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Die "Let's Dance"-Jury: Joachim Llambi, Maite Kelly, Motsi Mabuse und Roman Frieling (v.li.)

Let's dance

Sympathische Nicht-Tänzer fliegen raus

Uwe Fahrenkrog-Petersen bekommt bei "Let's dance" tolle Komplimente - allerdings nur für seine Ausstrahlung und sein Outfit und nicht für seine Tanzkünste. Deshalb müssen er und seine Partnerin schon nach 15 Minuten Abschied nehmen.

Von Sarah Mühlberger

Uwe Fahrenkrog-Petersen schwante sichtlich Böses, als er das Kompliment hörte; er sollte Recht behalten. „Sie sind total sympathisch, sehen gut aus...“, bescheinigte die Jury dem Musikproduzenten, dann kam der Dolchstoß: „...aber das hat wirklich gar nichts mit Tanzen zu tun.“

Von seinen unsicheren Cha-Cha-Cha-Bewegungen hatte Fahrenkrog-Petersen mit einem ironisch-distanzierten Grinsen abzulenken versucht, was alles nur noch schlimmer machte. Und so halfen weder Aussehen noch Sympathie – am Ende der erste „Let’s dance“-Folge flogen Fahrenkrog-Petersen und seine Tanzpartnerin aus dem Wettbewerb.

Elf Kandidaten dürfen weiter hoffen, zum „Dancing Star 2012“ gekrönt zu werden. Der Jüngste ist 20, die Älteste 65; die Kleinste ist 1,63 m und der Größte knapp zwei Meter. Sie sind Models oder ehemalige Diskuswerfer, Sänger oder „Sänger“.

Nur 15 Minuten Ruhm

Ihre 15 Minuten Ruhm sind vorbei oder haben nie richtig begonnen, aber das allein erklärt noch nicht das Erstaunliche: Sie meinen es ernst mit dem Tanzen. Der RTL-Wettbewerb ist ein Vollzeitjob: Wer teilnimmt, trainiert wochenlang täglich mit seinem Tanzpartner, um dann in den Liveshows vor anrufwilligen Zuschauern und der Jury zu bestehen.

Die beiden männlichen Tanzjuroren, Roman Frieling und Joachim Llambi, sagen „ordentlich“ oder „grundsätzlich eine angenehme Darbietung“, wenn sie über den Klee loben wollen, meist wollen sie aber nicht. Bei „Let’s dance“ sind die Frauen für die warmen Worte zuständig.

Vorjahressiegerin und Neu-Jurorin Maite Kelly sieht in Volksmusikerin Stefanie Hertel eine „sexy, sinnliche Frau“ schlummern, „die raus will“. Noch freundlicher ist nur Moderatorin Sylvie van der Vaart, die prinzipiell jedem Tanz ein „wunder-, wunderschön!“ hinterherschickt und ihre Du/Sie-Schwäche zur Tugend gemacht hat: „Es liegt an Ihnen – ruf für die Beiden an!“

Karamell-Effekt

Der Karamell-Effekt van der Vaarts wird glücklicherweise durch ihren Co-Moderator Daniel Hartwich abgemildert, selbst wenn dessen trockene Flapsigkeit mitunter über die Strenge schlägt. Den Song „Fuck you“ kommentierte er etwa so: „Einige in Deutschland hätten sich das Lied auch zur Verabschiedung Christian Wulffs gewünscht.“

Hartwich und van der Vaart haben schon die vergangene, vierte Staffel von „Let’s dance“ zusammen moderiert – und das mit einigem Erfolg. Durchschnitt 5,61 Millionen Zuschauer sahen den Irgendwie-Promis damals beim Wirbeln und Straucheln zu, in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil bei fast 21 Prozent. RTL schien es deswegen nur folgerichtig, das Format zu strecken: mit zwölf statt zehn Teilnehmern und damit mit zwei zusätzlichen Live-Shows.

Und noch etwas ist in dieser Staffel anders. Ein Tanzlehrling, die Sängerin Joana Zimmer, ist blind. Ihr Auftritt war gestern Abend der letzte, später sollte sie noch bei „Stern TV“ zu sehen sein, man musste also eine RTL-Inszenierungswalze befürchten. Bei „Let’s dance“ war es dann aber, zum Glück, ziemlich unaufgeregt. Joana Zimmer kam und tanzte, ihr souveräner Walzer führte sie in die nächste Runde.

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