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Natürlich nur ein Requisit: Sandra Borgmann, Mai Duong Kieau und ein Wiedertäuferinnenkopf im Tatort aus Münster (ARD).
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Natürlich nur ein Requisit: Sandra Borgmann, Mai Duong Kieau und ein Wiedertäuferinnenkopf im Tatort aus Münster (ARD).

„Es lebe der König!“

Tatort aus Münster ist Quotenkönig 2020: Fast 14 Millionen schalten ein

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Der letzte Tatort aus Münster in der ARD mit dem Titel „Es lebe der König!“ erzielt die höchste Zuschauerzahl für einen Film im Jahr 2020.

  • In der ARD lief der zweite sehr unterhaltsame Tatort aus Münster in dichter Folge.
  • „Es lebe der König!“ wurde im Sommer unter Corona-Bedingungen abgedreht - das ist kaum zu bemerken.
  • Der Tatort aus Münster ist der Quoten-König 2020.

Update vom 14.12.2020, 13:20 Uhr: Der „Tatort“ aus Münster mit dem Titel „Es lebe der König!“ ist der Quoten-König 2020. Die neueste Episode mit dem Ermittler-Team Thiel und Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) hat am Sonntag die höchste gemessene Zuschauerzahl für einen Film im Jahr 2020 erzielt. Im Schnitt schalteten das Erste ab 20.30 Uhr (nach einem ARD-Extra zur Corona-Krise) 13,60 Millionen Menschen ein. Das entsprach einem Marktanteil von 36,5 Prozent.

So gut schnitt das beliebteste „Tatort“-Team aus Münster seit über drei Jahren nicht mehr ab. Am 2. April 2017 hatten 14,56 Millionen die Folge „Fangschuss“ gesehen (39,6 Prozent). Das war die höchste Zuschauerzahl und der höchste Marktanteil einer „Tatort„-Folge seit 1992.

Der Fall vom 8. November 2020 („Limbus“) hatte 12,94 Millionen Zuschauer, der vor einem Jahr („Väterchen Frost“/22.12.2019) 12,66 Millionen. Zuletzt über 13 Millionen lag die Folge „Spieglein, Spieglein“ vom 17. März 2019. Damals sahen bei der linearen Erstausstrahlung 13,58 Millionen zu.

Tatort aus Münster: Boerne schlüpft in Ritterrüstung

Erstmeldung vom 11.12.2020, 16.01 Uhr: Selbstverständlich ist es sehr lustig, wenn Professor Boerne sich zu Recherchezwecken eine Ritterrüstung anzieht. Das Gewurschtel mit den Platten und den Schnallen, dazu die schiefe Brille, die ein echter Brillenträger noch lange nicht auszieht, nur weil er ein Kettenhemd überziehen muss.

Außerdem tanzt der Professor gleich noch ein bisschen, einfach weil Jan Josef Liefers es kann, wie Stoever und Brocki weiland in Hamburg singen konnten. Das sind Entspannungsphasen, die sich ein Tatort-Team lange erarbeitet haben muss. Und sagen wir einmal so: Trotzdem liebt das nicht jeder (allerdings tanzt Professor Boerne wirklich ganz gut).

Tatort (ARD) aus Münster: Hurtig, aber nicht flüchtig

Andererseits überwindet der Münster-Tatort den ermüdenden Hang zur Clownsdarbietung immer wieder mit Volten und Finessen. Nach der staunenswerten Folge „Limbus“ folgt am Sonntag nur wenige Wochen später „Es lebe der König!“, ein feiner, nicht ganz so komplizierter Spaß, hurtig, aber nicht flüchtig abgedreht im Sommer unter Corona-Bedingungen. Wenn überhaupt etwas davon zu bemerken ist, führt weniger Handgreiflichkeit zu mehr Wortwitz. Nein, Clowns sind das nicht, Regisseurin Buket Alakus weiß das Klamottige dieser Bilderwelt in eleganten Grenzen zu halten – kein Klamauk, ein Film –, und Benjamin Hessler hat den Figuren nicht nur Späßchen, sondern auch bizarre Gedankengänge ins Buch geschrieben.

Einer der besten betrifft den noch neuen und bisher zu Unrecht beiläufig behandelten Assistenten Mirko (Björn Meyer, an den sich einige noch aus dem Frankfurter Schauspiel erinnern könnten). Der Gedankengang läuft auf den Satz hinaus: „Wir verstoßen gegen das Grundgesetz, weil der Mann Nichtraucher ist?“ Staatsanwältin Klemm, Mechthild Großmann – Sie ahnen schon, dass nur sie hier gemeint sein kann –, wird Mirko nicht nur deshalb mit Herrn Staatsbürgerkunde ansprechen. Da es sich jetzt zu lohnen scheint, sollte man sich jedoch den echten Namen einprägen: Schrader, Mirko Schrader. Er kocht erneut fabelhaften Kaffee, noch am Abend wird man sich selbst ein Tässchen zubereiten müssen.

Münster-Tatort „Es lebe der König!“ (ARD) spielt auf einer Art Ritterburg

Klamottig: „Es lebe der König!“ spielt in einem etwas kompliziert erdachten halbseidenen Milieu auf einer Art Ritterburg, aber letztlich geht es hier nicht anders zu als in jeder Familie. In vielen Familien. Die Kinder des Toten, Sandra Borgmann und Marek Harloff und seine sehr junge Frau, Violetta Schurawlow – die sehr junge Frau ist zu ernst für diesen Film, aber das ist auch schön irritierend –, werden weniger mit soziologischem Interesse beäugt als menschlich putzmunter vorgeführt. Aus fadenscheinigem Anlass verkleiden sie sich – aus demselben fadenscheinigen Anlass kommt es auch zu einem fantastischen Duell zwischen Boerne und Thiel, Axel Prahl, der dem Professor seine Kenntnisse über die Wiedertäufer um die Ohren haut. Ohnehin liegt durch das Geschichtswerkstatthafte etwas „Inspektor Barnaby“ in der Luft (der Luft rund um Schloss Hülchrath bei Grevenbroich, wo gedreht wurde).

Sehr erfrischend ist es, bei dieser Gelegenheit Justine Hauer, vormals Beckchen aus dem Bodensee-Tatort, als frühere Schlossbesitzerin wiederzutreffen. Diese ist vorerst das Klischee einer Scharteke, dann unterläuft sie unseren Missmut und ist eine Scharteke mit Niveau und Verstand. Und wie sich Mai Duong Kieau als fesche, gescheite Rosemarie von der Seite in die Handlung mischt, kann sich ebenfalls sehen lassen.

„Tatort: Es lebe der König!“, ARD, So., 20.15 Uhr.

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