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Der hat doch noch was vor: Lars Eidinger als Kai Korthals als Franz Moor in der Theater-AG. Foto: Thorsten Jander/NDR
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Der hat doch noch was vor: Lars Eidinger als Kai Korthals als Franz Moor in der Theater-AG.

Im Ersten

Tatort (ARD): „Borowski und der gute Mensch“ - Eidingers finaler Auftritt

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Lars Eidinger spielt ein letztes Mal den „stillen Gast“ im ARD-Tatort „Borowski und der gute Mensch“. Die TV-Kritik.

Frankfurt - Lars Eidinger, in diesem Jahr der Salzburger Jedermann, spielt Schiller – und zwar den tückischen Franz Moor in „Die Räuber“: „Jeder hat gleiches Recht zum Größten und Kleinsten, Anspruch wird an Anspruch, Trieb an Trieb und Kraft an Kraft zernichtet. Das Recht wohnet beim Überwältiger, und die Schranken unserer Kraft sind unsere Gesetze.“ Er sitzt im Rollstuhl, als ein Verwachsener, stellt sich dann beineschlotternd auf einen Stuhl, legt sich eine Schlinge um den Hals. Und hat bei allem einen verdächtig scharfen, böse funkelnden Blick auf die Umgebung.

Denn, Moment, Lars Eidinger spielt im ARD-Tatort „Borowski und der gute Mensch“ eigentlich den Frauenmörder Kai Korthals, der in der Knast-Theater-AG Franz Moor spielt. Und, man ahnt es sofort, seinen Ausbruch plant. Es wird ihm nicht schwerfallen.

Tatort in der ARD: Abschluss von „Borowski und der gute Mensch“ im Ersten

An diesem Sonntagabend beenden Sascha Arango, Buch, und Ilker Catak, Regie, die „Stiller Gast“-Tatort-Trilogie – drei Filme, die die Zuschauerin durchaus das Gruseln lehren können – mit „Borowski und der gute Mensch“. Der gute Mensch, das ist natürlich Kai Korthals, der sich jedenfalls nicht für einen schlechten Menschen hält. Der zudem, Frauenstimmen aus dem Off bezeugen es zu Anfang, zahlreiche Briefpartnerinnen und Verehrerinnen hat, die wahlweise seine „schönen Augen“ preisen oder ihn als „Opfer des Systems“ sehen (gerade erst lernte man im Köln-Tatort, dass solch romantisches Schwärmen für Gewalttäter Hybristophilie genannt wird). Die Polizei vermutet, nicht zu Unrecht, dass Korthals zu einer von den Briefeschreiberinnen auf dem Weg ist.

Der Tatort im Ersten

Der Tatort: „Borowski und der gute Mensch“, ARD, So., 20.15 Uhr.

Die Polizei? Es ist auch in diesem letzten Teil des ARD-Tatorts ein Duell, da kann Klaus Borowski, Axel Milberg, noch so wenig damit zu tun haben wollen, den Psychopathen wieder einzufangen. Der Gefängnispsychologin hat Korthals angegeben, er habe „einen Freund: Klaus“. Und so muss Kollegin Mila Sahin, Almila Bagriacik, leider die sein, die sich überwältigen lässt wie ein Schaf und zu Borowski ziemlich dumme Sachen sagt wie: „Sie bewundern ihn“, also den Mörder. Da war das Kieler Duo schon weiter, interessanter.

ARD-Tatort: „Borowski und der gute Mensch“ Lars Eidinger spielt unberechenbaren Psychopathen

Überhaupt stellt sich, bis es schließlich zum letzten Showdown im ARD-Tatort kommt, die Polizei einmal mehr ungeschickt und angesichts eines entsprungenen Serientäters auch seltsam unvorsichtig an. Borowski ist da keine Ausnahme, der einen veritablen, aber völlig sinnlosen Cliff- oder vielmehr Balkonhanger vollführen muss. Und wer rettet ihn? Genau.

Darsteller:innenRolle
Axel MillbergKlaus Borowski
Almila BagriacikMila Sahin
Lars EidingerKai Korthals
Sabine TimoteoTeresa Weinberger
Thomas KügelRoland Schladitz

Aber es gibt im Tatort „Borowski und der gute Mensch“ in der ARD neben dem allzu Forcierten erstens Lars Eidinger, der erneut ein nach Herzenslust böser, aber doch auch unberechenbarer Psychopath ist. Es gibt zweitens Sabine Timoteo, die eine Blinde spielt, die in aller Unschuld die Herausforderung annimmt, das Gute im Bösen zu sehen. Und die dafür sogar mit dem personifizierten Bösen in die Badewanne steigt und sich von ihm die Zähne putzen lässt (eine großartige Szene).

Drittens gibt es plötzlich noch Victoria Trauttmansdorff in der Rolle der Alma Kovacz, die die Herausforderung annimmt, die Möglichkeiten und Chancen in Borowskis chaotischer Wohnung zu sehen und seine Mary Poppins zu sein. „Ich habe schlimmere Küchen gesehen“, sagt sie mit abgeklärter Heiterkeit. Möge Borowski noch viele Folgen lang keine Lust und keine Zeit haben, um selbst aufzuräumen.(Sylvia Staude)

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