“ (ARD): Kidnapping am Flughafen Berlin

  • Harald Keller
    VonHarald Keller
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Im sechsten Film der Reihe „Die Diplomatin“ beweist Botschafterin Karla Lorenz in der ARD erneut kriminalistisches Talent.

Berlin - Tunis und Manila waren Stationen der deutschen Diplomatin Karla Lorenz (Natalia Wörner). Anschließend berief man sie als Botschafterin nach Prag. Wo immer sie tätig wurde, bekam sie es mit einem Verbrechen zu tun, einer Entführung, einem Attentat, Subventionsbetrug. Im Kern also handelt es sich bei „Die Diplomatin“ (ARD) um eine Krimireihe, die umso interessanter gerät, je mehr und je klischeefreier die politische Sphäre einbezogen wird.

In der Episode „Jagd durch Prag“ beispielsweise machte der Drehbuchautor Christoph Busche die außerterritorialen Foltergefängnisse der USA zum Thema. Bei einer solchen Affäre sind in besonderem Maße politische Entscheidungen, Fingerspitzengefühl und entsprechende diplomatische Interventionen nötig. Eine näher am diplomatischen Alltag angesiedelte Fortsetzungsserie mit reduziertem Krimianteil wäre – gerade angesichts der momentanen Weltlage – eine echte Bereicherung.

Es muss beim Thema Politik ja nicht immer die Form der Farce sein, wie in der Serie „Das Institut – Die Oase des Scheiterns“, die übrigens erstaunliche Ähnlichkeiten mit der älteren BBC-Produktion „Ambassadors“ aufwies.

„Die Diplomatin: Mord in St. Petersburg“ (ARD): Krisenstab statt Ferien

Im aktuellen Beitrag zur Reihe „Die Diplomatin“ überbrückt Karla Lorenz die Wartezeit bis zum Dienstantritt auf ihrem neuen Posten in Rom mit einem Heimaturlaub in Berlin an der Seite ihres Prager Freundes Jan Horava (Alexander Beyer). Mit der Atempause ist es vorbei, als der eben aus St. Petersburg eingeflogene deutsch-russische Journalist Kolja Petrow (Beat Marti) noch auf dem Flughafengelände entführt und direkt zur russischen Botschaft expediert wird.

Zuvor hatte er noch seine kleine Tochter Manja (Rena Harder) vor dem Zugriff der Kidnapper verbergen können. Auf Manjas Arm steht Karlas Telefonnummer geschrieben, die denn auch von der Polizei benachrichtigt und zugleich angesichts der außenpolitischen Bedeutung des Falles in den Krisenstab gerufen wird.

Zur Sendung

„Die Diplomatin: Mord in St. Petersburg“, Samstag, 18.9,2021, Das Erste, 20:15 Uhr

Die Russen geben an, Petrow festgenommen zu haben, weil er im Verdacht steht, in St. Petersburg seine Lebensgefährtin ermordet zu haben. Ein Überwachungsvideo belastet ihn, aber Lorenz und ihre Kollegen sind skeptisch. Videos kann man fälschen. Zudem werden die Entführer als Angehörige des russischen Aus- und Inlandsgeheimdienstes erkannt, haben als solche also keine polizeilichen Aufgaben zu erfüllen. Schon gar nicht auf fremdem Territorium.

Bezug zu aktuellen politischen Themen in „Die Diplomatin: Mord in St. Petersburg“ (ARD)

Karla Lorenz und der in der russischen Botschaft einsitzende Petrow sind alte Bekannte, die sich eine Zeit lang aus den Augen verloren hatten. Petrow ahnte, dass man ihm zu Leibe rücken würde und hatte deswegen Lorenz’ Telefonnummer auf Manjas Arm notiert.

Die Drehbuchautorin Rebecca Mahnkopf bedient sich also eines bekannten dramaturgischen Kniffs: die Leben der Hauptfigur und des Episodenprotagonisten sind miteinander verknüpft. Eine allgemein überstrapazierte, nicht sehr glückliche Volte oder eher Krücke –, weil oft nahe an der Unglaubwürdigkeit.

Auch in dieser Story, die eigentlich den Untertitel „Entführung in Berlin“ tragen müsste, wird Bezug auf ein aktuelles politisches Geschehen genommen, hier – analog zu Vorgängen in den USA – die geplante Einflussnahme auf die deutschen Bundestagswahlen. Doch leider nur sekundär als Auslöser einer dann doch überwiegend emotional orientierten Handlung und deshalb nicht sonderlich tiefgreifend. Mutmaßlich hätte eine Umkehrung der Prioritäten zu diesem Zeitpunkt einen wirkungsvolleren Film ergeben. (Harald Keller)

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