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Szene aus dem Hamburg-Tatort: So störrisch kennt er sie noch: Der Kommissar und die Reporterin.
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Szene aus dem Hamburg-Tatort: So störrisch kennt er sie noch: Der Kommissar und die Reporterin.

Hamburg-Norderney

Hamburg-Tatort „Die tödliche Flut“: Die wilde Imke

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Der bemühte Hamburg-Tatort „Tödliche Flut“ spielt auf Norderney. Stellt sich die Frage: Ist es nun ein Bau- und Korruptionsskandal oder ist es das nicht?

  • Im Hamburg-Tatort „Die tödliche Flut“ verschlägt es die Ermittler um Wotan Wilke Möhring auf die Insel Norderney.
  • Die Dialoge im ARD-Krimi sind – trotz drei Drehbuchautoren – wenig originell.
  • Immerhin die Bilder von Kameramann Carol Burandt von Kameke sind gut.

In zwei Varianten kommen Journalistinnen und Journalisten im TV-Krimi vor: Als zudringliche und die Fakten sowieso nicht achtende Sensationsgeier und -gänse sowie als tapfere investigative Rechercheure, die, damit nichts weniger als „die Wahrheit“ ans Licht kommt, auch ihr Leben aufs Spiel setzen. Praktisch nie sieht man die einen oder die anderen eine Redaktion betreten und was schreiben. Sie sollten sich freuen, dass Sie dank einer im Verborgenen existierenden dritten Kategorie dann doch regelmäßig Texte zu lesen bekommen.

Tatort aus Hamburg (ARD): Journalistin mit Leidenschaft

Die Macher des neuen Hamburg-Tatorts – Buch: David Sand-reuter, Arne Nolting, Jan Martin Scharf, Regie: Lars Henning – haben sich jedenfalls für die Variante Journalistin mit Leidenschaft entschieden. Und leider auch für die „kurze wilde Affäre“ (Falke über die Vergangenheit mit Imke) des Polizisten mit der Reporterin. Klar, dass er nun, da er sie wiedersieht, erneut in Versuchung gerät. Klar, dass ihm die Regeln seiner Arbeit da nicht so wichtig sind: Bald sitzt Imke, Franziska Hartmann, wie selbstverständlich dabei, wenn jemand befragt wird. Doppelt seltsam, dass auch Kollegin Grosz, Franziska Weisz, bald leise auf die Vorschriften pfeift. Aber Falke, Wotan Wilke Möhring, ist halt ihr Chef.

Die Hamburger Ermittler landen auf Norderney – wirklich schön sind die Landschaftsaufnahmen, die knorrigen windgebeugten Birken auf Froschgrün, das sich wiegende Dünengras –, weil die wilde Imke dabei ist, dort einen Riesenskandal aufzudecken (sagt sie), weil außerdem jemand sie überfallen und fast erwürgt hat. Zwar wird sie später sagen, „Todesangst kann auch was Befreiendes haben“, aber sie will nicht nur am Leben bleiben, sie will gleichzeitig, dass Thorsten Falke ihr hilft, die Schurken zu entlarven.

Hamburg-Tatort mit Wotan Wilke Möhring (ARD): Ausflug nach Norderney

Die sind offenbar im Immobilien- und Bausektor zu suchen. Gnadenlos wollen sie Norderney zubetonieren, die Kamera zeigt neben der schönen Landschaft immer wieder Kräne. „Das kommt allen zugute“, sagt der Bürgermeister. „Ich liebe diese Insel“, sagt die Investorin. „Ich sag’s ja“, sagt die Journalistin über die Beteiligten, „wie so ’ne Krake“. Und was sagt die Frau, die ihren Mann mit dem Mordopfer betrogen hat? „Aber ich liebe meinen Mann, wirklich.“

Drei Drehbuch-Autoren haben also, was die Originalität der Dialoge betrifft, das Minimum herausgeholt. Manchmal haben Geradlinigkeit und Lakonik was für sich, hier führt es zu Ärmlich- und Vorhersehbarkeit. Auch aus der Konstellation Stadtkommissare-im-Landpolizistenrevier (eben erst herrlich aufgeblättert in „Sörensen hat Angst“) werden keine Fünkchen geschlagen. „Ham Se doch, ein Revier?“, schnauzt Falke zu Beginn den Norderney-Kollegen an. Hat man, gewissermaßen, aber „seit zwanzig Jahren keinen Mord“. Die Spusi muss aus Bremen kommen.

Tatort in der ARD: Ermittler aus Hamburg auf Norderney

Aber Falke und Grosz interessieren die Ergebnisse der Spurensicherung herzlich wenig, sie stellen nicht mal die offensichtlichsten Fragen zu dem Toten, der erschlagen in seinem Fitnessraum liegt: Gab es einen Kampf, gibt es DNA. (Was würde man bis 21.45 Uhr machen, wenn man’s schon wüsste?) Kein Wunder, dass Imke nervt, sagt doch Falke ein paar Mal zu ihr „Wir machen das schon“ – und macht nicht.

Und schließlich muss noch der Billigthriller-Titel „Tödliche Flut“ seinen Sinn erhalten, weswegen ... aber nein, wir verraten nichts. Loben wir lieber den Kameramann Carol Burandt von Kameke, denn die Bilder, die sind gut.

„Tatort: Tödliche Flut“ , ARD, Sonntag, 20.15 Uhr.

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