Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Felix Murot (Ulrich Tukur).
+
Felix Murot (Ulrich Tukur).

TV-Kritik

„Tatort“ heute im Ersten: „Murot und das Prinzip Hoffnung“ (ARD) – Sie spielen ein Spiel mit ihm

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

Am Ende alles nur ein Spiel? Das ist allzu offensichtlich im Tatort „Murot und das Prinzip Hoffnung“ (ARD). Die TV-Kritik.

Frankfurt – Vor kurzem erst hatte Klaus Borowski zum dritten und letzten Mal mit ihm zu tun, da ist Kai schon wieder zurück als Paul. Vielleicht kann kein deutscher Schauspieler so gut den Psychopathen geben wie Lars Eidinger, sicherlich macht es ihm auch Spaß, einen kleinen Theater-Auftritt in den Tatort-Auftritt zu schichten (diesmal als „exzentrischer Alleinunterhalter“, so das Pressematerial, Betonung auf exzentrisch). Aber man lässt doch mit dieser Besetzung ziemlich offensichtlich durchblicken, wohin der Hase an diesem Abend hoppeln wird. Und dies selbst, wenn im Tatort „Murot und das Prinzip Hoffnung“ Eidingers Paul Muthesius zwei Schwestern zur Seite gestellt werden, Inga und Laura, Karoline Eichhorn und Friederike Ott. Die eine ist Psychotherapeutin, die andere tut Gutes. Im Tatort-Universum kann man Menschen mit solchen Neigungen in der Regel nicht bis zur nächsten Straßenecke trauen.

Aber zunächst arbeitet „Murot und das Prinzip Hoffnung“ (ARD) – Buch: Martin Rauhaus, Regie: Rainer Kaufmann – nach dem Prinzip des steilen Starts, eines Blitzstarts dazu, mit anschließender Rückblende. Eine Journalistin hält Murot, Ulrich Tukur, ein Mikro vor die Nase und schreit „Wir haben vier Tote, vier!“ Murot schreit in die TV-Kamera und an die Adresse des Täters oder der Täter: „Töten Sie mich!“

Heute im Ersten: Ein politischer Murot-Tatort? Unwahrscheinlich

Das erste der mit einem Genickschuss getöteten Opfer ist ein türkischer Gemüsehändler, das zweite ein asiatischer Geschäftsmann, das Motiv könnte Fremdenfeindlichkeit sein. Es fällt das Wort NSU. Aber ein politischer Murot-Tatort? Unwahrscheinlich. Das dritte Opfer wird von Murot denn auch sofort erkannt, obwohl es als Obdachloser lebte (hilfreicher Hinweis: Ernst Blochs „Das Prinzip Hoffnung“ liegt neben der Leiche): Es ist der einst brillante und vom Studenten Felix Murot verehrte Philosophieprofessor Johann Muthesius. Aber was seine Fähigkeiten als Vater betraf ...

Und er hatte, Achtung, Restvermögen aus einer „Privatbank Muthesius“ und eine Villa in Kronberg zu vererben. Aber war es notwendigerweise das am offensichtlichsten gestörte seiner Kinder, also Paul, das ihn unter der Brücke erschossen hat?

Der neue Murot-Tatort heute in der ARD: „Jemand spielt ein Spiel mit mir“

Wie praktisch, dass Psychotherapeutin Inga Holzfiguren herumstehen hat für Familienaufstellungen. Bald geht es darum, wer neben wem, hinter wem oder zwischen wem stehen muss, welche Figur stürzt (aber, obwohl tot, noch präsent ist) – und gehörte nicht vor Jahren auch Murot, Muthesius‘ Lieblings- und ein Musterstudent, quasi zur Familie? Schon spaziert auch er übers Brett. „Jemand spielt ein Spiel mit mir“, sagt der Ermittler; und setzt, siehe oben, alles auf die „Töten Sie mich!“-Karte. Indessen „die schöne Frau Waechter“ (Paul, spöttisch) ihn wieder einmal wird raushauen müssen.

„Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung“

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr, abrufbar in der ARD Mediathek.

Tatort heute in der ARD: Wenn schon Klischee und exzentrisch, dann richtig

Es ist ziemlich erwartbar, dass und wie es hier um die verkorksten Kinder der Reichen und Klugen geht (in der Villa nebenan gibt es noch so ein Bürschchen) – inklusive aus Ingas „systemischer Aufstellung“ gezogene banale Schlüsse à la „Er (Muthesius) steht nicht hinter seinen Kindern.“

Indessen die Rezensentin, die bisher fest hinter den oft so schön überkandidelten Murot-Tatorten stand, diesen etwas matt findet: Denn wenn schon Klischee und exzentrisch, dann richtig. (Sylvia Staude)

Der Berlin-Tatort „Die Kalten und die Toten“ (ARD) vom 14.11.2021 schien hingegen ein Vorgeschmack auf einen langen Winter zu sein: Erfahren Sie mehr in der TV-Kritik.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare