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Bei Hart aber Fair ging es diesmal um die Coronapolitik und die Frage: Was muss jetzt passieren?
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Bei Hart aber Fair ging es diesmal um die Coronapolitik und die Frage: Was muss jetzt passieren?

TV-Kritik

Corona-Politik bei Frank Plasberg: Alles gar nicht so fair bei Hart aber fair (ARD)

  • Jendrik Walendy
    VonJendrik Walendy
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Bei Hart aber fair in der ARD ging es ein bisschen unfair zu. Grund ist Moderator Frank Plasberg, der vor allem einer Person immer ins Wort fällt.

Bei Hart aber fair in der ARD ging es am gestrigen Abend nicht besonders hart und auch ein wenig unfair zu. So begnügte sich Moderator Frank Plasberg damit, bei der Runde aus Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Spiegel-Journalistin Melanie Amann, dem Arzt Cihan Çelik, FDP-Generalsekretär Volker Wissing und Linke-Parteivorsitzende Janine Wissler unterschiedliche Standpunkte abzufragen. Während er Wissler dabei regelmäßig ins Wort fiel, konnte der Rest der Runde größtenteils ungestört die jeweiligen Positionen vortragen. Bis auf einige Spitzen von Amann in Richtung des Gesundheitsministers konnte aber kaum von einem Streitgespräch die Rede sein.

Die Abfragerunde bei Hart aber fair mit Frank Plasberg in der ARD begann bei einem etwas überrumpelten Jens Spahn, der sich nach einem „Fragen Sie jetzt mich?“ jedoch schnell wieder fing und für eine Abschaffung der kostenlosen Corona-Tests plädierte. In einer seltenen Übereinstimmung zwischen Linke und FDP sprachen sich Wissler und Wissing daraufhin beide für die momentane Beibehaltung der kostenlosen Variante aus. Aber auch Çelik sagte, dass „mit Motivation und Aufklärung“ mehr zu erreichen sei als mit der Erhöhung des Drucks auf bisher Ungeimpfte.

Hart aber fair (ARD): Test-Möglichkeiten für Geimpfte sollten weiterhin bestehen bleiben

In Bezug auf eine Testpflicht für bereits Geimpfte war sich die Runde bei Hart aber fair (ARD) in ihrer Ablehnung dieser Maßnahme einig, Wissler führte lediglich ins Feld, dass die Test-Möglichkeiten für Geimpfte auch weiterhin bestehen bleiben sollten. Spahn, der sich später auch gegen die Vorwürfe aussprach, dass die Politik die Pandemie vorsätzlich in die Länge zöge, brachte die Konsequenz der diskutierten Maßnahmen auf den Punkt: „Wenn wir Geimpfte, wie Ungeimpfte weiter testen, dann ist diese Pandemie nie zu Ende.“

NameFunktion
Jens Spahn (CDU)Bundesgesundheitsminister
Melanie AmannJournalistin, Mitglied der Spiegel-Chefredaktion und Leiterin des Spiegel-Hauptstadtbüros
Volker Wissing (FDP)Generalsekretär
Janine Wissler (Linke)Parteivorsitzende
Cihan ÇelikOberarzt und Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie auf der Corona-Isolierstation im Klinikum Darmstadt

Melanie Amann machte bei Hart aber fair mit Frank Plasberg in der ARD ebenfalls deutlich, dass sie von weiteren Tests für Geimpfte nichts hält und die Abschaffung der kostenlosen Tests in Bereichen der Freizeitgestaltung für das richtige Signal hält. Nichtsdestotrotz forderte sie mehr Mut dabei, Druck auszuüben, um die Impfquote zu verbessern und sah die Vorsicht seitens der Parteien in dieser Frage im laufenden Wahlkampf begründet. In Bezug auf andere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung kam Spahn bei Amann allerdings weniger glimpflich davon. Nachdem dieser sich gegenüber Wissler verteidigt hatte, dass die Pandemiebekämpfung in den Schulen Ländersache und zudem nicht beim Gesundheitsministerium angesiedelt sei, wies die Spiegel-Journalistin ihn darauf hin, dass die Quarantäneregeln an Schulen durchaus in seine Zuständigkeit fallen würden.

Wissing wirft Spahn bei Hart aber Fair in der ARD Versäumnisse vor

Auch Wissing warf Spahn bei Hart aber fair (ARD) Versäumnisse vor, als er erklärte, die Gründe für die schleppende Impfkampagne seien nicht in einer generellen Unwilligkeit in Teilen der Bevölkerung angesiedelt, sondern im Informationsdefizit der Regierung. Als Spahn ihm detailliert die verschiedenen Verbreitungswege der umfassenden Informationskampagne entgegen hielt, konnte der FDP-Generalsekretär allerdings keine Widerworte finden.

An dieser Stelle entwickelte sich die vielleicht eindrücklichste Szene des Abends: Als Amann über die Bekämpfung von Fake News sprach, zählte Spahn bei Hart aber fair in der ARD einige der absurden Verschwörungstheorien auf, die sich im Umlauf befinden. „Machen Sie das nicht mit den Chips?“ fragte Plasberg scherzend als Spahn auf die unsinnige Behauptung anspielte, Bill Gates würde mit dem Impfstoff Computerchips implantieren. Hier merkte man, wie sehr die Angst vor missverständlichen Aussagen schon in den Köpfen der PolitikerInnen angekommen ist, die sich seit Beginn der Pandemie nicht nur extremen Anfeindungen ausgesetzt sehen, sondern auch darauf bedacht sein müssen, nicht mal im Scherz Aussagen zu tätigen, die ihnen später falsch ausgelegt werden könnten. „Ob Sie’s glauben oder nicht“ war dann auch alles, was der Gesundheitsminister zögerlich herausbrachte, bevor Plasberg, der den Ernst der Situation mittlerweile realisiert hatte, nochmal klar machte: „Ironie kommt nie rüber im Fernsehen.“

Hart aber fair (ARD): „Freedom Day“ für Geimpfte gewünscht

Spahn machte im Anschluss bei Hart aber fair (ARD) dann auch deutlich, dass es vor allem die Sorge um eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung sei, die ihn dazu bewöge, sich auch gegen eine Impfpflicht bei bestimmten Berufsgruppen zu positionieren. Die gegen Ende der Sendung vorgetragenen Zuschauerreaktionen bildeten diese Befürchtung ebenfalls ab, zeigten aber zugleich den Unmut der Geimpften, sich weiterhin der Gefährdung durch Menschen auszusetzen, die sich gegen die Impfung entschließen.

Hart aber Fair in der Mediathek

Sie haben die Sendung vom 30. August 2021 verpasst? Kein Problem, in der ARD-Mediathek können Sie die Sendung nachschauen.

Zum Schluss fragte Plasberg bei Hart aber fair in der ARD alle Beteiligten nach ihren Zukunftsperspektiven und den Lehren aus der Pandemie. Amann wünschte sich einen „Freedom Day“ nach englischem und dänischem Vorbild, allerdings nur für Geimpfte. Wissing sprach etwas unbestimmt über Grundrechte, Wissler und Çelik waren sich einig, dass der Gesundheitsbereich langfristig gestärkt werden müsse. Spahn, in dessen Verantwortungsbereich dies im Moment noch liegt, mahnte allerdings lieber an, sich über die Abhängigkeit von China Gedanken zu machen. (Jendrik Walendy)

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