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Marija (Tatiana Nekrasov) will nichts mit den Machenschaften ihres Onkels Victor (Wladimir Tarasjanz) zu tun haben.
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Marija (Tatiana Nekrasov) will nichts mit den Machenschaften ihres Onkels Victor (Wladimir Tarasjanz) zu tun haben.

Tatort aus Hamburg

Tatort „Macht der Familie“ aus Hamburg: Actionreiche Mafia-Geschichte

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Niki Steins flotter Hamburg-Tatort in der ARD erzählt heute Abend von der „Macht der Familie“. Eine Mafia-Geschichte, ebenso actionreich wie präzise.

München – So viele Tatort-Folgen sind in der ARD vorbeigegangen, ohne dass uns ein einziges Mal gezeigt worden wäre, dass bei einer Beförderung von Polizeibeamten auch heute noch Schulterklappen überreicht werden – in diesem Fall sind es solche mit drei silbernen Sternen. Niki Stein, Buch und Regie, tut es also nun – und es ist eines der Details, auf denen die Kamera nicht verweilt, die aber Bedeutung haben.

Stein hat vorher schon gezeigt, bei welcher Gelegenheit die just zur Polizeihauptkommissarin (drei silberne Sterne!) beförderte Julia Grosz Uniform und Abzeichen bald tragen wird: Ein Sarg, flaggenbedeckt, muss am Flughafen in Empfang genommen werden, ehrenvoll, aber diskret. Noch erfährt man nicht, wer drin liegt.

„Macht der Familie“ heute: Niki Stein erzählt im ARD-Tatort eine Mafiageschichte

Der Sarg, der im Dunkeln ausgeladen wird, und die Menschen, die vor allem müde, resigniert und verfroren aussehen (ja, auch die Kommissare), sind die Klammer um den neuen Hamburg-Tatort „Macht der Familie“*. Eine Mafiageschichte erzählt Niki Stein, in einer russischen Waffenhändler-Variation, in der die Familie Timofejew heißt, den Ukraine-Konflikt befeuert und Tolstoi zu zitieren weiß: „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“

Nicolai Timofejew (Jakub Gierszal) soll Nachfolger seines geschäftstüchtigen Onkels Victor (Wladimir Tarasjanz) werden. Nicolai findet zudem, Onkel Victor „macht, was alle machen“ (in Kriegsgebiete liefern, echt?). Andrej (Nikolay Sidorenko), Victors Sohn, ist eher der Typ Lebemann und scheint damit zufrieden. Marija (Tatiana Nekrasov), Nicolais Schwester, hat sich vor langem schon auf die ganz andere Seite geschlagen und ist zum LKA gegangen. Wo sie, lässig wie Jane Bond, brutalen, geilen Buben die Knarre unter die Nase hält.

RolleDarsteller:in
Thorsten FalkeWotan Wilke Möhring
Julia GroszFranziska Weisz
Marija TimofejewTatiana Nekrasov
Nicolai TimofejewJakub Gierszal
Andrej TimofejewNikolay Sidorenko
Victor TimofejewWladimir Tarasjanz

ARD-Tatort „Macht der Familie“ heute: Wer da die Chipstüte öffnet, hat den Moment verpasst

Aber wird sie jetzt – gerade ist eine Undercover-Aktion furchtbar gescheitert, Grosz und Falke fischen nach jedem Strohhalm – bereit sein, gegen ihren Onkel zu ermitteln? Der sie und Nicolai aufzog, als wären sie seine eigenen Kinder, nachdem deren Vater sich erhängte.

Der war ein Künstler, ein Schöngeist, vermutlich zu weich für diese eher nicht mit Skrupeln behaftete Familie. Als die Geschwister einst im Wald auf seine Leiche stießen (Stein zeigt nur die Beine), ist es die kleine Marija, die dem kleinen Nicolai schnell die Hand vor die Augen hält. Wer da just die Chipstüte öffnet, hat den Moment schon verpasst.

Tatort in der ARD heute: „Macht der Familie“ ist schnell, actionreich, präzise

Niki Stein nutzt die Versatzstücke des Genres TV-Krimi, aber er jongliert mit ihnen und schwups, schon ist ein Ball verschwunden oder ein neuer Ball im Spiel. „Macht der Familie“ ist schnell, actionreich, präzise, im Einsatzraum vibriert die Luft vor Konzentration und Anspannung. Leerstellen werden riskiert, ziemlich oft (und wohl von verschiedenen Leuten, verwirrend) wird durch Ferngläser geguckt. Nicht jede Einzelheit darf man dabei auf ihre Plausibilität prüfen, aber ob zuletzt die Puzzleteilchen wirklich alle an ihren Platz gefallen sind, das ist nicht so wichtig.

Zur Sendung

„Tatort: Macht der Familie“, ARD, Sonntag, 18.04.2021, 20.15 Uhr.

Franziska Weisz wird als Julia Grosz übrigens diesmal nicht nur befördert (auch wir finden: überfällig), sie hat am Ende eine Verabredung. „Aha“, sagt da Thorsten Falke, Wotan Wilke Möhring, der just von seinem Sohn für eine Frau verlassen wurde und mit der Kollegin einen trinken gehen wollte. Er klingt so enttäuscht, dass man ihn trösten möchte. Aber da beginnt schon der Abspann und macht das „Aha“ zum listigen, lustigen Schlusspunkt. (Sylvia Staude) *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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