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Tom Hanks mit „Elvis“: Ein Bösewicht mit vielen Facetten

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75. Filmfestival Cannes - „Elvis“
Tom Hanks kommt zur Premiere des Films „Elvis“ während den 75. internationalen Filmfestspielen in Cannes. © Vianney Le Caer/Invision/AP/dpa

Die Premiere der Filmbiografie „Elvis“ löst in Cannes große Begeisterung aus. Priscilla Presley bewegt mit einem emotionalen Auftritt. Und Tom Hanks erklärt, was für ihn einen spannenden Bösewicht ausmacht.

Cannes - Mit über zehn Minuten Applaus und Standing Ovations sind Tom Hanks und das restliche Team der Filmbiografie „Elvis“ in Cannes gefeiert worden.

Auch Priscilla Presley, einst die Frau des legendären Sängers, kam zur Weltpremiere an die Côte d'Azur. „Das ist ihr Leben“, sagte Regisseur Baz Luhrmann am Donnerstag. Nach der Premiere am Mittwochabend hatte sie den Regisseur sichtlich bewegt in die Arme geschlossen.

„Keine Kritik, keine Rezension würde uns je mehr bedeuten als die der Frau, die mit Elvis Presley verheiratet war.“ Luhrmann sagte, er habe deswegen mit großer Ungeduld ihr Urteil erwartet. Als Presleys Familie ihm schließlich zu verstehen gegeben habe, dass die Verfilmung von Elvis' Leben „die Wahrheit über ihn als Mensch“ zeige, war das für den Regisseur „die beste Kritik, die ich je in meinem Leben bekommen habe“. Priscilla und Elvis waren von 1967 bis 1973 verheiratet.

Aus der Perspektive des Managers

„Elvis“ erzählt die Geschichte des Musikers aus der Perspektive seines Managers Tom Parker. Diesen stellt Tom Hanks im Film als gierigen Mann dar, der sich übermäßig am finanziellen Gewinn Presleys bereichert. Er bezeichnet Elvis etwa als „Jahrmarktsattraktion“ und verhindert, dass der Sänger im Ausland Konzerte gibt - weil Parker selbst wegen einer falschen Identität, die er angenommen hatte, die USA nicht verlassen durfte.

Doch Parker sei nicht einfach nur ein Schurke gewesen, sagte Hanks am Donnerstag. „Er war ein Mann, der die Gelegenheit sah, ein einmaliges Talent in eine kulturelle Urgewalt zu verwandeln.“ Die Vielzahl der Wege, durch die Parker Leute um Geld betrogen habe, sei außergewöhnlich. „Übrigens, ein paar dieser Wege habe ich in meinen eigenen Alltag integriert“, scherzte Hanks. „Man lernt ein kleines bisschen von jeder Rolle.“

Wichtig ist das Aufscheinen der Seele

Elvis wird im Film von Austin Butler verkörpert. „Ich habe im Prinzip mein Leben zwei Jahre lang angehalten“, sagte der 30-Jährige am Donnerstag über die anstrengenden Dreharbeiten. Er habe das Auftreten Presleys in dieser Zeit minuziös studiert. „Ich habe diese unrealistische Erwartung an mich gehabt, dass, wenn ich nur hart genug arbeite, mein Gesicht identisch zu dem von Elvis werden könnte, dass meine Augen genau wie seine aussehen würden und man keinen Unterschied sehen wird. Aber irgendwann habe ich realisiert: Das wäre, wie in ein Wachsmuseum zu gehen. Wirklich wichtig ist, dass seine Seele zum Vorschein kommt.“

Luhrmann inszeniert das Leben der Musikikone in schwindelerregenden Bildern. Viele Live-Auftritte von Elvis sind zu sehen, die die Kinozuschauer in ihren Sitzen zu Liedern wie „Hound Dog“ wippen lassen. Mit grellen Szenenwechseln oder Split Screens imitiert der Film das fieberhafte Leben Presleys.

„Elvis“, der in Cannes außer Konkurrenz läuft, erhielt den bislang längsten Applaus einer Premiere beim diesjährigen Festival. Zahlreiche Stars aus der Musik-, Film- und Modewelt wie Shakira, Kylie Minogue, Ricky Martin oder Sharon Stone kamen zur Premiere. Hauptdarsteller Butler wurde von seiner Freundin, dem Model Kaia Gerber, begleitet. Nach der Premiere küssten sich die beiden auf dem roten Teppich. In der Nacht feierte das Team die Premiere auf einer Party, bei der unter anderem der DJ Diplo auftrat, der auf dem Soundtrack zum Film vertreten ist. dpa

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