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Wer hat denn behauptet, mit Sackerl-Grete (M.) könne man nicht reden?
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Wer hat denn behauptet, mit Sackerl-Grete (M.) könne man nicht reden?

TV-Kritik

Tatort (ARD) heute aus Wien: „Unten“ - Wenn Obdachlose verschwinden, schert es niemanden

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Der Tatort „Unten“ (ARD) aus Wien nimmt sich den Umgang mit Obdachlosen vor. Nicht alle sind um die Aufklärung eines Verbrechens in dem Milieu bemüht.

  • Der Tatort im Ersten kommt heute (20.12.2020, 20.15 Uhr) aus Wien.
  • Im Wien-Tatort geht es heute um den Tod eines Obdachlosen.
  • Auf die Ermittelnden Bibi Fellner und Moritz Eisner ist im Wien-Tatort Verlass.

Wien - Da wird schon ein Unterschied gemacht, allgemein und bei der Polizei im Besonderen, ob einer tot aufgefunden wird, der jemand war in der Gesellschaft, oder einer, der auf der Straße lebte. „Ernstl“ (Hubert Kramar) möchte, dass der Moritz und die Bibi nicht zu viele Ressourcen in die Aufklärung eines Sandler-Mordes stecken. Der Streifenpolizist hält es nicht für nötig, die obdachlose Sackerl-Grete (Inge Maux) überhaupt zu befragen – der habe es doch schon „die letzte Sicherung aussighaun“. Auf die Tatort-Ermittelnden Bibi Fellner und Moritz Eisner (Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer), ist allerdings Verlass: Nicht nur sprechen sie mit Grete, sie geben sowieso ihr Bestes im Fall des in den Tod gestürzten, eher gestoßenen Gregor, ehemals Journalist.

Tatort heute in der ARD : Notschlafstelle für Obdachlose nicht die Endstation?

Schlicht und gut „Unten“ heißt der neue Wien-Tatort in der ARD. Thomas Christian Eichtinger und Samuel R. Schultschik (Drehbuch) beschreiben ein Milieu sparsam und ohne Sentimentalität. Regisseur Daniel Prochaska ist ebenfalls aufmerksam, aber ohne optische Fisimatenten. „Unten“ geht mit seinem Thema insgesamt nüchtern um und trotzdem differenziert. Letzteres außerdem, ohne in die Unsitte zu verfallen, alles mehrfach erklären zu wollen, auf dass es auch jede TV-Zuschauerin, jeder TV-Zuschauer mitkriegt.

Kurz sieht man zum Beispiel Moritz Eisner, wie er spät nach Hause kommt, die Heizung ist kalt, der zuständige Service nicht erreichbar. Und dann spielt das gleich keine Rolle mehr, ist ein Luxusproblem, kann der Ermittler doch mollig unterm Federbett sitzen und arbeiten.

Wien-Tator in der ARD: „Unten“ macht nicht viele Worte

Eine Mutter mit ihrem Sohn ist ein roter Faden im Wien-Tatort, sie finden eine erste Zuflucht im „Heim Lebensraum“, zuerst in der „Notschlafstelle“, dann in einem winzigen Zimmer. Der Sohn, zehn vielleicht, mault, der Heimleiter sagt Sätze, wie er sie wahrscheinlich jedem sagt: „Frau Wallner, unser Haus ist nicht die Endstation.“ Aber was ist denn eigentlich mit dem Vater? Die junge Frau (Sabrina Reiter) schweigt.

Der Tatort „Unten“ macht, wie gesagt, nicht viel Worte darum, warum die Obdachlosen auf der Straße oder in einer Notunterkunft gelandet sind. Das ist auch nicht nötig, das kann sich die Zuschauerin denken. Hier ein bisschen zu viel Widerspruchsgeist: beim ehemaligen Hotel-Concierge Jonathan (Michael Steinocher). Dort Stolz und Trotz: bei der jungen Tina (Maya Unger). Der deutsche Gast-Obdachlose Micha (Klaus Huhle) hat sich aufs Dog-napping spezialisiert: „Ihr Öschis habt ja Hunde lieber als Menschen.“ Er lässt die Hundchen verschwinden, er bringt sie gegen Geld wieder.

Tatort heute im Ersten: Für Obdachlose wird nur das Minimum getan

Dieser ARD-Tatort zeigt, dass das Minimum, aber auch nicht mehr getan wird: Im Heim Lebensraum bekommt man, Wohlverhalten vorausgesetzt, einen Schlafplatz und gibt es etwas zu essen. Er zeigt aber auch, wie sich keiner und keine groß schert, wenn ein paar Obdachlose verschwinden. Fast triumphiert Chef Ernstl, als einer der Verschwundenen im mutmaßlich sonnigen Italien gesichtet wird. Den Moritz und die Bibi beeindruckt das nicht.

Als eingespieltes Team – auf den anderen achtend, auch wenn man nicht derselben Meinung ist – werden Eisner und Fellner einmal mehr gezeigt. Ja, Fellner kannte den Gregor von früher, sein Tod nimmt sie mit, aber das ist noch lange kein Grund, unprofessionell zu werden. (Sylvia Staude)

Tatort „Unten“, Sonntag, 20.12.2020, 20.15 Uhr im Ersten und in der ARD-Mediathek.

Ein Tatort aus einer anderen Stadt ist Quotenkönig: Der letzte Tatort aus Münster in der ARD mit dem Titel „Es lebe der König!“ erzielt die höchste Zuschauerzahl für einen Film im Jahr 2020.

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