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Tatort

Münster-Tatort „Rhythm and Love“ mit Jan Josef Liefers: Prof. Boerne und das dämliche Haar

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Der jüngste Münster-Tatort „Rhythm and Love“ versucht’s mit freier Liebe und einer haarigen Verwechslungskomödie - wie immer mit Jan Josef Liefers als Prof. Boerne.

Münster - Humoristisch gut Abgehangenes und kunterbunte Klischees aus dem Komödienfundus haben Brigitte Maria Bertele, Regie, und Elke Schuch, Buch, für den neuen Tatort aus Münster „Rhythm and Love“ herausgezogen. Aber sie gehen lässig und leichthändig damit um, treten nichts breit, machen kein umständliches Federlesens. So mancher hat in diesem Fall des Münster-Tatort was zu gestehen, such is life, auch die Guten, sogar Silke „Alberich“ Haller, Christine Urspruch, sogar Assistent Mirko Schrader, Björn Meyer. Aber selbstverständlich wird nicht nur von der Polizei ein Unterschied gemacht zwischen einem Mord und der Fälschung eines Sportabzeichens. Ersteres muss am Ende zu einer Verhaftung führen und tut es verlässlich. Aus Letzterem kann man sich rauswinden, bzw. -gipsen. Und bald schon denkt keiner mehr dran.

Münster-Tatort mit Jan Josef Liefers als Professor Boerne: „Rhythm and Love“

Ziemlich schade kann man und frau freilich finden, dass es so schnell geht mit dem (ersten) Mord: Denn den schönen Maik – da liegt er schon im Wald, mausetot – hätte man gern ausführlicher kennengelernt, muss er doch ein Sexgott gewesen sein (und wie gern hätte man mal einen echten Sexgott gesehen). Außerdem war er „spiritueller Lehrer“ und charismatischer Kopf einer „Biokommune“ (die Polizei stößt, na klar, bei der Abfrage auf „Cannabis-Delikte“). Außerdem war Maik so einfühlsam und vielseitig begabt, dass er mit allen und allem konnte, mit Frauen, Männern, Trommeln, Gemüse.

Der Professor Boerne (Jan Josef Liefers, r.) kann auch in der neuen Folge des „Tatort“-Münster nicht anders, als sie an den Genitiv zu erinnern: wegen des Haares. (Archivbild)

Prof. Boerne bleibt sich im neuen Münster-Tatort „Rhythm and Love“ treu

Natürlich wollen Frank Thiel, Axel Prahl, und Professor Karl-Friedrich Boerne, Jan Josef Liefers, partout nicht glauben, dass keiner eifersüchtig gewesen ist in dieser „polyamoren“ Kommune. Natürlich verfällt aber Boerne auf der Stelle der reizenden Ines, Maelle Giovanetti, und bucht einen Trommel-Workshop – statt Ekstase bekommt er Blamage. (Wir reißen uns zusammen und ziehen keine Verbindung zu einem kürzlichen Video-Auftritt von Liefers). Dafür fraternisieren Thiel und Boerne, dringend des Trostes bedürfend, mal wieder bei einigen Flaschen Wein im neuen Münster-Tatort.

Es gibt viele attraktive Menschen im Münster-Tatort „Rhythm and Love“ in der ARD, alle haben sich lieb, alle scheinen es mit allen zu treiben. Sogar der Pressesprecher der Polizei. Sogar seine Frau. Und der Pfarrer (Nikolai Kinski) vor Ort hat feuchte Augen wie ein Reh und zweifellos etwas zu verbergen. Es muss lange her sein, dass zuletzt in einem Tatort das Beichtgeheimnis angeführt wurde. Aber Staatsanwältin Klemm, Mechthild Großmann, weiß sofort beizusteuern, dass es seit dem Mittelalter gilt. Kann man nichts machen, Thiel.

Tatort aus Münster: Viele schöne Menschen haben in „Rhythm and Love“ etwas zu verbergen

Vadder Thiel ist in seinem Element und vertickt vergnügt Stoff (biologisch angebaut!). Des Trostes bedürfen dagegen ebenfalls und verbrüdern sich ebenfalls, diese beiden bei Tee mit viel Rum: Assistent Schrader, dem Polizeisportfest entgegenbibbernd (siehe: gefälschtes Abzeichen und Flohmarkt-Gürtel, 4. Dan). Und Silke Haller, bibbernd wegen einem durch Luftzug verlorenen Beweis-Haar.

Wenigstens können sie drüber reden: Silke „Alberich“ Haller und Mirko Schrader.

Der Professor im Münster-Tatort kann auch diesmal nicht anders, als sie an den Genitiv zu erinnern: wegen des Haares. Wobei das verlorene Haar eigentlich (Genitiv hin oder her) ein mit einem anderen Haar verwechseltes Haar ist, das sich aber als das für Silke Haller goldrichtige Haar erweist, insofern sich zuletzt alles, wie in Verwechslungskomödien üblich, sowieso und gleich in Wohlgefallen und einer Verhaftung auflöst. (Sylvia Staude)

„Tatort: Rhythm and Love“ , ARD, So., 20.15 Uhr.

Rubriklistenbild: © WDR/Martin Valentin Menke

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