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Hotelchefin Mai kann im ARD-Tatort „Der Tod der Anderen“ auch anders als verbindlich.
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Hotelchefin Mai kann im ARD-Tatort „Der Tod der Anderen“ auch anders als verbindlich.

TV-Kritik

Tatort „Der Tod der Anderen“: Kommissare bekommen es mit DDR-Skeletten zu tun

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Im ARD-Tatort „Der Tod der Anderen“ bekommen es Freddy Schenk und Max Ballauf mit Skeletten aus dem DDR-Schrank zu tun. Die TV-Kritik.

  • Die TV-Kritik zum Tatort „Der Tod der Anderen“.
  • In dem Krimi wird der DDR-Schrank geöffnet.
  • Zeitweise wirkt der ARD-Film etwas angestrengt.

Ein weiter Weg, zweifellos: von der Stasi-Agentin zur Chefin des Hotels „Rheinpalais“. Die ältere Dame, die just eincheckt, sieht sich bewundernd um und formuliert es so: „Knaller für ’ne Ossibraut“. Die „Ossibraut“ wird gespielt von Ulrike Krumbiegel als Frau, die mit allen Mitteln, aber mit kühlem Kopf um das Leben kämpft, das sie sich im Westen aufgebaut hat.

ARD: Immer wieder tritt der Tatort „Der Tod der Anderen“ auf wie ein Elefant im Hinweis-Laden

Aber man könnte auch meinen, sie hat ein bisschen Spaß daran, zuerst den Polizei-Assi Jütte einzusperren, dann Freddy Schenk mit vorgehaltener Waffe durchs Land zu dirigieren. (Übrigens muss Geisel Jütte, Roland Riebeling, erheblich dümmer sein, als die Polizei erlaubt; und Wolfgang Stauch, Buch, sorgt auch noch dafür, dass man das Ergebnis der großen Dummheit kommen sieht und schon mal vorsorglich die Augen rollt. Nützt aber nichts.)

Immer wieder, zum Beispiel bei der Jütte-Nebenhandlung, tritt der neue Köln-Tatort „Der Tod der Anderen“ auf wie ein Elefant im Hinweis-Laden (imaginärer roter Pfeil: sehen Sie, wie die Kiste wackelt und klirrt?). In anderer Hinsicht ist sein fester Tritt, sein unverdruckster Zugriff auf das Thema Stasi und Wessi-Kollaboration nicht verkehrt.

Tatort „Der Tod der Anderen“ (ARD): Eine Leiche im „Rheinpalais“

Eine Leiche (die ältere Dame, die ein bestimmtes Zimmer wollte, verdächtig!) gibt es alsbald im „Rheinpalais“. Und obwohl Regisseur Torsten C. Fischer zeigt, dass sich dort ausreichend verdächtiges Volk rumdrückt/ auf irgendetwas wartet, gerät gleich Bettina Mai, Krumbiegel, in Verdacht. Und erweist sich Momente später als unerwartet wehrhaft.

Zuerst verschwindet Jütte. Rätselhaft. Dann Freddy. Dann ruft er Max an, dass es ihm gutgeht und er mit Frau Mai unterwegs ist. Seltsam. Dann versucht Max, Freddy ausfindig zu machen, fährt also Klaus J. Behrendt Dietmar Bär sowohl diskret als auch indiskret hinterher und versteht die Welt nicht mehr. Kurios.

Sendeinformationen

„Tatort: Der Tod der Anderen“ , ARD, Sonntag (10.1.2021), 20.15 Uhr.

Tatort „Der Tod der Anderen“ (ARD) wirkt manchmal etwas angestrengt

Die Plausibilität dieser Handlung liegt im unteren Mittelwert. Aber sie wird doch mit einer gewissen Nonchalance präsentiert. Und getragen von einer fabelhaft wandelbaren Ulrike Krumbiegel. Gerade noch war sie eine elegante Hotelchefin, da überrascht sie schon mit Kaltblütigkeit und Härte – später auch mit Selbstironie und Verletzlichkeit. Allemal hat diese Frau einst als „Venusfalle“ Männer um den Finger wickeln können; gewissermaßen tut sie es jetzt mit Freddy Schenk.

„Der Tod der Anderen“ wirkt also einerseits etwas angestrengt. Andererseits hört man mit Interesse von Geschäftsleuten aus dem Westen, die keine Skrupel hatten, in der DDR einzukaufen, solange der Preis stimmte. Damit ist allerdings nicht der moralische Preis gemeint. Dazu sagen die „Handelsreisenden“ nur: „Das war die Zeit, das waren nicht wir.“ (Sylvia Staude)

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