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Tom Hanks als fieser Manager des King of Rock'n'Roll

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„Elvis“
Austin Butler (l) als Elvis und Olivia DeJonge als Priscilla. © -/Warner Bros./dpa

Tom Hanks als Bösewicht und ein sich verausgabender junger Elvis-Darsteller namens Austin Butler: Ein neuer Film erzählt in fiebrigen Bildern vom Leben einer Popikone.

Berlin - Schwindelerregende Bilder, ein sagenhafter Soundtrack und ganz viel Melodrama: Die neue Filmbiografie „Elvis“ gibt Einblicke in das Leben des King of Rock'n'Roll.

Regisseur ist Baz Luhrmann („Moulin Rouge“), der sein bewährtes Mittel der bombastischen Inszenierung einsetzt, und das passt natürlich zum intensiven Leben eines der erfolgreichsten Musikstars aller Zeiten. „Elvis“ ist ein wilder Ritt mit schnellen Szenenwechseln, grellen Farben, auch mal Split Screens. Das wirkt wie eine Las-Vegas-Show, worauf man sich einlassen muss, um mit einem atemlosen Spektakel belohnt zu werden.

Erzählt wird die Geschichte von Elvis Presley (1935-1977) aus der Sicht seines fiesen Managers, für den Luhrmann Tom Hanks gewinnen konnte. Der Musiker selbst wird verkörpert vom 30-jährigen Schauspieler Austin Butler. Die beiden spielen ihre Rollen sehr überzeugend.

Nicht immer, aber für längere Zeit hatten Manager Tom Parker und Elvis Presley ein schwieriges Verhältnis. Parker, der über 20 Jahre für den Superstar arbeitete, bereicherte sich übermäßig am Gewinn und motivierte Elvis zu erschöpfend vielen Auftritten. Er bezeichnet Elvis im Film als „Jahrmarktattraktion“ und verhindert, dass der Sänger im Ausland Konzerte gibt – weil Parker selbst wegen einer falschen Identität, die er angenommen hatte, die USA nicht verlassen durfte. Doch er sieht auch früh das Potenzial des Musikers – und holt, so könnte man es interpretieren, das künstlerisch Beste aus ihm heraus.

Von Mississippi in die Welt

In über zweieinhalb Stunden wird das Leben des Musikers in Erinnerung gebracht. Der Film erzählt von Elvis' Kindheit in einem kleinen Ort im US-Bundesstaat Mississippi. Seine Eltern gehörten einer freikirchlichen Gemeinde an. Dort hörte Presley als Kind Gospels und Spirituals, was seinen eigenen Musikstil beeinflusste. Immer wieder wird seine Liebe für Gospels und den Rhythm & Blues schwarzer Künstler thematisiert - und die besondere Rolle, die Elvis dadurch einnahm, dass er die Musik schwarzer Musikerinnen und Musiker in der weißen Mehrheitsgesellschaft populär machte.

Es geht um viel Musik

Im Süden der USA gab es zu dieser Zeit eine klare Trennung zwischen weißen und schwarzen Menschen – weswegen Elvis von konservativer Seite viel Feindschaft entgegenschlug. Luhrmann stilisiert Elvis zu einer politischen Kraft, vermeidet es dabei aber zu erwähnen, dass Elvis sich später etwa auch mit dem republikanischen Präsidenten Richard Nixon traf.

Vor allem aber geht es in „Elvis“ natürlich um die Musik. Viele Live-Auftritte sind zu sehen, die die Kinozuschauer in ihren Sitzen zu Hits wie „Heartbreak Hotel“ oder „Hound Doug“ wippen lassen dürften. Die Lieder sind bis heute einzigartig eingängig, und Elvis-Darsteller Butler gibt sich viel Mühe, den legendären Hüftschwung und den markanten, emotionsgeladenen Gesang von Elvis zu imitieren.

In den 1950er Jahren traf Elvis mit seiner Mischung aus Country, Blues und Gospel und seinen zu der Zeit völlig eigentümlichen, sexuell aufgeladenen Beckentänzen den Nerv der Zeit. Wir sehen hysterische Massen, schreiende Frauen – und einen Manager mit glühenden Augen. Tom Hanks, der einen Fat Suit trägt, macht Parker als gierigen und sensationslüsternen Mann lebendig.

Die Popikone rebelliert

Elvis feiert Erfolge, fängt außerdem an, als Schauspieler zu arbeiten. 1958 rückt der Musiker allerdings zur Armee ein und wird nach Deutschland versetzt, wo er seine spätere Frau Priscilla kennenlernt, damals gerade erst 14. In dieser Zeit starb Presleys Mutter, und es wirkt im Film ein bisschen so, als habe er diesen Verlust nie überwunden. Zurück in den USA ändert Elvis seinen musikalischen Stil - es wird nun deutlich schmalziger.

Manager Parker will unterdessen noch das letzte Kapital aus Elvis pressen, was diesem naturgemäß nicht lange gut tut. Bei einer geplanten Weihnachtsshow, die Elvis im Santa-Outfit absolvieren soll, rebelliert er im schwarzen Lederdress und präsentiert glühend seine alten Songs.

Doch im Laufe der Jahre zieht sich der Musiker zunehmend zurück. Nach der Trennung von seiner Frau Priscilla geht es mit seiner Gesundheit bergab, er wird von Tabletten abhängig und nimmt zu. Seine Geschichte nimmt, es ist bekannt, kein gutes Ende.

Doch sein Vermächtnis lebt weiter. Beim Filmfestival in Cannes erhielt die Weltpremiere des Films im Mai laut vielen Schätzungen den längsten Applaus. Auch Elvis' Familie - seine einstige Ehefrau Priscilla, Tochter Lisa Marie und Enkelin Riley Keough - äußerte sich begeistert über den Film, der am 23. Juni in die deutschen Kinos kommt.

- Elvis, USA 2022, 159 Minuten, FSK 6, von Baz Luhrmann, mit Austin Butler, Tom Hanks, Olivia DeJonge dpa

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