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„Der Herr des Waldes“, der neue Saarbrücken-Tatort: Die Kommissare Hölzer (l.) und Schürk sind im Begriff, eine Höhle zu betreten.
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„Der Herr des Waldes“, der neue Saarbrücken-Tatort: Die Kommissare Hölzer (l.) und Schürk sind im Begriff, eine Höhle zu betreten.

TV-Kritik

Tatort: „Der Herr des Waldes“ (ARD) - Nichts weiter als billige Klischees

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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„Der Herr des Waldes“, ein Saarbrücken-Tatort wie aus einer Zeit, als dick aufgetragen wurde und Klischees laufen lernten, die heute begraben gehören. 

Fast genau ein Jahr liegt zwischen der Ausstrahlung des ersten Saarbrücken-Tatorts „Das fleißige Lieschen“ (nach dem man dachte: na ja, mal sehn) und nun, am Ostermontag, dem zweiten, „Der Herr des Waldes“. Hendrik Hölzemann, Buch, und Christian Theede, Regie, basteln ein weiteres Mal an der heillosen Geschichte der ehemaligen Schulfreunde Leo Hölzer und Adam Schürk, die sich nach 15 Jahren Funkstille als Hauptkommissare wiedersehen. Ihre Vorgeschichte – Adam wird von seinem Vater immer wieder schwer misshandelt, bis Leo den Mann mit einem Spaten niederschlägt, Schürk senior liegt fortan im Koma – kann man zwischen April 2020 und April 2021 durchaus vergessen haben, so dass es erneut und reichlich zu Rückblenden kommt.

ARD-Tatort „Der Herr des Waldes“ wirkt wie aus einer schlechten alten Zeit

Haben wir gerade geschrieben, er liege „fortan“ im Koma? Falsch. Nach 15 Jahren wacht Roland Schürk, Torsten Michaelis, nämlich auf, ist gleich erstaunlich kregel und außerdem der Psycho, der er vorher war. Im Schnitt jeder 25. Mensch sei ein Psychopath, doziert die Polizeikollegin (da kennt sie Roland Schürk noch gar nicht); und dieser Tatort tritt sogleich den Beweis an: Denn ein psychopathischer Serienmörder ist im Wald unterwegs, der nicht zum ersten Mal eine junge Frau mit Pfeil und Messer massakriert, als wäre sie Wild, ihr zudem nach altem Jägerbrauch ein Zweiglein in den Mund steckt.

RolleDarsteller:in
Leo HölzerVladimir Burlakov
Adam SchürkDaniel Sträßer
Esther BaumannBrigitte Urhausen
Pia HeinrichInes Marie Westernströer
Roland SchürkTorsten Michaelis
Jessi PohlmannCaroline Hartig

Wie aus schlechter alter Zeit wirkt dieser Tatort. Wie aus einer Zeit, als dick aufgetragen wurde und die billigen Klischees laufen lernten, die heute begraben gehören und auch meist begraben wurden. Hölzemann und Theede sowie die Senderverantwortlichen aber haben entweder nicht realisiert, dass das Zurichten von Frauenkörpern, das Schwelgen in originellen Tötungsmethoden, in Blut und Schmerz nicht mehr angesagt sind. Oder es ist ihnen egal. Gibt es übrigens einen Grund, das Abschlachten Jessicas am Ende nochmal ausführlich zu zeigen? Würde man sonst die „Auflösung“ nicht verstehen?

Tatort (ARD): Kommissare sind nicht immer bei der Sache

Indessen sind die beiden Kommissare, Daniel Sträßer als Adam Schürk, Vladimir Burlakov als Leo Hölzer, keineswegs immer bei der Sache. Da ist ja diese Geschichte aus ihrer Vergangenheit. So blicken sie gern und oft betroffen/besorgt/gequält/sich vielsagend an, schaut Adam aus dunklen Augenringen schwer tragisch und dazu leicht weggetreten, denn er ist ja traumatisiert. Und schon muss er leider wieder weg, sorry, es ist was Privates.

Zur Sendung

„Tatort: Der Herr des Waldes“, ARD, Ostermontag, 20.15 Uhr.

Trotzdem werden sie ihren Fall lösen. Ein Fall, bei dem im Wald nahe Saarbrücken nicht nur der „Herr des Waldes“ los ist – bei dessen Anblick einem übrigens Pierre Brice einfällt. In der Nacht des Mordes an Jessica hat sich außerdem scheinbar die halbe Schulklasse dort rumgetrieben. So können die Ermittler und Ermittlerinnen (Brigitte Urhausen und Ines Marie Westernstroer arbeiten als Esther und Pia zu, weitgehend unauffällig) sich gegenseitig immer mal ermahnen, doch nicht nur eine einzige Spur zu verfolgen. Der Kritikerin fällt es freilich schwer, sich angesichts wenig subtiler Hinweise nicht alsbald auf eine Spur und einen Täter festzulegen.

Tatort in der ARD: Cliffhanger lässt Schlimmes befürchten

Es muss ja, siehe oben, ein Psychopath sein. Und jener, der nach 15 Jahren aus dem Koma just erwacht ist, sitzt (vorerst noch) im Rollstuhl und kommt darum (vorerst noch) nicht in Frage. Doch gelingt es dem alten Schürk gleich wieder tadellos, abgrundtief böse zu sein. So dass es am Ende einen Cliffhanger gibt, der befürchten lässt: Die tragische Story von Adam und Leo wird gemolken werden, bis jeder Flashback Dutzende Male zu sehen war und die Kommissare ihren Job hinschmeißen. (Sylvia Staude)

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