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Die Ermittlerinnen Johanna Stern und Lena Odenthals mit der Ex-Frau des Toten: Lisa Bitter, Ulrike Folkerts und Annika Blendl (v. l.).
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Die Ermittlerinnen Johanna Stern und Lena Odenthals mit der Ex-Frau des Toten: Lisa Bitter, Ulrike Folkerts und Annika Blendl (v. l.).

TV-Kritik

Tatort „Unter Wölfen“ (ARD) mit Ulrike Folkerts: Das Milieu dealt vor sich hin, die Polizei ist überfordert

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Der Tatort „Unter Wölfen“ in der ARD ist ein flotter Western- und Milieu-Tatort mit Ulrike Folkerts. Die TV-Kritik zum Krimi im Ersten aus Ludwigshafen.

  • Der Tatort „Unter Wölfen“ spielt im organisierten Türsteher- und Drogenmilieu.
  • In dem ARD-Krimi ist die Polizei strukturell überfordert.
  • Die TV-Kritik zum Tatort aus Ludwigshafen am Zweiten Weihnachtsfeiertag im Ersten.

Am Zweiten Weihnachtsfeiertag bleibt im Tatort in der ARD das innere Gleichgewicht gewahrt, obwohl es dazu an sich keinen Anlass gibt. „Unter Wölfen“ spielt im organisierten Türsteher- (der Türsteher besteht auf: Doorman-) und Drogenmilieu, das hier als strammes und zwar dumm wirkendes, aber unangenehm durchtrainiertes und funktionstüchtiges Paralleluniversum zur Rechtsstaatlichkeit existiert. Der Hund Lothar ist ein schönes Beispiel dafür, Sie werden sehen.

Ein noch schöneres, allerdings außerfilmisches Beispiel ist der Komparse, der in Italien zu einer Haftstrafe verurteilt ist, jahrelang untertauchte und sich im Zuge der Ludwigshafener Dreharbeiten durch ein Interview enttarnte. So dass dann die echte Polizei kam, wie zu lesen ist. Dass er einfach zu sicher war, nicht mehr belangt zu werden, passt in die im ARD-Krimi präsentierte Situation wie maßgeschneidert. Er sei sehr engagiert gewesen, berichtet Autor und Regisseur Thomas Bohn.

TV-Kritik zum ARD-Krimi: Die Polizei ist im Tatort „Unter Wölfen“ strukturell überfordert

Das Milieu im Tatort „Unter Wölfen“ wurstelt, schlägt und dealt also vor sich hin. Die Polizei gilt als strukturell überfordert, zumal durch den Stellenabbau. Intern ist davon die Rede, die „innere Sicherheit“ sei in Gefahr. Extern freuen sich die Verbrecher des Lebens, betonen die Hilflosigkeit der Exekutive im Drehbuch aber auch etwas penetrant häufig.

Erst später stellt sich das als logisch und sinnvoll heraus, als man nämlich begreift: Der Tatort „Unter Wölfen“ ist eigentlich ein Western, mit einem Shootout, bei dem Lagerhallen aussehen wie die Hauptstraße von Dodge City und Lena Odenthal als einsame Marschallin mit Ganoven und mit Lothar fertig werden muss. Aus der Grundidee der ARD hätte man sicher mehr machen können, aber dadurch wird sie jedenfalls nicht zu Tode geritten.

Tatort „Unter Wölfen“ in der ARD: Warum so schnippisch?

Odenthal und Johanna Stern, Ulrike Folkerts und Lisa Bitter, wirken im Tatort vorerst auch eher defensiv und ein bisschen schnippisch. Schnippischkeit, nie ideal (Lena Odenthal: „Ich bin nicht Ihre Suleika“, wie bitte?). Als Paar sind sie interessant. Berufliche Gruppendynamik unter Frauen ist im Fernsehkrimi ein rares Gut.

Sendeinformationen

Tatort: Unter Wölfen“, ARD, Samstag (26.12.2020), 20.15 Uhr

Aber zur Sache: Während die Straße sich normalerweise „von selbst regelt“ (O-Ton Straße), wird nun die Kripo hinzugezogen, weil ein Bagger effektvoll eine Leiche aus einem Sandhaufen zieht. Der Baggerfahrer bekommt einen größeren Schreck als wir, die wir schon ahnen, nein, wissen, was gleich kommt. „Ach, du lieber Gott“, sagt der Baggerfahrer.

Tatort „Unter Wölfen“ (ARD): Gewitzte und entsetzliche Szenen

Dafür wird es dann aber abwechslungsreicher als erwartet. Das hat mit Lothar, seinem Herrchen (Thure Riefenstein, schön, wie Lena Odenthal für ihn das Wort „Herr Gernegroß“ reaktiviert) und dessen sonstiger muskulöser Entourage zu tun, aber auch mit der Ex-Frau des Toten und ihrer Tochter. Annika Blendl und das erstaunlich entspannt und präzise spielende Kind Lucy Loona zeigen das, was man im Tatort in der ARD oft sieht, doch ganz frisch und anders. Es gibt auch gewitzte Szenen, es gibt auch entsetzliche Szenen.

Zugleich, wunderlich, herrscht das frechste Sommerwetter. Und gegen besseres Wissen gibt es eine Art passablen Ausgang. Obwohl sich das Verbrechen unterdessen bereits neu formiert, ist das letzte Bild doch eine heiter winkende Lena. (Judith von Sternburg)

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