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Eine erneute Rückkehr auf die Konzertbühnen schließt die Queen of Rock definitiv aus.
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Eine erneute Rückkehr auf die Konzertbühnen schließt die Queen of Rock definitiv aus.

TV-Kritik "Beckmann"

Tina Turner will nicht singen

Premiere mit 69 Jahren: Zum ersten Mal war Tina Turner zu Gast in einer deutschen Talkshow. Bei Beckmann erklärte sie, warum sie auf ihrem neuesten Album nicht singt. Von Judith von Sternburg

In der letzten Sendung von Reinhold Beckmann vor der Sommerpause war gestern Abend Tina Turner zu Gast. Sie ist 69 und sah gut fünf Jahre jünger aus als unsereiner mit 42 (knapp 42!). In einer Szene entstand kurioserweise der Eindruck, dass das mit dem richtigen Make-up zusammenhängen könnte, zu welchem sie durch den Buddhismus fand. Beckmann hatte gefragt, woran sie zuerst bemerkt habe, dass der Buddhismus ihr Leben veränderte. Darauf erzählte sie, dass sie gerade auf der Suche nach einem neuen Make-up gewesen sei. Da habe ein Bekannter angerufen und berichtet, dort und dort werde gerade das und das Make-up im Ausverkauf angeboten.

Später berichtete sie noch, eine Folge buddhistischer Meditation sei weniger Stress beim Autofahren, zum Beispiel, wenn man von der Seite angehupt werde. Tina Turner sprach natürlich auch von Selbstbewusstsein, Naturempfinden und innerer Ruhe. Aber ihre aus dem Alltag gegriffenen Beispiele waren besonders plastisch.

Die Sängerin hat gerade gemeinsam mit zwei anderen Frauen ein Album aufgenommen, das "Beyond" heißt. Seiner Vermarktung galt nun ihr überhaupt erster Auftritt in einer deutschen Talkshow. Ihre Partnerinnen saßen mit am Tisch: Regula Curti aus Zürich, die auf der CD Christliches singt und "Beyond" wunderschön Schweizerisch ausspricht, und die Exil-Tibeterin Dechen Shak-Dagsay, die auf der CD Tibetisches singt. Nur Tina Turner singt nicht, sondern redet.

Sie fordert sanft zu Meditation und Einkehr auf. Das ist nobel, aber schade. Beckmann fragte nach. Dafür habe sie nicht die Stimme, erklärte Tina Turner zum allgemeinen Erstaunen. Sie räumte selbst ein, dass es schwierig gewesen sei, ein Studio zu betreten und nicht zu singen.

Sie und Regula Curti kamen zum Buddhismus, weil sie in der christlichen Kirche nicht oder nicht mehr die rechte Erfüllung fanden. Sie betonten wie Dechen Shak-Dagsay und Nathan der Weise die Ebenbürtigkeit der Religionen und ihre Gemeinsamkeiten, die immer auf Menschenliebe hinausliefen. Dechen Shak-Dagsay, deren leiblicher Vater in Tibet umkam, während der schwangeren Mutter die Flucht vor den Chinesen gelang, ist die Stieftochter des Dagsay-Lama. Höflich wies sie darauf hin, dass das Interesse am Buddhismus im Westen zwar zunächst häufig stark sei. Auf den zweiten Blick werde es allerdings komplizierter. Hier fragte Beckmann leider nicht nach.

Tina Turner berichtete ferner, dass sie gerne lese und den Regen höre. Ein Mensch wie du und ich, aber zugleich immer Tina Turner. Die im Anschluss respektvoll und zugewandt Eric Kandel zuhörte, Hirnforscher und Nobelpreisträger. Eric Kandel wird im November 80 und wirkte so fit wie unsereiner zuletzt mit 25. Er klappte ein Plastikgehirn auseinander, erklärte mancherlei und beantwortete Tina Turners Frage, wo genau das dritte Auge liege, sehr galant: Dafür wisse man noch zu wenig. Wenn sie in zwanzig, dreißig Jahren wieder zusammenkämen - sie, Tina Turner, sehe dann gewiss immer noch so toll aus wie jetzt -, gebe es vielleicht neue Erkenntnisse darüber.

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